Stahlzeit, Schutt & Asche Tour 2019, Rammstein-Tribute-Show am 01.02.2019 in Kiel, Sparkassen Arena

“ Stahlzeit, das spektakuläre Rammstein Cover, legt die Sparkassen Arena in Schutt & Asche!“

Eventname: Stahlzeit, Schutt & Asche Tour 2019, Rammstein-Tribute-Show

Headliner: Stahlzeit

Ort: Sparkassen Arena Kiel

Datum: 01.02.2019

Kosten: 37,00 € VVK, 39,00 € AK

Genre: Neue Deutsche Härte

Besucher: 2.500

Veranstalter: Sparkassen Arena Kiel

Links: http://www.sparkassen-arena-kiel.de/home.html

http://www.stahlzeit.com/

Setliste:

  1. Ramm4
  2. Bückstabü
  3. Du Riechst So Gut
  4. Sehnsucht
  5. Links 2-3-4
  6. Asche Zu Asche
  7. Sonne
  8. Heirate Mich
  9. Frühling In Paris
  10. Keine Lust
  11. Benzin
  12. Mein Teil
  13. Amerika
  14. 5/4
  15. Ich Tu Dir weh
  16. Ohne Dich
  17. Mein Herz Brennt
  18. Zerstören
  19. Haifisch
  20. Weidmanns Heil
  21. Feuer Frei
  22. Du Hast
  23. Pussy

Zugabe:

  1. Rammlied
  2. Ich Will
  3. Engel

Nachdem bereits im vergangenen Jahr Stahlzeit für heute den Auftritt angekündigt haben, lassen wir es uns nicht nehmen und sehen uns die Show an. Vor knapp einem Monat waren wir bei Feuerengel in der Lübecker Kulturwerft Gollan, und ich schau mal, ob es eklatante Unterschiede gibt.

Erwartungsgemäß ist es voll, denn Rammstein zieht nun mal, auch wenn es nur eine Coverband ist. Es geht mit Ramm4 los. Das ist normal, denn auch die originalen Rammsteiner begannen ihre Konzerte lange Zeit so. Die im bürgerlichen Leben bei Maerzfeld agierenden Akteure gehen, nachdem die letzten Sekunden runtergezählt werden, auch gleich in die Vollen. Es gibt gleich viel Rauch, Pyros, martialisches Gehabe. Der dazu treibende Rhythmus und das laute Ja, Nein, Rammstein lässt die Halle gleich erbeben. Frontmann Helfried „Heli“ Reißenwebers frappierende Stimmähnlichkeit mit der von Till Lindemann reißt alle mit und das ist der Beginn einer gut sortierten Best Of Liste. Fast identisch zum vergangenen Jahr, bietet das Set alles, was den Rammstein Jünger glücklich macht. Die Franken lassen nichts anbrennen, zum Glück ist auch Feuerwehr im Haus, und mit Bückstabü geht es rasch weiter. Das Publikum ist gemischt aber von Anfang an vom Fleck weg begeistert. Der Sound ist gut, scheint aber bei uns, wir stehen recht weit am Rand, etwas leiser zu sein. Zunächst dauert es eine Weile, bis richtig Stimmung aufkommt – aber Songs wie Du Riechst So gut, das im militärischen Marschtempo gesungenen Links 2-3-4 oder Asche Zu Asche lassen das Stimmungsbarometer rasch steigen. Spätestens bei Sonne singen von den 2.500 Zuschauern mindestens 2000 den Refrain lautstark mit und das sorgt natürlich für die nötige Begeisterung und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch die brennenden Mikroständer bei Asche Zu Asche dürfen nicht fehlen und das ist es, was diese Show so gut macht. Es wird doch sehr nah am Original festgehalten und somit dürfte der Zeitraum, bis eine der relativ seltenen Original und viel teurere Shows von Rammstein zu sehen sind, überbrückt werden. Mit dem etwas ruhigeren, leicht verspieltem Frühling In Paris geht es weiter, bis dann bei Benzin, selbiges in Massen passend zum Titel auflodert.

Vergleiche ich die beiden führenden Tribute Bands Stahlzeit und Feuerengel miteinander, fällt der Unterschied nicht wirklich groß aus. Eventuell hat Stahlzeit etwas mehr Pyro, Flamen und Rauch dabei, aber von der Performance tun sie sich nicht so viel. Beide setzen bei Mein Teil auf das „Grillen“ des Keyboarders im übergroßen Topf. In diesem Fall ist es Ron Huber, der den Flammenwerfer über sich ergehen lassen muss. Mit Amerika von der Reise Reise CD geht es weiter, bevor dann nochmals der Flake-Ersatz herhalten muss. Bei Ich Tu Dir Weh wird der arme Keyboarder in eine Wanne gelegt und mit glühenden Funken aus der übergroßen Milchkanne übergossen. Brennend steigt er dann aus der Wanne. Das kommt gut an und der hämmernde Rhythmus tut sein Übriges.

Über die Auswahl an Songs braucht man hier nicht zu diskutieren. Heute Abend stehen 26 Stücke der wohl größten Neue Deutschen Härte Vertreter auf der Setlist und das ist schon nicht wenig. Hier wird die volle Breitseite geboten. Nach dem melancholischen Ohne Dich, bei dem die Stimme von Heli gut rüberkommt, und dem nicht ganz so rasanten Mein Herz Brennt, darf bei Zerstören ein kleiner Moshpit nicht fehlen. Dieser ist auch an der einen oder anderen Stelle zu sehen und zeigt, dass die Stimmung ausgezeichnet ist.

Bassist Bora Ökzüz, oft das Gesicht mit Kapuzenshirt verhüllt, hat aber von links oben alles im Blick und treibt neben Schlagzeuger Thomas Buchberger den Sound nach vorne. Die beiden Gitarristen Mike und Mathias Sitzmann stehen links und rechts am Bühnenrand und knallen die Riffs in die Menge. Nach Haifisch und Weidmannsheil wird bei Feuer Frei auch mit den Feuermasken für ein eindrucksvolles Bild gesorgt. Das ist alles nichts Neues, aber immer wieder spektakulär. Nach Du Hast und Pussy mit dem übergroßen Rauch und Konfetti versprühenden Kunstpenis ist dann erst mal Schluss.

Natürlich lassen die Jungs nicht lange auf sich warten und es gibt die erwartete Zugabe, denn schließlich fehlt ja noch der wohl größte Hit Engel. So kommt es, wie es kommen muss – nach dem Rammlied und Ich will, mit dem Frage- und Antwortspiel von Heli und dem Publikum, folgt der krönende Abschluss. Während der Ersatz-Till, mit den übergroßen brennenden Engelsflügeln im Hintergrund langsam Richtung Hallendecke schwebt, darf Drummer Thomas mit Funken sprühenden Drumsticks nochmals für ein Feuerwerk auf der abgedunkelten Bühne sorgen. Ein letztes Mal hallen die schweren Riffs durch die Sparkassenarena, ein letztes Mal kann das Haupt im stakkatohaften Rhythmus wippen, darf den Refrain lauthals mitgesungen werden und dann verstummt der letzte Pfiff. Das war Stahlzeit 2019.

Fazit: Über die Songsauswahl könnte man sich streiten aber das muss eigentlich nicht sein. Viel spektakuläres Feuerwerk, ´ne Menge Rauch, Knall und Peng und auch die obligatorische Schlauchbootfahrt über die Köpfe der Zuschauer lassen ein Stahlzeit Event schon im Kopf bleiben. Im Gegensatz zu Feuerengel, die ihre Sache ebenfalls toll und authentisch machen, ist hier vielleicht ein Tick mehr Pyro, das kann aber auch an den Möglichkeiten in der Sparkassenarena liegen. Für mich gibt es da keinen Sieger oder Verlierer. Es ist immer eine super tolle Show und es stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für das nächste Jahr ist bereits der Termin am 18. April 2020 in Kiel bekannt gegeben worden. Es soll dann eine überarbeitete Show werden, da sich die letzten beiden nur marginal unterschieden.  Zunächst ist dann dieses Jahr erstmal das Original dran, da dürfen sich dann Stahlzeit und auch Feuerengel mit neuen Inspirationen versorgen.

Die tollen Bilder sind mal wieder von Norbert C.

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