Sylosis – Cycle Of Suffering

Genius at work

Artist: Sylosis

Herkunft: Reading, England

Album: Cycle Of Suffering

Spiellänge: 50:59 Minuten

Genre: Progressive Thrash Metal

Release: 07.02.2020

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://facebook.com/Sylosis/

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Josh Middleton
Gitarre – Alex Bailey
Bassgitarre – Conor Marshall
Schlagzeug – Ali Richardson

Tracklist:

  1. Empty Prophets
  2. I Sever
  3. Cycle Of Suffering
  4. Shield
  5. Calcified
  6. Invidia
  7. Idle Hands
  8. Apex Of Disdain
  9. Arms Like A Noose
  10. Devils In Their Eyes
  11. Disintegrate
  12. Abandon

Ich glaube, Sylosis dürfte die Band sein, die mit präzise taktenden Thrash Maschinen und dem Besten des melodischen und gleichzeitig progressiven Modern Metal ganz neue Impulse in der Szene setzen wird. Dass mit Cycle Of Suffering unglaubliche fünf Jahre seit Dormant Heart vergangen sind, mag man kaum glauben, den exzellenten Vorgänger höre ich immer noch in wiederkehrender Regelmäßigkeit. Fronter Josh Middleton begründet die vielleicht nicht ganz unfreiwillige Bandpause folgendermaßen:

“When we went on hiatus, I basically felt like I’d boxed myself in a bit musically,” he explains. “I’d set up so many rules about what we could and couldn’t do musically, I felt I’d ended up making things hard for myself. When I decided to start this up again, I just decided to write whatever I wanted to and not worry about what the idea of Sylosis is. I can just be a bit more free. I’ve had a big shift in my approach towards writing the music for this band. The record was written quite a while ago, so it’s not like I had a few years off and then wrote an album, but I did have a fresh mindset and a new attitude towards writing for Sylosis. I tried not to limit myself as much.”

Im Kurzen: Middleton hatte keine Lust mehr, die alten Wege neu zu begehen. Ein frischer Ansatz musste her. Angesichts des Materials der Vorgänger ist das nur nachzuvollziehen, gehört dieses ungeschönt zum Glanzpunkt modernen Thrash Metals. Eine Wiederholung dessen würde der Band nicht gerecht werden.

Man kann beruhigt sein, die Platte startet bärenstark via Empty Prophets, I Sever und Cycle Of Suffering, bevor mit Shield ein erstes Highlight gesetzt werden kann. Fans wissen angesichts der brutal epischen Melodien, mit denen schwarze Löcher aus der Bahn geworfen werden können, was ich meine: zum Niederknien. Calcified ist etwas getragener und beinahe schon Stangenware, bevor der kryptische Titel Invidia mächtig alten Spirit versprüht, nahezu Aufbruchsstimmung verbreitet, dabei jedoch progressiv Sphären im Kosmos von Sylosis beleuchtet, die außerhalb der Komfortzone der Band liegen und dadurch umso wertvoller nachzuhören sind. Ein absoluter Wahnsinn, was der sich nicht zurückhaltende Fronter hier wegbrutzelt, schlichtweg sensationell. Daran dürfte sicherlich auch Neuzugang Ali Richardson Anteil haben, der der Band mit seinen Fähigkeiten neue Energie gibt:

“It’s a revitalised version of the band! Everything is more focused,” Middleton agrees. “Maybe that’s potentially worrying to some Sylosis fans because we’ve been known to do long-ish songs and cram lots of riffs into them, and I love that too, but this time I was trying to focus in on the best bits. I think maybe my attention span has got worse as I get older, so if the song’s over four minutes long I’m like, ‘Let’s get this wrapped up now!’ But it’s also the first album with Ali [Richardson] on drums. He’s done a great job. He’s brought something new to the band. He’s got a very unique style and a distinctive sound and that’s added to refreshing the sound and mixing things up.”

Nicht weniger stark ist Idle Hands mit flirrenden Gitarrensoli und einem doomigen Ende, von denen man ebenso im Raubtier Apex Of Disdain weggetragen wird. Arms Like A Noose dürfte im bereits experimentierfreudigen Gusto der Band einen vorderen Platz belegen, kann sich mir aber [noch] nicht erschließen, was rein gar nichts bei der Band heißen mag. Im letzten Drittel zieht man sämtliche Register, sei es Devils In Their Eyes mit seinen tollen Lyrics und modernen Strukturen, die Hymne und gleichzeitiger Brecher Disintegrate oder das spannende Abandon, in dem der Albumtitel emotional vertont wird.

 

Sylosis – Cycle Of Suffering
Fazit
Der Vorgänger Dormant Heart war schwer zu toppen, dennoch haben Sylosis dieses Kunststück geschafft. Ich habe starke Hoffnungen in die Band und wünsche mir sehr, dass einfach mehr Leute die Engländer entdecken. Man vereint extremes Können, Härte, Virtuosität, Melodie und das Gefühl für klug strukturierte Songs, deren Geheimnisse sich erst nach mehreren Durchläufen erschließen. Man wühlt sich tief hinein in das Material der Band und fragt sich ungläubig, welcher Stern hier brennt. Einer meiner absoluten Favorites, sagt hinterher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Wer gerne modernen Metal hört, der muss diese Band kennen, hier braut sich etwas zusammen. Vielleicht jetzt schon das beste Album des noch jungen Jahres?

Anspieltipps: Invidia, Shield und Disintegrate 
Dominik B.
10
Leser Bewertung7 Bewertungen
8.7
10
Punkte
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