Nuclear Blast

Scour – Black

Viele Köche verderben den Brei

Artist: Scour

Herkunft: USA

Album: Black

Spiellänge: 15:57 Minuten

Genre: Black Metal

Release: 27.11.2020

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://www.facebook.com/scourband/

Bandmitglieder:

Gesang – Philip H. Anselmo
Gitarre, Backgroundgesang – Derek Engemann
Bassgitarre, Backgroundgesang – John Jarvis
Gitarre – Chase Fraser
Schlagzeug – Adam Jarvis

Tracklist:

  1. Doom
  2. Nail
  3. Propaganda
  4. Flames
  5. Microbes
  6. Subprime

In einem beeindruckenden Tempo produzieren Scour ihre Alben und so ist es dieses Jahr so weit, dass Ende November das dritte Album Black innerhalb von vier Jahren veröffentlicht wird. Die Band rund um den ex-Pantera Gitarristen Phil Anselmo entstand im May 2016 und besteht aus vielen ex-Musikern anderer Bands. John Jarvis kommt ursprünglich von Pig Destroyer, Derek Engemann von Cattle Decaptiation und Chase Fraser von Animosity. Das erste Album wurde dann zwei Monate nach Bandgründung veröffentlich, hier war kein Song über drei Minuten, aber bei knapp über sechzig Arbeitstagen lässt sich verständlicherweise keine Langspielplatte erwarten.

Dass die Band aus verschiedenen Genres zusammengewürfelt ist, hat seinen Vorteil. Man merkt bei jedem Album, wie sich die einzelnen Erfahrungen zusammensetzen und dabei keine Musikrichtung zu kurz kommt. Man muss bloß berücksichtigen: Mischt man alle Farben, kommt Schwarz dabei raus – mischen wir nun viele Genres, dann haben wir Black Metal.

Propaganda, der einzige Black Metal Song (mein absoluter Lieblingstrack), glänzt mit unglaublich schnell gespielten Blastbeats und donnernden Bassdrums. Der ex-Misery Index Drummer hat unglaubliches Talent und weiß, wann er Akzente setzen muss und wie er sein Schlagzeug in das ganze Album einzubinden hat. Die Melodie steht für sich selbst, prägnante Riffs gehen sofort in die Gehörgänge und verlassen diese auch wieder nicht so schnell. Die hohen Klänge schneiden förmlich ein und hinterlassen tiefe Wunden. Der Bass macht genau das, was man von ihm erwartet: Streng monoton knallt er auf einen ein und massiert Leib und Seele, bis diese weichmassiert ist. Die statischen Texte unterstreichen das ganze Zusammenspiel und verleihen dem ganzen Track noch eine zeremonielle Stimmung.

Für mich ist der Song echt gut gelungen, leider zieht sich diese Qualität nicht durch das ganze Album. An einigen Stellen fängt man an zu zweifeln, ob es sich hier wirklich um ein Black Metal Album handelt oder um ein statisches Death Metal Album. Für beide Genres fehlt es aber auch dann wieder an technischem Know-how. Insgesamt kommt einem das Album vor wie ein großes Durcheinander, in dem versucht wird, viele Elemente unterzubringen und dabei riskiert, den eigentlichen Stil aus den Augen zu verlieren. Die Längen der Tracks sind für mein Geschmack sehr kurz ausgefallen. Man könnte argumentieren, dass es schon immer so war, aber man sollte auch ein bisschen mit der Zeit gehen und sich weiterentwickeln. Diese Entwicklung ist bei Scour leider nicht zu erkennen.

Scour – Black
Fazit
Die Band hat damals gute Ansätze gezeigt, diese wurden aber nicht weiter verfolgt. Meiner Meinung nach steht die Band auf der Stelle und es wird darauf gesetzt, dass das vorhandene Talent genügt, um ein gutes Album zu produzieren - dies ist meiner Meinung nach aber nicht der Fall.

Anspieltipps: Propaganda und Doom
Paul M.
3.8
Leser Bewertung5 Bewertungen
7.7
Positiv
Riffs, Rhythmen sehr prägnant
Texte sind sehr gut gelungen
Negativ
kein einheitlicher Stil
Albumlänge sehr kurz
Lieder zu kurz
Album wirkt gequetscht
keine Weiterentwicklung der Band festzustellen
Durcheinander
3.8
Punkte
Podcast
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