Paul Di’Anno – Hell Over Waltrop (Live In Germany)

Iron Maidens erster Sänger gräbt 2006er-Konzertaufnahmen aus

Artist: Paul Di’Anno

Herkunft: Chingford/London, England

Album: Hell Over Waltrop – Live In Germany

Spiellänge: 64:04 Minuten

Genre: New Wave of British Heavy Metal

Release: 31.01.2020

Label: Metalville / Rough Trade

Links: http://www.metalville.de/index.html
https://www.facebook.com/paul.dianno1

Bandmitglieder:

Paul Di’Anno – Gesang
Andy – Gitarre
D.D. – Gitarre
Gonzo – Bass
Dom – Schlagzeug

Trackliste:

  1. Prowler
  2. Murders In The Rue Morgue
  3. Impaler
  4. Remember Tomorrow
  5. Children Of Madness
  6. Marshall Lokjaw
  7. The Living Dead
  8. The Beast Arises
  9. The Faith Healer
  10. The Phantom Of The Opera
  11. Transylvania
  12. Running Free
  13. Blitzkrieg Bop
  14. Sanctuary

Nach seiner Iron Maiden Karriere brachte Paul Di’Anno noch zahlreiche Alben auf den Markt, sowohl als Solokünstler als auch als Mitglied von Bands wie Gogmagog, Di’Anno’s Battlezone, Praying Mantis, Killers und den Rockfellas. Er performte gemeinsam mit der deutschen Band The Phantomz gelegentliche Liveshows. Die Gruppe besteht aus Mitgliedern der deutschen Prog Formationen Re Vision sowie Perzonal War und der Band Cheeno. Seit dem Wacken Open Air 2016 ist es aus gesundheitlichen Gründen ruhig um den charismatischen Sänger geworden. Umso mehr überrascht die CD, die nun zur Veröffentlichung ansteht. Braucht es eine 2006er Live-CD?

Paul Di’Anno wird wahrscheinlich ewig „nur“ der ehemalige Iron Maiden Sänger bleiben. Natürlich, wer bei einer Band mit derart großem Namen vertreten war, hat es schwer, davon loszukommen. Paul Di’Anno wurde gefragt, ob er mit seiner deutschen Band Phantoms Of The Opera im Rahmen eines Stadtfestes in der westfälischen Kleinstadt Waltrop am 27. August 2006 auftreten möchte. Damals ebenfalls mit dabei Fury In the Slaughterhouse und Sydney Youngblood. Nach anfänglicher Skepsis, wie man bei den zu erwartenden Pop- und Discofans ankommen würde, entschloss man sich dennoch, den Gig zu spielen. Zumal die beiden Re-Vision Musiker, Bassist Christoph „Gonzo“ Lücker und Drummer Dominik „Dom“ Fox, die das Rhythmus-Fundament der Phantomz bildeten, quasi ein Heimspiel hatten. Die beiden kamen aus der westfälischen Kleinstadt in der Nähe von Recklinghausen im nördlichen Ruhrgebiet. Die Skepsis verflog und verwandelte sich schlagartig in pure Magie in dem Moment, als die Band die Bühne betrat. Das Stadtfestpublikum mutierte zu einer enthusiastischen Metal Crowd, die Paul und seine Jungs ihren fulminanten Gig hindurch abfeierte.

Die Show wurde vom Produzenten und FOH Mann Thomas Mergler komplett mitgeschnitten. Zu Hause stellte er jedoch fest, dass die Aufnahmen aufgrund eines Fehlers der Monitorcrew nicht zu gebrauchen waren. Nach über 12 Jahren fand er die Bänder zufällig wieder. Es gelang, mithilfe moderner technischen Möglichkeiten, die alten Aufnahmen zu retten. Das Resultat bedeutet 100% Kick Ass Rock ohne Tricks und Overdubs.

Die Band präsentiert sich in Höchstform und serviert dem Publikum diverse Klassiker aus der Maiden Frühphase und aus der Solokarriere von Paul Di’Anno. Sieben Klassiker aus der Maiden Schaffenszeit von 1977 bis 1981 sind mit dabei. Seine Solowerke fanden nie wirklich große Beachtung. Schade, denn schlecht ist zum Beispiel The Living Dead nicht, obgleich es auch nicht der große Wurf ist. Geboten wird hier solider, relativ rauer Metal, der nicht nach Iron Maiden klingt. Eigenständigkeit ist also vorhanden. Aber auch andere Klassiker wurden von der Crowd abgefeiert. Children Of Madness stammt aus der Zeit Pauls bei Battlezone, Marshall Lokjaw und The Beast Arises von der Zeit bei den Killers. The Faith Healer stammt von der Alex Harvey Band. Das Blitzkrieg Bop ein reiner Coversong der Ramones ist, braucht hier eigentlich keiner Erwähnung.

Paul Di’Anno – Hell Over Waltrop (Live In Germany)
Fazit
Reinhören lohnt sich allemal. Für Maiden-Fans ein Muss für die Sammlung.

Anspieltipps: Children Of Madness, The Living Dead und The Phantom Of The Opera
Norbert C.
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