Swallow The Sun – Songs From The North I, II & III

“Andere machen daraus drei Alben!“

Artist: Swallow The Sun

Herkunft: Jyväskylä, Finnland

Album: Songs From The North I, II & III

Spiellänge: 153:50 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Metal, Rock, Progressive Death Metal

Release: 13.11.2015

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/swallowthesun/

Bandmitglieder:

Gesang – Mikko Kotamäki
Gitarre – Juha Raivio
Gitarre – Markus Jämsen
Bassgitarre – Matti Honkonen
Keyboard – Aleksi Munter
Schlagzeug – Juuso Raatikainen

Tracklist CD 1:
1. With You Came The Whole Of The World’s Tears
2. 10 Silver Bullets
3. Rooms And Shadows
4. Heartstrings Shattering
5. Silhouettes
6. The Memory Of Light
7. Lost And Catatonic
8. From Happiness To Dust

Tracklist CD 2:
1. The Womb Of Winter
2. The Heart Of A Cold White Land
3. Away
4. Pray For The Winds To Come
5. Songs From The North
6. 66,50´N,28,40´E
7. Autumn Fire
8. Before The Summer Dies

Tracklist CD 3:
1. The Gathering Of Black Moths
2. 7 Hours Late
3. Empires Of Loneliness
4. Abandoned By The Light
5. The Clouds Prepare For Battle

Swallow The Sun - Songs From The North I II & III Cover

In ihrer Heimat stürmen die melodischen Progressive Death Metaler von Swallow The Sun seit dem zweiten Album Ghosts Of Loss permanent in die Charts. Mit fünf Alben in neun Jahren, unzähligen Konzert und Festivalauftritten kann von einer Schaffenspause keine Rede sein. Doch nicht nur im Land der tausend Seen gehen die emotionalen Klänge wie weiche Butter ins Ohr. Auch bei uns in der Bundesrepublik bzw. in ganz Europa stehen die sechs Musiker für vielseitige Musik, die für höchste Präzision, größtes Fingerspitzengefühl und großartige epische Momente steht. Im neusten Album Songs From The North I II & III setzten Mikko Kotamäki ganz neue Maßstäbe, indem das neue Album auf drei Silberlinge gepresst werden musste und auf eine gigantische Spielzeit von über zweieinhalb Stunden kommt.

Durch dieses denkmalverdächtige Mammutwerk wurde das Spektrum von Swallow The Sun noch einmal erweitert und reicht von, platt gesprochen, Rock und Metal bis hin zu atmosphärischem Death Metal, der in tiefe Melodic-, Doom- und Progressiv-Regionen vordringt. Jeder einzelner Part hat da den ganz eigenen Stempel aufgedrückt bekommen. Auf der ersten Platte agieren die Skandinavier in dem Korsett, für das Swallow The Sun stehen. Kriechende Riffs, frostig eindringend mit tiefen Seen und pechschwarzen Höhen, die geniale Kompositionen wie 10 Silver Bullets, The Memory Of Light und Lost And Catatonic offenbaren. Auf CD zwei warten wie bei der Ersten, flexible Gesangspassagen. Einziger sehr gravierender Unterschied ist die Tatsache, dass die acht Tracks akustisch gehalten werden. Ein Sound, der Genrefreunden feuchte Hände beschert und im Prinzip alles das aufgreift, was My Dying Bride in ihren schleppendsten Werken so schön machen. Doch die Finnen jetzt nur auf die Briten zu reduzieren, wäre fatal. Vielmehr fahren sie in ähnliche Fahrwasser, nutzen die Breite ihres Kiels, um einen tiefen Strudel hinter’m Heck herzuziehen. Neben den angesprochenen Musikern von der Insel kommen die andächtigen Parallelen zum neuen Katatonia-Material. The Heart Of A Cold White Land und Pray For The Winds To Come gehen wie alle anderen Stücke unter die Haut. Am besten mal die Augen schließen, entspannt aufs Bett gelegt, während die einzelnen Soundmuster auf die Ohren tröpfeln. The Gathering Of Black Moths beschert einen heftigen Break und rüttelt an den stützenden Mauern des Songs From The North I II & III. Schwer stampfend, Black Metal keifend schreiten Swallow The Sun durch die Schnee bedeckten Wälder. Wie blutrünstige Orks, die hinter den kleinen Hobbits ohne Rast schreiten, zeigen sie ein ganz anderes Gesicht, als wir bislang erleben durften. Doch das ist nicht die einzige böse Grimasse, die neben aggressivem Zähnefletschen abermals schleppendere, durchdringende, akustische Waffen zückt. Mit plus minus zehnminütigen Kompositionen erschlägt Part III den Hörer mit langwierigen Verstrickungen, die langsam sacken gelassen werden müssen. In der Ruhe liegt nach der Interpretation von Swallow The Sun nicht nur die Kraft, sondern auch die Macht.

 

Fazit: Masse ist nicht gleich Klasse. Wenn es eine Band schafft, beides zu kombinieren, wie im Fall der Skandinavier, entsteht daraus ein Werk, das über mehrere Epochen zum Dauerbrenner wird. Von mir gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung für Songs From The North I II & III von Swallow The Sun. Man wird der Produktion zu keinem Zeitpunkt überdrüssig und bekommt sehr viel für sein hart verdientes Geld geboten!

Anspieltipps: Alles
Rene W.
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