Screamer – Hell Machine

“Oldschool mit wenig kreativer Abwechslung“

Artist: Screamer

Herkunft: Ljungby, Schweden

Album: Hell Machine

Spiellänge: 38:53 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 24.02.2017

Label: High Roller Records

Link: http://wearescreamer.com

Produktion: Shimmer Studios, Ljungby von Dennis Åhman

Bandmitglieder:

Gesang – Andreas Wikström
Gitarre – Anton Fingal
Gitarre – Dejan Rosić
Bass – Fredrik Svensson
Schlagzeug – Henrik Petersson

Tracklist:

  1. Alive
  2. On My Way
  3. Hell Machine
  4. Lady Of The Night
  5. Warrior
  6. Denim And Leather
  7. Monte Carlo Nights
  8. The Punishment

Hell Machine ist das dritte Full-Length der schwedischen Band Screamer, die mit ihren ersten beiden Alben Adrenaline Distractions (2011) und Phoenix (2013) bereits etliche positive Rezensionen einheimsen konnten. Nach zwei Besetzungswechseln (Gesang und Bass) und einer längeren Pause gilt es für das Quintett, mit Hell Machine an die ersten beiden Alben anzuknüpfen und die Kritiker davon zu überzeugen, dass es sich bei Screamer nicht um eine Eintagsfliege handelt. Die Band ist sich dieser Bürde jedenfalls bewusst.

„Well, I think a third album can be quite hard to write […] this time around we had two news guys to break in on how we work and I’d say we’ve progressed a lot on that aspect […] We definitely feel that this is our best and strongest album to date, that is for sure!“ (Henrik Petersson, Drums)

Stilistisch bewegen sich Screamer irgendwo zwischen Hard Rock und Heavy Metal, tendieren aber eher zum Heavy Metal. Der Sound der Band ist sehr klassisch und erinnert stark an die späten 70er oder frühen 80er, ohne dabei altbacken zu wirken. Besonders der neue Sänger Andreas Wikström weist leichte Parallelen zu Rob Halford auf, bestes Beispiel hierfür ist der Titeltrack Hell Machine.

Hell Machine kommt auf den ersten Blick mit 8 Songs bei einer Dauer von knapp 40 Minuten etwas schwach auf der Brust daher, doch schon nach dem ersten Hördurchgang lässt sich ein positives Fazit ziehen. Der Opening-Track Alive legt die Messlatte direkt hoch: der eingängige Chorus in Kombination mit dem treibenden Rhythmus versetzen den Hörer in Aufbruchsstimmung – vielleicht ist hier eine kleine Anspielung auf den Zustand der Band zu finden. Die geschaffene Erwartungshaltung wird von On My Way nicht enttäuscht. Hierbei handelt es sich um einen der stärksten Songs des Albums. Er wurde bereits im Oktober 2015 inklusive Musikvideo veröffentlicht, stand zu diesem Zeitpunkt aber noch in keiner Verbindung zu einer neuen Platte.

[youtube]CniXzYjn62o[/youtube]

On My Way charakterisiert den Sound des Albums ziemlich gut: straight-forward Heavy Metal mit eingängigen Hooks. Von dieser Ausrichtung weicht die Band leider etwas zu selten ab, sodass die Songs alle gelungen, aber ähnlich klingen. Daran ist zumindest positiv, dass die Songs, die etwas herausstechen, die Stärksten der Platte sind: Lady Of The Night startet mit einem ruhigen Intro und geht in ein geniales Riff über, das leichte Anleihen bei Enforcer zeigt. Der Rest des Songs ist geprägt von einem Wechselspiel zwischen Band und Gesang in der Strophe und einem eingängigen und mit Gang-Vocals gespickten Refrain. Der zweite herausstechende Song ist The Punishment, der letzte Titel des Albums. Die Band selbst gibt an, dass hier etwas experimentiert wurde, trotzdem fügt sich der Song gut ins Gefüge des Albums ein.

„We tried new approaches with this one, not really focusing on the song to sound as if it was a Screamer song.“ (Henrik Petersson, Drums)

Die restlichen Songs der Scheibe sind alle solide, klingen aber schlichtweg zu ähnlich. Die zweite, respektive erste offizielle Single des Albums Monte Carlo Nights klingt, als wäre der Song schon mit der Intention geschrieben worden, eine Single zu werden, und Denim And Leather ist die Metal-Hymne von On My Way. Rock ’n’ Roll-Lifestyle und Metal-Community werden hier zumindest in einer erfrischenderen Art besungen als es bei viele anderen Bands der Fall ist. Von den schwächeren Songs des Albums sei Warrior für das gute Opening-Riff und die Abwechslung, die das ausgedehnte Akustik-Intro bietet, erwähnt.

Fazit: Screamer schaffen es mit Hell Machine, ihren Sound der ersten Alben zu konservieren, sich trotzdem weiterzuentwickeln und die neuen Bandmitglieder zu integrieren. Das Album ist sehr stimmig und sollte jedem Old-School-Metaller das Herz aufgehen lassen. Die zuvor erwähnten Songs haben großes Potential und man darf auf die Tour(en) zum Support des Albus gespannt sein, schließlich war die Band mit Ausnahme einiger kleiner Gigs und Festivals seit 2014 nicht mehr ausgiebig unterwegs.

Anspieltipps: On My Way, Lady Of The Night, The Punishment, Alive
Carsten B.
7.7
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