Stray From The Path & Support am 12. Juli 2018 im Backstage, München

“Ehrlich und laut“

Headliner: Stray From The Path

Vorbands: Waves Like Walls, Rogues

Ort: Backstage Club, München

Datum: 12.07.2018

Genre: Hardcore, Metalcore

Besucher: ca. 150 Besucher

Link: https://www.facebook.com/Strayfromthepath/

Hardcore Shows sind doch etwas Wunderbares. Am besten können sich diese entfalten, wenn sie in kleinen Venues stattfinden und alle die Lyrics schön mitschreien können. Die Gegebenheiten stimmten schon einmal für die Headliner Show von Stray From The Path am 12. Juli im Backstage in München. Die New Yorker, welche den Geist des New Yorker Oldschool Hardcore in die deutschen Venues bringen, zeigen sich Live stets vielseitig, so balancieren sie doch irgendwo zwischen dem alten und neuen Hardcore und bleiben dabei nur bei einem eindeutig: Hauptsache ehrlich und laut! Und genau das kommt bei einer Headliner Show noch mehr zur Geltung als sonst, sind Stray From The Path doch momentan auch häufig als Support anzutreffen. Diesen haben die Herren an diesem Abend in Form von Rogues und Waves Like Walls mitgebracht.

Den Anfang als Opener machen die Jungs von Waves Like Walls, die zumindest dem Großteil des Publikums noch unbekannt zu sein scheinen. Die Band aus Ingolstadt reiht sich dabei ganz souverän in die lokale Hardcore Szene ein, weiß aber innerhalb ihrer Songs durch leichte Brücken zum Metalcore doch etwas Abwechslung zu bieten. Der Sound im Backstage Club scheppert in alter Gewohnheit, hier ist man aufgrund der Vertrautheit mit dem Venue weniger kritisch, auch wenn das Soundbild insgesamt besser sein könnte. Je nach Entwicklung dürfte man Waves Like Walls durchaus öfter zu Gesicht bekommen – zumindest scheint das Publikum zufrieden.

Die nächste Band Rogues kommt auch aus Deutschland, dieses Mal allerdings aus dem, zumindest für mich, etwas unbekannteren Cham. Ob nun Cham oder Ingolstadt, auch Rogues bringen lokalen Hardcore auf die Bühne, der rein soundtechnisch allerdings etwas weniger überzeugen kann, als es sonst der Fall ist. Ein wenig scheint dies am Gesang zu liegen bzw. ist dieser einfach etwas gewöhnungsbedürftig. Die kleine Bühne nutzen Rogues recht solide für sich und können auch das Publikum mehr oder weniger motivieren. Ein Auftritt, der insgesamt ganz spaßig ist, jedoch nicht wirklich im Kopf hängen bleibt.

Und danach ist auch schon Headliner Zeit: Stray From The Path sind gern gesehene Gäste und waren in München erst letztes Jahr als Headliner zusammen mit Capsize und Obey The Brave in der Kranhalle anzutreffen. Zugegeben, die Supports von 2017 konnten in der Gesamtwertung ein wenig mehr punkten als das diesjährige Programm. Das schmälert natürlich nicht die Wucht und Energie, die Stray From The Path auf die Bühne bringen, und die auch das Publikum restlos wachrüttelt. Mit lauten Stimmen und fliegenden Fäusten bewegt sich dieses zu jedem Song mit.

Ein Stillstehen ist während der Darbietung kaum möglich, und insbesondere der vordere Bühnenbereich gleicht ab und zu einer kleinen Kampfzone – so soll es nun einmal sein! Zwischen den Songs sprechen Stray From The Path über unterschiedliche Themen, von dem eigenen Band-Dasein bis hin zum Präsidenten der USA Donald Trump, der wohl allgemein in der Hardcore Szene zu einem Thema geworden ist, welches fast immer mit offener Distanz zum Präsidenten zum Ausdruck gebracht wird. An solchen politischen Aussagen sollte man sich als Fan nicht stören, denn diese gehören dazu wie die Musik an sich. Das Set der New Yorker ist dabei dem Publikum recht vertraut, sind es doch vor allem die Klassiker sowie das neuste Album, welche hier ihre Momente bekommen. Der Abend endet nach drei Hardcore Bands verschwitzt und müde, aber wohl jeder Besucher geht mit einem Lächeln nach Hause.

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