The Darkness – Easter Is Cancelled Tour 2020 am 20.02.2020 in der Markthalle, Hamburg

Hardrock Konzert im beliebtesten Club des Landes

Eventname: The Darkness – Easter Is Cancelled Tour 2020

Headliner: The Darkness

Vorband: DZ Deathrays

Ort: Markthalle, Hamburg

Datum: 20.02.2020

Kosten: ab 41,95 € VVK, 43,00 € AK

Genre: Hardrock, Rock, Indie Rock, Post Punk

Besucher: ca. 950 Besucher

Veranstalter: Live Nation GmbH (https://www.livenation.de/)

Links: http://dzdeathrays.com/new/ca.php
http://www.thedarknesslive.com/
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https://de-de.facebook.com/dzdeathrays/
https://markthalle-hamburg.de/

Setlisten:

DZ Deathrays:

  1. Witchcraft, Pt. II
  2. IN-TO-IT
  3. Reflective Skull
  4. Like People
  5. Gina Works At Hearts
  6. Shred For Summer
  7. Ocean Exploder

The Darkness:

  1. Rock And Roll Deserves To Die
  2. How Can I Lose Your Love
  3. Live ‚Till I Die
  4. Heart Explodes
  5. Deck Chair
  6. Easter Is Cancelled
  7. Heavy Metal Lover
  8. In Another Life
  9. Choke On It
  10. We Are The Guitar Men
  11. One Way Ticket
  12. Barbarian
  13. Growing On Me
  14. Japanese Prisoner Of Love
  15. Love Is Only A Feeling
  16. Solid Gold
  17. Givin‘ Up
  18. Street Spirit (Radiohead Cover)
  19. Get Your Hands Off My Woman

Zugabe:

  1. Black Shuck
  2. I Believe In A Thing Called Love

Donnerstagabend und es geht mal wieder in die schöne Markthalle, unweit des Hamburger Hauptbahnhofs. Die Markthalle erhielt letzte Woche von der Deaf Forever eine ganz besondere Auszeichnung. Im Jahr 2019 war die Markthalle der beliebteste Club des Landes. Dieses Voting kann ich voll und ganz nachvollziehen. Bei der Markthalle stimmt bezüglich Ablauf und Kommunikation alles, ebenso ist der Sound gut und die Sicht auf die Bühne von jedem Platz gewährleistetet durch den Amphitheater Stil. Von meiner Seite bleibt da nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch und weiter so.

Pünktlich um 20 Uhr steht der Opener auf der Bühne. DZ Deathrays dürften hierzulande nahezu unbekannt sein. Das Trio kommt aus Brisbane (Australien) und spielt einen Mix aus Dance Punk bis Indie Rock. Vier Full Length Records haben die drei Herren auf den Markt geworfen. Das aktuelle Album heißt Positive Rising Part 1 und erschien im August des letzten Jahres. Los geht es mit Witchcraft Pt.II vom 2018er Werk Bloody Lovely, bevor es mit In-To-It zum aktuellen Longplayer geht. Die Markthalle füllt sich noch während der Show und der runde Rock Mix sorgt nicht für sehr große Euphorie unter den Besuchern. Sieben Songs, eine gute halbe Stunde Spielzeit, dann müssen die Australier bereits wieder Platz für den Umbau machen.

The Darkness meldeten sich 2012 nach sieben Jahren Pause mit dem Comeback-Album Hot Cakes zurück und avancierten umgehend wieder zu einer der bedeutendsten Hardrock Formation Großbritanniens – wie sich auch an den beiden folgenden Alben Last Of Our Kind (2015) und Pinewood Smile (2017) zeigte, die umgehend weltweit hoch in die Charts stiegen. Im Herbst 2019 erschien mit Easter Is Cancelled der aktuelle Longplayer.

Aufstieg, Fall und Rückkehr von The Darkness haben alle Zutaten einer klassischen Rockoper: Eine unzeitgemäße Hardrock Band aus Lowestoft findet ihren Weg in die Pubs von Camden und erlangt über Mundpropaganda eine so große Fangemeinde, dass sie auch ohne Plattenvertrag ganze Theater füllt. Über Nacht werden sie zu Stars, verkaufen ihr Debütalbum Permission To Land drei Millionen Mal, gewinnen drei BRIT Awards 2004 und werden zu einer der größten Bands des Moments. Es folgt der von Kontroversen begleitete Rauswurf ihres Bassisten während der Aufnahmen zum zweiten, ebenfalls mit Platin ausgezeichneten 2005er Album One Way Ticket to Hell… And Back. Und man erlebt einen Sänger, der sich in seinem neuen Ruhm nicht zurechtfindet, aussteigt und mit seinem Bruder bricht, mit dem er einst The Darkness gründete.

Die nächsten Jahre verbrachten die Mitglieder mit diversen Bandneugründungen, die jedoch die große Magie, die The Darkness stets ausgezeichnet hatte, vermissen ließen. Die Versöhnung zwischen Justin Hawkins und seinem Bruder Dan führte 2010 zur Wende. Mit den Urmitgliedern, Bassist Frankie Poullain und Drummer Ed Graham, gingen The Darkness 2011 ins Studio und entdeckten ihre intensive, gemeinsame Chemie erneut. Ed Graham verließ 2014 die Band und wurde durch Rufus Taylor (Sohn des Queen Drummers Roger Taylor) ersetzt.

So sind The Darkness heute in Hamburg. Gegen 21 Uhr geht das Licht aus und das Quartett entert die Bühne unter großem Jubel des Publikums. Ganz in weiß präsentieren sich die Herren und starten mit dem ersten Track Rock And Roll Deserves To Die des aktuellen Werks Easter Is Cancelled. Nach How Can I Lose Your Love gibt es eine Ansage von Justin zur Begrüßung des Publikums und dem Ablauf der Show, welche sich im ersten Teil ausschließlich mit dem aktuellen Album beschäftigt. Im zweiten Teil gibt es ein Best of The Darkness. So folgen Live ‚Till I Die, Heart Explodes und Deck Chair analog zum 2019er Werk. Justin zeigt sich immer wieder als gut aufgelegter Entertainer, der Dinge aus dem Publikum aufnimmt und kommentiert. Dazu fliegen immer wieder Plektren und anderes Kleinmaterial ins Publikum. Die Stimmung ist gut, es ist allerdings ein anderes Publikum, als bei einem normalen Metal oder Rock Konzert. Irgendwo auch ein Mix zwischen Mainstream im gesetzten Alter und ein eher geringerer Anteil an Metalheads. Beim letzten Song des ersten Teils We Are The Guitar Men zeigen die Band bzw. Sänger Justin musikalische Qualitäten mit Akustikgitarre und Gesang. Es gibt eine Art Minipause und nun sieht das Ganze auch wie eine Rock Band aus und nicht wie eine Boy Group. Dan nun mit Lederjacke, Frankie etwas mehr im Glamour Outfit, jedoch Justin stellt alles in den Schatten und wirkt auf mich eher wie ein Teenie Star in seinem roten Glitzer-Einteiler. Hier muss dann wohl Klischee bedient werden. Mit One Way Ticket (One Way Ticket To Hell …And Back, 2005) und Barbarian (Last Of Our Kind, 2015) startet das Quartett die Best Of Zeitreise. Die beste Stimmung kommt natürlich bei Givin‘ Up, Growing On Me oder Love Is Only A Feeling vom 2003er Topseller Permission To Land auf. Get Your Hands Off My Woman beschließt den zweiten Teil des Konzerts. Ein Song fehlt noch – das ist natürlich der bekannteste Track überhaupt. Als Zugabe gibt es I Believe In A Thing Called Love und das Publikum singt nochmals gemeinsam mit der Band. Nach ca. 90 Minuten verlassen die vier Engländer die Bühne unter großem Applaus der anwesenden Zuschauer.

Fazit: Bei Preisen von mehr als 40 € bei einer gut 90 Minuten Show ist der Mainstream schon stark mit The Darkness unterwegs. Es sind gute Musiker, aber irgendwo auch ein Mittelding zwischen Boy Group, Glamour Band und Brit Rock à la Oasis. Justin ist der Dreh- und Angelpunkt der Truppe. Wer eine Metalband erwartet, sollte The Darkness sicher nicht besuchen. Soliden Rock mit einer gehörigen Portion Glamour gibt es zu hören und zu sehen.

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