Profanator – Fallen

Straight forward Thrash Metal aus Mexico - neu aufgelegt

Artist: Profanator

Herkunft: Querétaro, Mexiko

Album: Fallen

Spiellänge: 49:17 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 20.01.2020

Label: FDA Records

Link: https://www.facebook.com/ProfanatorOficial/

Produktion: Recorded, mixed und mastered in den MAT Studios

Bandmitglieder:

Gitarre – Antimo Buonnano
Schlagzeug – Cesar „led“ Sanchez
Bass – Sergio Maurizzio
Gesang – Edson Sánchez
Gitarre – Luis Lee

Tracklist:

01. Hatred
02. Corpse Harvest
03. Solucion Final
04. Voice Of Disorder
05. Filth
06. Night Fever
07. Pest
08. Kalendisept
09. Back To The Womb
10. Fallen

Aus Querétaro, Mexiko stammt diese Combo und lärmt bereits seit 1999 mehr oder weniger erfolgreich herum. Es gab zwar noch einen Namensvetter, ebenfalls aus Mexiko, aber mit denen hat man nichts zu tun.

Das Songmaterial hat auch schon 22 Jahre auf dem Buckel. 1998 wurde dieses Album bereits mit einer kleinen Auflage vom Label MAT Records veröffentlicht. Es handelt sich dabei um das vierte Album der Tequilabande. FDA Records hat die Qualität erkannt und veröffentlicht es erneut und dann natürlich richtig, also weltweit.

Wie die Berserker legen die Burschen aus Mexiko los und lassen es so richtig krachen. Hier werden keine Gefangenen gemacht und der Name Thrash Metal wird wieder in absoluter Realität umgesetzt, denn es wird ordentlich auf die Gerätschaften eingedroschen. Mit einer Leidenschaft und Wonne, wie es fast nur noch Südamerikaner können, die wahrscheinlich ihre ganze Wut in musikalische Energie umsetzen. So wundert es kaum, dass der Opener Hatred eben so klingt, wie er klingt. Nach einen „Uarghhh!!!“ geht es sofort in die Vollen und ein blackig klingendes Thrashriff wird niedergemetzelt. Immer nach vorne. Erinnern von der Intensität schon an Incarceration, aber eben auf thrashiges Art. Das Riff wird zwar gewechselt, aber das Tempo weiter schön hochgehalten. So macht es Laune. Schön dreckig und alte Schule. Mittendrin ein kleines Break, spanische Ansage und dann wieder nach vorne. Schockt. Natürlich muss solch eine Musik auch einen schmutzigen und rohen Sound haben und dieser liegt vor, aber nicht so undifferenziert, wie es früher war. Passt also einfach alles.

Corpse Harvest fängt mit einer düsteren und satanisch klingenden Beschwörungsrede an, bevor dann das thrashige Riff auf einen niederrasselt, ein Scream erfolgt und man dann schon nach Kreator zu guten, alten Zeiten klingt. Fettes Riff mit geiler Drumbetonung und aggressiven Vocals drüber. Und wer mag die alten Kreator Scheiben nicht??? Kann es solche Lebewesen geben?? Ich weiß es nicht. Der Song gefällt mir am besten. Das Tempo wird variiert, aber immer schön treibend. Markante Riffs, die natürlich nicht neu klingen, fettes Solo und ab dafür. Break und Attacke. Das hat so ein schönes „Alte Schule Flair“ und schockt eben. Sicherlich für Freunde, die immer eine Weiterentwicklung der Musik erwarten, uninteressant, aber für Leute wie mich: absolut geilo. Dieses kleine melodische Intermezzo in Form eines Solos. Herrlich.

Ich kann nur sagen, dass ich es geil finde, dass Bands sich nicht immer neu erfinden müssen, sondern einfach mal auch dem Ruf der alten Tage folgen, vor allem, wenn man diese Musik selber als Jugendlicher konsumiert hat.

08/15 Stumpfheit kann man den Burschen auch nicht vorwerfen. Der Anfang von Voice Of Disorder zum Beispiel. Großartig. Nichts neues oder kompliziertes, nur langsam vorgetragenes Riff, düster und dann ein sehr geiles Solo rüber. Macht einfach Laune. Kurzer Scream zur Warnung und dann fettester Thrash mit Mörderriffing. Der spanische Gesang darauf klingt so aggressiv und passend. Lecker hoch 10. Und das Riffing ist eben kein 08/15 Gedöns, sondern schon verspielt und technisch anspruchsvoll, wobei man immer die Eingängigkeit im Auge hat. Das gelingt ihnen echt total gut. Und am Ende noch mal so richtig Chaos und Gewalt. Jawoll!!

Okay, Songs im Thrash Metal, die über sechs Minuten gehen, wie z.B. Night Fever braucht man nicht unbedingt. Zieht man eine Minute fürs Intro ab, geht es aber wieder. Trotzdem etwas lang, aber egal. Schockt trotzdem. Das Riffing ist wieder so einprägsam. Einfach nur zum Bangen, aber natürlich auch nicht neu. Zieht sich aber schon ein wenig in die Länge. Gilt genauso für das siebeneinhalbminütige Kalendisept. Auch hier geht eine Art Intro vorweg. Kirchliche Beschwörungsrede. Sehr merkwürdig, aber cool vorgetragen.

Klingt ein wenig nach Exhorder. Nach 90 Sekunden geht der Thrash dann los, aber der Song ist mir auch zu lang.

Ansonsten, Freunde der Nacht, bleibt hier kein Auge trocken. Ich steh drauf, jetzt ist es raus. Auf Dauer klingt es sicherlich ein wenig eintönig, aufgrund des hohen Geschwindigkeits- und Aggressionsfaktors, aber das machen die Burschen mit ihrer Power und Spielfreunde wieder locker wett, keine Frage. Immer wieder werden kleinere Ruhepausen mit eingebaut, so wie bei Filth zum Beispiel. Da kann man sich kurz ausruhen, bevor wieder zur Attacke geblasen wird, wie zum Beispiel beim Totalvernichtungssong Pest. Auch so ein Schlacht- und Schmatzfetzen.

Ich werde mir auf jeden Fall die alten Scheiben auch noch organisieren, das ist klar.

Profanator – Fallen
Fazit
Thrash Metal Fans - Kaufen!!!! Profanator präsentieren Thrash der alten brasilianischen und teutonischen Schule. Zu der Zeit, als man (ich) noch alles blind kaufen konnte. Die Rohheit und Verwüstung der Bands wie Sepultura, Ratos de Porão, Vulcano oder Sarcófago und das Riffing und die Energie von Bands wie Kreator, Destruction oder Tankard. Hier und da noch ein wenig Slayer natürlich und auch Razor oder Artillery sollte man erwähnen. Oder einfach nur - geiler Thrash!

Anspieltipps: Hatred, Voice Of Disorder und Filth
Michael E.
9
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
9
Punkte
Weitere Beiträge
Presonus Revelator – USB Mikrofon