Sleep – The Sciences

“Wenn man einen kleinen Kreis zu seinen Jüngern macht!“

Artist: Sleep

Herkunft: San Jos, USA

Album: The Sciences

Spiellänge: 53:03 Minuten

Genre: Doom Metal, Stoner Rock, Metal

Release: 20.04.2018

Label: Third Man Records / ADA

Link: https://www.facebook.com/pg/officialsleep/about/?ref=page_internal

Bandmitglieder:

Al Cisneros
Matt Pike
Jason Roeder

Tracklist:

  1. The Sciences
  2. Marijuanaut’s Theme
  3. Sonic Titan
  4. Giza Butler
  5. Antarcticans Thawed
  6. The Botanist

Das amerikanische Trio Al Cisneros, Matt Pike und Jason Roeder ist alles andere als schläfrig, wenn es unter der Flagge Sleep Doom Klänge anschlägt. Das aktuelle Werk The Sciences aus dem April 2018 steht heute auf unserem Zettel, in dem die Gruppe über Third Man Records / ADA in die guten alten Siebziger zurückverfällt, ohne modernere Stoner Rock Ergüsse auszulassen. In 53:03 Minuten rumpeln bösartige Riffs aus der Anlage. The Sciences fungiert als Intro einer Ansammlung von Geräuschen, die nur darauf warten, in Marijuanaut’s Theme langsam zum Tragen zu kommen. Langsam kriecht die Lavasalve gen Meer und bleibt immer wieder am kantigen Gefels hängen. Ausdrucksstarke Passagen bleiben als Ergebnis kleben, die auf starke Gitarrenarbeit setzen und vom Druck im Sound leben. Ohne Frage – die ersten zehn Minuten können schon ganz schön lang werden, aber in der Tiefe liegt trotzdem eine spannende Kraft, die einen zum Weiterkonsumieren zwingt. Die sporadischen Vocals eingestreut, leben Sleep von nimmersatten Melodienbögen, die bis in die tiefsten Gesteinschichten eindringen. Unermüdlich, egal was andere sagen, lassen es die Drei aus San Jos knistern. Die Old School Handschrift passt wunderbar ins Konzept, vom leicht spacigen Anstrich ganz zu schweigen. Die drei über Zehn-Minuten-Schlachten Sonic Titan, Giza Butler und Antarcticans Thawed zerren ganz schön an den Nerven. Wie man es nimmt – eine leichte Kost findet man selbst beim Schlusspunkt The Botanist nicht. Wer schwerelose, leichte Stücke mag, sollte von Sleep Abstand nehmen. Nur der Bruchteil, der auf dreckigen 70er-Doom steht, darf hier kräftig zupacken.

Fazit: Schon lange kein Album mehr in der Hand gehabt, wo der Doom Metal zwischen Genie und Wahnsinn eine so große Schneise zieht. Das Trio macht alles richtig, auch wenn es dadurch nur eine schmale Zielgruppe anspricht. Lange, teils endlose Passagen schnüren einem die Luft zum Atmen ab, aber hört selber mal rein.

Anspieltipps: Marijuanaut's Theme
Rene W.
7.8
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