Rhapsody Of Fire, Avalanch und Thornbridge am 02.03.2019 im Z7 in Pratteln

„Internationaler Power- und Symphonic Metal Abend im Z7!“

Event: The Eighth Mountain Tour 2019

Headliner: Rhapsody Of Fire

Vorgruppen: Avalanch, Thornbridge

Ort: Konzertfabrik Z7, Kraftwerkstr. 7, 4133 Pratteln, Schweiz

Datum: 02.03.2019

Kosten: 35,00 € VVK

Genre: Symphonic Metal, Power Metal, Heavy Metal, Progressive Metal, Melodic Metal

Besucher: ca. 300 – 350

Veranstalter: Konzertfabrik Z7 http://www.z-7.ch

Link: https://www.facebook.com/events/2694294570796690/

Setlisten:


01. Take To The Oars (Tape)
02. Theatrical Masterpiece
03. Keeper Of The Royal Treasure
04. Demon In Your Heart
05. The Dragon`s Reborn
06. Ember In The Winter Groove
07. Set The Sails


01. The Oracle
02. Demiurgus
03. Pilgrim
04. Flower In The Ice
05. The Alchemist
06. Deception
07. Baal
08. Lucero
09. Torquemada


01. In Principio (Tape)
02. Distant Sky
03. The Legend Goes On
04. Dagor, Shadowlord Of The Black Mountain
05. The Courage To Forgive
06. March Against The Tyrant
07. Into The Legend
08. March Of The Swordmaster
09. Dawn Of Victory
10. The Wind, The Rain And The Moon
11. Rain Of Fury
12. Warrior Heart
13. Holy Thunderforce
14. Reign Of Terror
15. Flames Of Revenge
16. Master Of Piece
17. Land Of Immortals
18. Emerald Sword
19. The Wind, The Rain And The Moon (Tape)

In der Konzertfabrik Z7 im schweizerischen Pratteln gibt es heute Symphonic und Power Metal par excellence auf die Ohren, ein Kampf gegen Fantasydrachen und ähnliches Getier, bei dem wir dabei sein müssen. Als ich um kurz nach 19:00 Uhr an der Location ankomme, hat die Abendkasse schon geöffnet und so stehe ich innerhalb von ein paar Minuten vor der Bühne. Viel los ist bis jetzt noch nicht, vielleicht haben sich insgesamt so etwa 100 Personen versammelt, sodass ich, wenn ich wollte, problemlos vor bis in die zweite Reihe käme.

Obwohl der Beginn im Facebook mit 20:00 Uhr angegeben ist, entern Thornbridge schon um kurz nach halb Acht die Bühne und steigen, nach einem kurzen Intro, mit Theatrical Masterpiece vom aktuellen, gleichnamigen Album in ihr Set ein. Der Song hat so ziemlich alles zu bieten, was eine guter Power Metal Nummer so braucht, ordentliche Riffs, einen Mitgrölrefrain, Geschwindigkeit und epische Atmosphäre. Die Band um Frontmann Jörg „Mo“ Naneder aus dem deutschen Alzenau steht für melodischen, epischen Power Metal und hat ganz offensichtlich mächtig Spaß daran, heute Abend dieses Package eröffnen zu dürfen. Keeper Of The Royal Treasure, ebenfalls vom aktuellen Album, kommt dann etwas experimentierfreudiger daher und blickt etwas über den Tellerrand hinaus. Kurze Breaks, Soundspielereien und auch der Gesang wissen durchaus zu überzeugen. Lediglich herrscht auf der Bühne etwas wenig Bewegung und die Show wirkt etwas statisch. Zwar explodiert der Sänger mit den witzigen Zöpfen das eine oder andere Mal und sorgt für optische Überraschungen, Seitenwechsel finden aber gar nicht statt, was wohl am mehrstimmigen Gesang liegt, der Gitarrist Patrick Rogalski und Bassist Patrick Burghard an ihre Mikrofonständer fesselt. Mit Demon In Your Heart folgt der nächste aktuelle Track, eine opulente, hymnische Nummer in Piratenmanier, die ich direkt auf mein nächstes Mixtape packen würde. Das Publikum wird nun auch langsam warm und geht entsprechend mit, auch wenn vor der Z7 Bühne nicht gerade Hochbetrieb angesagt ist. Mit The Dragon`s Reborn folgt dann erst einmal eine Nummer vom ersten Album What Will Prevail, die sich aber nahtlos in das neue Material einfügt. Ein eingängiger Song, der zum Mitsingen gemacht ist und das tun einige nun auch lauthals. Vielleicht erinnert man hier noch ein wenig mehr an frühe Blind Guardian, Orden Organ oder Hammerfall, wie es bei den neuen Songs der Fall ist. Die Jungs aus Unterfranken haben definitiv einen großen Schritt in Richtung Eigenständigkeit gemacht. Besonders hervor stechen der Gesang von Mo und die beinharten Drums von Maximilian Glück. Danach geht es direkt wieder über zu neuem Material und Ember In The Winter Groove, das sich als fetter Brecher mit aggressivem Gesang und epischen Refrain entpuppt. Auch dieser Song setzt sich unweigerlich in den Gehörgängen eines jeden Power Metal Fans fest. Nach gut 30 Minuten geht der Auftritt mit dem Ohrwurm Set The Sails zu Ende und die Jungs ernten verdient etwas mehr als Höflichkeitsapplaus. Ich hätte gerne ein, zwei ältere Songs auf der Setlist gesehen, aber es ist verständlich, dass man den brandneuen Silberling promoten will. Ich habe definitiv schon schlechtere Opener gesehen.

Weiter geht es nach kurzer Umbaupause mit den spanischen Avalanch. In Lateinamerika konnte die Band sich schon einen recht guten Namen erspielen, aber die Songs mit den spanischen Vocals wirken hierzulande doch etwas fremd und gewöhnungsbedürftig. Ich muss gestehen, ich habe von den Jungs bisher noch nichts gehört und musste mich im Vorfeld des Gigs erst einmal reinhören und schlaumachen. Jedoch kehrt mit der Band aus Asturien ein alter Bekannter auf die Bühnen der Welt zurück, Mike Terrana, der US amerikanische Drummer, der sich vor allen durch seine Dienste bei Rage einen Namen machen konnte. Doch auch Bassist Dirk Schlächter ist natürlich kein Unbekannter, da er lange Jahre bei den Hanseaten Gamma Ray tätig war. Die Band kommt zu dem Song The Oracle vom aktuellen Album El Secreto auf die Bühne, zu dem es eine spanische und eine englische Videoversion im Netz gibt. Für Pratteln gibt es heute die englische Version auf die Ohren. Offenbar bin ich der Einzige, der von der Band noch nichts gehört hat, den zwischenzeitlich hat sich das Z7 weiter gefüllt und auch vor der Bühne wird es nun enger. Selbst das eine oder andere Avalanch T-Shirt lässt sich im Publikum ausmachen. Mit den nächsten Songs Demiurgus, Pilgrim und Flower In The Ice überrascht man mich dann aber doch, denn Frontmann Israel Ramos singt durchweg in englisch, was gegenüber den spanischen Versionen wesentlich überzeugender rüberkommt. Auch von der Bühnenpräsentation her tut sich nun wesentlich mehr auf der Bühne, als zuvor noch bei Thornbridge. Der charismatische Ramos sucht ständig den Kontakt zum Publikum und entpuppt sich dabei als fürchterlicher Zappelphilipp, der nicht eine Sekunde stillstehen kann. Aber auch die Saitenfraktion zeigt sich wesentlich agiler. Mike Terrana an der Schießbude ist eh immer ein Augen- und Ohrenschmaus, ob nun früher bei Rage, Axel Rudi Pell, Masterplan, Savage Circus oder eben jetzt bei seinem aktuellen Brötchengeber. Alleine schon sein weißes Drumkit mit den knallroten Becken ist ein echter Blickfang auf der Bühne. Ich kenne nur einige Songs vom kurzen Reinhören, aber The Alchemist scheint so etwas wie ein Publikumsliebling zu sein, denn es kommt ordentlich Bewegung in die ersten Reihen. Die Band hat die Besucher nun erreicht und so werden Nackenmuskeln malträtiert und Pommesgabeln gereckt. Ob es sich nun bei den nächsten Songs Deception, Baal oder Lucero um Bandklassiker handelt, kann ich nicht sagen, aber die Stimmung bleibt weiter gut und eigentlich kann sich die Combo beruhigt zurücklehnen. Tut sie aber nicht, bis zum bitteren Ende ist Vollgas angesagt. Eigentlich bin ich kein Freund von Keyboardklängen im Metal, aber hier fügt sich das Tasteninstrument gut ein und verpasst den Songs einen volleren Sound. Mit Torquemada geht nach etwa 50 Minuten ein guter und sehenswerter Gig zu Ende, ob mich die Spanier aber ohne den allmächtigen Terrana an den Drums überzeugt hätten …?

Während der Umbaupause füllt sich das Z7 dann doch noch zusehends, und als Rhapsody Of Fire dann nach dem In Pricipio Intro auf die Bühne kommen, sind etwa 350 Zuschauer gekommen. Die Italiener haben mich immer nur bedingt durch meine Metallaufbahn begleitet und mein letzter Gig ist nun auch schon etliche Jahre her, sodass ich mich jetzt erst einmal an das Gesicht von „Neu“-Sänger Giacomo Voli gewöhnen muss. Vom Silberling her ist mir die Stimme zwar geläufig, aber das Livegeschäft ist eben noch mal eine andere Baustelle. Nach der Eröffnungsrunde in Form von Distant Sky, bei dem Voli direkt den offenen Kontakt zu den Fans sucht, muss ich zugeben, dass der für mich Neue einen ganz ordentlichen Job macht. Auch die nächsten Songs The Legend Goes On, Dagor und The Courage To Forgive geben keinen Grund, meine Vorabbedenken aufrecht zu halten. Die Band hat das Z7 von Beginn an im Griff und die ersten Reihen, die natürlich mit auffallend vielen weiblichen Fans gefüllt sind, rasten regelrecht aus. Aber auch ein paar Italiener sind ganz vorne mit dabei und hissen die italienische Flagge. Zeit zum Verschnaufen in Form von Ansagen gibt es nur wenig und die sind kurz gehalten, man konzentriert sich auf das Wesentliche und legt mit March Against The Tyrant nach. Das Hauptaugenmerk liegt heute logischerweise auf dem aktuellen Longplayer The Eighth Mountain, doch die Klassiker der älteren Alben werden natürlich auch hier und da eingestreut, wie nun auch der Titeltrack Into The Legend vom 2016er-Output. Die Songauswahl trifft den Geschmack der Schweizer, denn jeder Song wird mit lautem Beifall und Jubelstürmen belohnt. Neben Voli macht vor allem Mastermint und Keyboarder Alex Staropoli, der hier den Grundstein für die bombastischen Songs legt, eine sehr gute Figur. Bei March Of The Swordmaster kreisen die Köpfe und Haare fliegen wild durcheinander, während Dawn Of Victory im Anschluss lauthals mitgesungen wird. Selbst die ruhigeren Töne von The Wind, The Rain And The Moon können überzeugen und werden von unzähligen Handys mitgeschnitten. Leute, genießt doch lieber die Atmosphäre des Konzertes, anstatt stumpf in euer Handydisplay zu starren, für irgendwelche unscharfen, verwackelten Videos, die ihr euch zu Hause eh nie wieder anschaut. Gerade hier zeigt sich noch einmal, dass der Frontmann stimmlich voll da ist, einzig bei den ganz hohen Screams vermisst man ein wenig den Vorgänger Fabio Lione. Die Saitenfraktion macht zwar einen top Job, aber showmäßig sind sie eher schmückendes Beiwerk neben Voli und Staropoli. Die Halbzeit ist mittlerweile überschritten und so langsam könnten die ganz großen Bandknaller auf die Fans losgelassen werden, doch mit Rain Of Fury und Warrior Heart hat man noch einmal zwei neue Songs in petto. Mit Holy Thunderforce vom Dawn Of Victory Album kommt dann aber solch ein Knaller, der die ersten Reihen ganz schön durcheinanderwirbelt. Nun geht es Schlag auf Schlag, mit Reign Of Terror und Flames Of Revenge holen Voli und seine Mannen zum Rundumschlag aus, bevor mit Master Of Piece der wohl letzte aktuelle Track unter das Schweizer Volk geworfen wird. Damit ist der Abend dann auch gelaufen und die Band verabschiedet sich, um aber gleich darauf mit Land Of Immortals noch einmal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Jetzt wird noch einmal lautstark mitgesungen und besonders eine Gruppe recht junger, fanatischer Fans rastet völlig aus. Mit Emerald Sword, das übrigens dem 2015 verstorbenen Christopher Lee gewidmet wird, geht dann nach etwa anderthalb Stunden ein großartiger Konzertabend zu Ende und eigentlich müsste fast jeder glücklich nach Hause gehen können.

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