Static X und Support am 05.08.2025 in der SimmCity in Wien

Monsters vs. Machines

Headliner: Static X

Vorbands: Dope, Wednesday 13

Ort: SimmCity, Wien

Datum: 05.08.2025

Kosten: 47,20 €

Genre: Nu-Metal, Horrorpunk, Industrial Metal, Alternative Metal

Besucher: ca. 600 Besucher

Setlisten:

  1. Blood Money
  2. Bring It On (Fuck Tomorrow Mix)
  3. Bitch
  4. Debonaire
  5. Die MF Die
  6. I’m Back (Partial)
  7. Sick (Partial)
  8. Burn (Partial)
  9. You Spin Me Round (Like A Record)(Dead Or Alive Cover) (Short Version)

  1. Bled For Days
  2. Wisconsin Death Trip
  3. Fix
  4. Sweat Of The Bud
  5. Terminator Oscillator
  6. Cannibal
  7. Love Dump
  8. I Am
  9. Otsegolation
  10. The Trance Is The Motion
  11. Black And White
  12. Get To The Gone
  13. Dirthouse
  14. Destroy All
  15. Cold
  16. I’m With Stupid
  17. Push It

Ein lauer Dienstagabend, und drei US-amerikanische Acts bringen das Wien der frühen 2000er zurück: Industrial Metal, Horrorpunk, Nu-Metal, eine Prise Techno und jede Menge Nostalgie – die Monsters vs Machines-Tour verspricht genau das, was der Name sagt: brachiale Maschinenmusik trifft auf Horrorästhetik und Bühnenmonster.

Wednesday 13 – Wien – 2025

Wednesday 13 eröffnen den Abend mit düsterem Glam, Horrorpunk-Attitüde und einem Sound, der zwischen Murderdolls, Marilyn Manson und Rob Zombie pendelt. Frontmann Joseph Poole – bekannt für seine exzentrische Bühnenpräsenz – zeigt sich spielfreudig, energiegeladen und stimmlich stark. Das Set ist ein wilder Ritt durch seine Diskografie, ergänzt durch drei Songs anderer Projekte vom Sänger, darunter Nowhere und Summertime Suicide der Murderdolls, dem Bandprojekt von Wednesday gemeinsam mit dem verstorbenen Slipknot-Drummer Joey Jordison. Ein schöner Tributmoment, der unter Fans echten Gänsehautfaktor auslöst. Das Publikum ist zu Beginn noch verhalten – Wien eben. Doch der Funke springt langsam über, spätestens beim letzten Track I Love To Say Fuck wippt der Großteil mit, Headbanger tauchen auf. Wednesday 13 liefern ein starkes Set – stilistisch wie optisch ein düsteres Highlight, das Erinnerungen an eine Ära weckt, in der Horror noch Teil des Metals war.

Dope – Wien – 2025

Dope betreten als Nächstes die Bühne – kurz, aber intensiv. Mit nur sechs Songs (die letzten vier werden als Medley gespielt) liefern sie ein kompaktes Set, das sich auf ihre größten Banger konzentriert. Edsel Dope – der auch der Mann hinter Xero, der maskierten Frontfigur von Static-X, ist – steht im Mittelpunkt. Charismatisch, gewohnt rotzig und direkt. Die Show ist energetisch, der Sound fett – aber: Die Wiener Crowd ist zäh. Erst bei Song fünf, Die MF Die, regt sich etwas: Der erste Moshpit geht auf, wenn auch nur kurz. Mit dem finalen Song, dem Cover von You Spin Me Round (Like A Record), kommt noch mal Bewegung ins Spiel – bevor es wieder ruhiger wird. Trotzdem: Irgendwann lässt sich auch der letzte Widerstand im Saal nicht mehr halten. Ich selbst lasse mich mitreißen, stürze mich in den Pit, tanze, brülle – und sage innerlich Hallo zu dieser nostalgischen Energie. Dope liefern ab – auch wenn der Funke erst spät überspringt.

Static X – Wien – 2025

Dann der Headliner: Static-X – oder besser gesagt: ein futuristisches Theater aus Musik, Maschinen, Masken und Nostalgie. Der verstorbene Wayne Static lebt in dieser Inszenierung weiter, verkörpert von Xero, der heute niemand Geringerer als Edsel Dope ist. Das Bühnenbild: futuristische Kreaturen, Rauch, Licht und Technik. Mit Rauch gefüllte Seifenblasen schweben durch den Saal, auf der Bühne tanzen Monster und Maschinen. Das ist mehr als ein Konzert – es ist ein Konzept. Trotz einer offensichtlich anstrengenden Tour bleibt die Energie hoch. Im Laufe des Sets muss sogar der Gitarrist gewechselt werden – dennoch bleibt alles tight, professionell und kraftvoll. 17 Songs, ein breites Spektrum durch ihre Diskografie: Klassiker wie Push It, Bled For Days oder I’m with Stupid treffen auf neueres Material. Die Produktion ist durchdacht, der Sound satt, der Rhythmus gnadenlos. Und ja – Push It holt am Ende noch mal Bewegung aus der Crowd, bevor sich der Moshpit schnell wieder verflüchtigt. Aber es war da – und es zählt.

Was bleibt, ist ein bombastisches Set, ein audiovisueller Overkill und der Beweis, dass Static-X auch ohne Wayne Static relevant bleiben – als Live-Maschine, als Kult-Phänomen, als Teil einer Ära, die nie ganz vergangen ist. Monsters vs Machines ist keine bloße Nostalgie-Tour – es ist ein Statement. Drei Acts aus den frühen 2000ern zeigen, dass sie immer noch liefern können – sei es durch musikalische Weiterentwicklung, durch durchdachte Konzepte oder einfach durch pure Bühnenenergie. Die Crowd in Wien braucht eine Weile, doch spätestens bei Static-X ist auch der Letzte im Saal zurück in einer Zeit, in der Nu-Metal noch wild, schmutzig und verdammt unterhaltsam war.
Ein Abend zwischen Erinnerungen, Maschinen, Pits und Rauchblasen. Und das Beste: Das Monster lebt.