Tears For Beers: CD-Release auf der St. Patricks Day-Party in der Kieler Räucherei am 16.03.2019

„Tears For Beers: CD-Release auf der St. Patricks Day-Party in der Kieler Räucherei am 16.03.2019“

Eventname: The Last Ship CD-Release Party

Headliner: Tears For Beers

Vorbands: The Inner Tradition, Blind Man’s Buff

Ort: Räucherei, Preetzer Str. 35, 24143 Kiel

Datum: 16.03.2019

Kosten: 17,20 € im VVK

Genre: Speed-Folk, Folk, Folk’n’Blues, Sea Music, Folk-Pop

Besucher: ca. 300

Veranstalter: Räucherei Kiel

Link: https://www.facebook.com/events/1987218091583610/
Homepage: https://tearsforbeers.de/

Setlisten:

1. Pirate Song
2. Slieve Luchran Polkas
3. Dark Hollow
4. Someday & Midnight On The Water & Steuermann
5. Bedlam Boys
6. Hard Times
7. Brenda Stubberts Set
8. I Know You Rider


liegt mir leider nicht vor

1. Fiona
2. The Last Ship
3. Devil Watch Out
4. The Hope Of You
5. Billy O´Shea
6. Found A Home
7. Susanna
8. Dance To Your Daddy
9. Shine My Way Through Life
10. Devil On His Way
11. Children Of Benaris
Zugabe:
12. Rocket Man
13. Sam Hall
14. Hard Times Gone

St. Patricks Day wird überall auf der Welt gefeiert – so natürlich auch in der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt.

Da liegt es natürlich nahe, dass die Küstenbewohner mit ihrer Kultband abfeiern wollen.
Ca. 300 Besucher finden sich schon frühzeitig in der ehemaligen Räucherei ein. Niemand möchte etwas verpassen, jeder ist Teil der heutigen CD-Release Party.
Natürlich gibt es frisches Guinness vom Fass und die Stimmung ist klasse, als sei die Tears For Beers Fanschar eine große Familie. In der Tat trifft man überall Leute, die man schon einmal irgendwo kennengelernt hat.

The Inner Tradition

The Inner Tradition sollen den Abend eröffnen, haben aber auf zwei St. Patricks-Feiern zugesagt. Die einfache Lösung ist, man teilt sich einfach. Andreas Weber und Sören Krusemark treten hier und Thomas Faasch tritt mit Bernd Unstaedt jeweils als Duo in der Hansa 48 auf. Zumindest hier geht die Misere auf. Die beiden wissen nur mit Gitarre beziehungsweise Blues-Harp und Didgeridoo zu begeistern.

 

Blind Man’s Buff

Als Zweites treten Blind Man’s Buff auf. Ihr traditioneller Folk mit maritimem Hintergrund passt zur Stadt, kommt im Allgemeinen an. Ich allerdings freue mich auf den 5. April. Da tritt Andreas Köpke mit seiner zweiten Band The Dogs auf und covert die Musik von Pete Townshend

Nach kurzer Umbaupause ist es um 21:30 Uhr dann so weit.

Tears For Beers stapeln sich auf der Bühne. Acht Leute auf der relativ kleinen Räucherei-Bühne ist eine Herausforderung. Unbeeindruckt dessen legt die Band mit dem neuen Personal los. Die Setlist ist dem CD-Release geschuldet. Es wird ausschließlich die neue CD Last Ship gespielt, die am Merch-Stand exklusiv zu kaufen ist. Speed Fans werden etwas von der CD enttäuscht sein. Drei Songs wurden von der neuen Sängerin Joy Smith geschrieben. Ihr Vater Mark Smith, der auch schon Johannes Oerding u.a. produziert hat, sorgte bei den Aufnahmen für das neue klangliche Outfit. Bei einem Song lässt er sich überreden, sich ans Klavier zu setzen.

Eng auf der Bühne…
Die Neue: Joy Smith mit Klavier

 

 

 

 

 

 

 

Zwei weitere Titel stammen aus der Zeit mit Kai Wingenfelder von Fury In The Slaughterhouse. Auch diese kommen total folk-poppig rüber. Der neue Stil erinnert sehr an The Corrs, die mit ihrem Folk-Pop-Country-Mix international sehr erfolgreich waren.
Das Publikum indes feiert die neuen Songs. Es ist auch nicht das Wacken-Beshirtete wie sonst. Etwas älter und stark frauenlastig. Wussten sie schon vorher, dass Pipi und Metallica nicht gespielt werden?

Mario Wissmann am Schlagzeug
Miri an der Geige

 

 

 

 

 

 

 

Der zweite Neuzugang ist Mario Wissmann am Schlagzeug. Bei vielen Songs wirkt er unterfordert, legt er doch sonst mit Szenario in großen Partylocations richtig los. Darf er da noch schlagzeugend Gitarre spielen, ist er hier ein zuverlässiger Drummer, dem aber auch ein begeisternder minutenlanger Solopart gebührt wird. In meiner langen, sehr langen Fangeschichte bei Tears For Beers bisher einmalig.
Ein wenig leid kann einem Lukas Schnitzler tun. Mit seinem Dudelsack und Flöten sitzt er in der Ecke der Bühne in der dritten Reihe und hat nur wenig Einsatzzeiten. Trotzdem bringt sein Einsatz immer wieder Vielfalt in den Klangteppich. Miriam Leutzinger an der Geige hat etwas gewonnen. Jetzt muss sie sich nicht mehr allein gegen den Männertrupp durchsetzen. Ihr Spiel ist jetzt flüssig und kontinuierlich in das Set eingebunden.

Jonas Linde
Stephan Gerdau und Bert Ritscher

Etwas verloren hat Jonas Linde. Sind seine Parts an der Mandoline noch in etwa gleich, fehlt ihm das Tempo beim Gitarrenspiel. Seine starken Auftritte bei den schnellen Titeln fehlen mir, genau wie die schnellen Titel selbst. Auf normalen Konzerten wird es sie wohl wieder geben, hat man mir versprochen. Hauptaugenmerk bei den Proben sei halt die jetzige CD-Setliste gewesen, sagt Leader Lars Jensen. Für ihn geht es jetzt entspannter zu. Neben den drei Titeln von Joy hat sie auch bei anderen Songs den Gesang übernommen. Da sein historisches, fünfsaitiges Banjo für Konzerte nicht mehr eingesetzt werden kann, spielt er die Parts jetzt auf einem 1936er Stahl-Banjo. Allerdings nur viersaitig. Seine Bouzouki indes bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten. Ein Instrument, das er noch schlafend mit drei Promille beherrschen würde. Bleiben noch Stephan Gerdau am Bass und Bert Ritscher am Akkordeon zu nennen. Die beiden alten Hasen standen noch nie im Vordergrund und wollen es auch gar nicht. Ihr Arrangement hat sich nicht verändert. Ganz unaufgeregt stehen sie hinter der Band und geben dem Sound den Takt, die Konstanz und die Tiefe, die er braucht.

Licht und Leute: Die Räucherei
Der „alte“ Kern mit neuem „alten“ Instrument

 

 

 

 

 

 

 

Nach den elf CD-Songs ist eigentlich Schluss. Da man in der Räucherei nicht so einfach von der Bühne gehen kann, soll sich das Publikum einen virtuellen roten Samtvorhang wie in der Carnegie Hall einfach denken. Lars bedient als Entertainer das Publikum, die Band darf eine kurze Pause genießen.

Als Zugabenblock gibt es dann doch noch „altes Zeug“. Zwar nicht die ganz großen Brüller, aber immerhin. Prompt melden sich dann auch lautstark singend die paar Herren mit den WOA-Shirts. Zu mehr als das Rocket Man Cover der alten englischen Lady Elton John, dem englischen traditionellem Folksong Sam Hall sowie Hard Times Are Gone aus der Baltic Sea Child Ära langt es dann aber nicht mehr.

Nur zögerlich verlassen die Zuschauer den Saal in den norddeutschen Sturm. Am Merch-Stand wechseln die CDs den Besitzer. Die Band sowie die Hamburger Künstlerin Bente Wolke finden sich ein und signieren, was ihnen hingehalten wird. Bente hat als Coverdesignerin mehr mit Postern, die Band hat es mehr mit den neuen CDs zu tun.

Autor, Fotograf, Merchmann und Obernörgler

Fazit: Eine frisch klingende CD, eine spielfreudige Band, gutes Licht, freundliches Personal, ein zufriedenes Publikum, ein entspannter Veranstalter. Der einzig Nörgelnde war der Typ am Merch-Stand, also ich….

 

 

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