“Geschichte mal ganz anders erzählt“

Artist: Serenity

Herkunft: Österreich, Italien, Deutschland

Album: Lionheart

Spiellänge: 54:46 Minuten

Genre: Symphonic Metal, Power Metal

Release: 27.10.2017

Label: Napalm Records

Link: www.facebook.com/serenityaustria

Bandmitglieder:

Gesang – Georg Neuhauser
Gitarre und Backgroundgesang – Chris Hermsdörfer
Bassgitarre und Backgroundgesang – Fabio D’Amore
Schlagzeug und Backgroundgesang – Andreas Schipflinger

Tracklist:

  1. Deus Lo Vult
  2. United
  3. Lionheart
  4. Hero
  5. Rising High
  6. Heaven
  7. King’s Landing
  8. Eternal Victory
  9. Stand And Fight
  10. The Fortress (Of Blood And Sand)
  11. Empire
  12. My Fantasy
  13. The Final Crusade

 

Nachdem ich Serenity jetzt schon einige Male live erleben durfte und jedes Mal ins Schwärmen gerate, wenn ich von den Shows berichte, war es natürlich keine Frage, wer vom Time for Metal-Team das Review zum neusten Output der Band schreibt. Mit dem letzten Album Codex Atlanticus aus 2016 – ist das letzte Album tatsächlich erst vor einem Jahr veröffentlicht?!?! – war ich ja nicht so rundherum zufrieden, aber das war wirklich eine Ausnahme. Nach wie vor ist jedes Album der sympathischen Österreicher gleich mit mehreren Songs in meiner Favoriten-Playlist vertreten, und auch von Lionheart haben es einige Songs in diese Playlist geschafft.

Wie es der Albumtitel schon verrät, geht es auf diesem Album um Richard I., der zehn Jahre lang König von England war. Sein Leben und Wirken füllt ganze Bücher und wurde schon oft verfilmt, nun picken sich Serenity also für dieses Konzeptalbum einzelne Stationen aus diesem Leben heraus, um sie in eine vertonte Fassung zu gießen. Im Schulfach Geschichte war ich zugegebenermaßen eher schlecht, aber auch ohne Kenntnisse der Fakten kann man sich Lionheart problemlos zu Gemüte führen. Serenity schaffen es nämlich wieder, ein wunderbares Symphonic Metal-Album an den Start zu bringen, das meiner Meinung nach zwar zum Ende hin ein wenig abfällt, das aber insgesamt auf einem hohen Niveau läuft.

Mit großem Chor und Orchester geht es im Opener Deus Lo Vult hinein in die Historie, das Kopfkino ist eröffnet. Und genau so abwechslungsreich, wie das Leben von Richard I. war, sind auch die folgenden fast 55 Minuten. Seien es Midtempo-Stücke, wie United, das orientalisch angehauchte The Fortress (Of Blood And Sand) oder Empire, als auch die Uptempo-Kracher Lionheart, Rising High – welch‘ ein catchy Chorus!! – oder Eternal Victory, Serenity können eigentlich in allen Belangen punkten. Die symphonischen Elemente werden songdienlich eingesetzt, soll sagen, es gibt keine unerträglich süße Zuckerguss-Schicht und die Gitarre nimmt wieder den Raum ein, der ihr zusteht. Das Rhythmusfundament ist im wahrsten Sinne des Wortes solide und trägt die Songgebilde bis hin zur wieder einmal wunderbaren Stimme von Georg Neubauer. Apropos Stimme, auch auf diesem Album darf Fabio D’Amore wieder ran – ich denke mal, dass er es wieder ist – und verleiht dem Stück Stand And Fight einen nicht ganz Serenity-like klingenden Anstrich, der den Österreichern aber auch sehr gut steht.

Eine Ballade gibt es bei Serenity natürlich auch wieder, wobei es im Grunde zwei sind. Da wäre zum einen der sechste Song, Heaven, der mit weiblicher Unterstützung daherkommt. Hier ist Katja Moslehner (ex-Faun) neben Georg Neubauer zu hören. Auch das folgende King’s Landing ist getragen, wobei es hier keinen Gesang, sondern nur Klavier zu hören gibt. Beim letzten Song, The Final Crusade, der auch haarscharf das Rennen um den längsten Track des Albums gewonnen hat, wird Georg dann noch einmal gesangstechnisch unterstützt, dieses Mal darf Federica Lanna (Sleeping Romance) ran.

Mittlerweile haben Serenity ja zwei Videos zum Album rausgehauen, hier gibt es das zum Titeltrack Lionheart, der auch einer meiner Anspieltipps ist:

Serenity - Lionheart
Fazit: Wie schon geschrieben, gerate ich immer wieder ins Schwärmen, wenn ich Serenity mal live erleben darf. Die Band, und allen voran Georg Neubauer, schäumen geradezu über vor Präsenz und Spielfreude. Und genau das zeigt sich auch auf dem Album Lionheart wieder, auch wenn das ja "nur" audio ist. Wie die Männer es geschafft haben, nur ein Jahr nach dem letzten jetzt schon wieder ein Album rauszuhauen, das das letzte dann auch noch locker toppt, das ist schon bewundernswert. Wer bislang wirklich noch nichts von Serenity gehört haben sollte, aber Symphonic Metal mit etwas weniger "Zuckerguss" mag, kann hier bedenkenlos einsteigen.

Anspieltipps: Lionheart, Rising High, Eternal Victory und The Fortress (Of Blood And Sand)
Heike L.8.5
8.5Gesamtwertung
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