Bands: The Devil And The Almighty Blues, El Perro
Ort: Colos-Saal, Roßmarkt 19, Aschaffenburg
Datum: 31.07.2024
Kosten: 28,50 € VVK, 30 € AK
Genre: Stoner Blues, Psychedelic Rock, Funk, Latin Rock
Besucher: ca. 150 Besucher
Veranstalter: Colos-Saal
Link: https://www.facebook.com/events
Heute mal wieder eine Premiere für mich, denn zusammen mit dem Kollegen Ansgar fahre ich gen Aschaffenburg, um mir The Devil And The Almighty Blues und El Perro anzuschauen. Dabei sind für mich die Stadt und die Eventlocation Premiere. Die Bands sind für mich allerdings „Altbekannte“. Da mich Noisolution Chef Arne, der die Promotion für The Devil And The Almigty Blues macht, eingeladen hat, habe ich zunächst überhaupt nicht mitbekommen, dass El Perro auch dabei sind. Umso erfreuter bin ich natürlich, nachdem ich es erfahren habe.
Da wir noch keine Erfahrungswerte haben, wie lange man nach Aschaffenburg fährt und wie gut die Location zu erreichen ist, fahren wir einige Stunden vorher los und kommen gut durch. Etwas Feierabendverkehr um Frankfurt herum, allerdings lassen sich die 150 Kilometer gut fahren. In Aschaffenburg zunächst etwas herumgegurkt, dann allerdings ein Parkhaus in der Nähe (ca. 300 Meter) gefunden. Andere Parkplätze zu bekommen, würde ich mal als chancenlos einstufen. Da wir noch genügend Zeit haben, gehen wir noch etwas essen und ein wenig die Stadt anschauen.
Rechtzeitig sind wir im Colos-Saal. Die Eventlocation liegt mitten in der Stadt und macht einen tollen Eindruck. Da noch etwas Zeit bis zum Gig von El Perro ist, schauen wir uns noch was um und unterhalten uns mit Volker Fröhmer vom Freak Valley Festival, der uns natürlich als „liebe Freunde“ begrüßt 🙂 . Dass er vor Ort ist, wusste ich schon vorher. Nach den Videos mit den Programmankündigungen (toll gemacht!) sind El Perro schnell auf der Bühne.

Pic by Big Simonski
El Perro ist ein Projekt um Gitarrist und Sänger Parker Griggs (Radio Moscow). Unter den genialen Musikern der Truppe befindet sich auch Gitarrist Dorian Sorriaux. Der dürfte vielen noch von seiner Zeit bei den Blues Pills bekannt sein. Die Band habe ich das erste Mal auf dem Freak Valley Festival 2023 gesehen und war dort direkt von der Mucke begeistert. Die Kombination aus Psychedelic und Funk Rock mit Latin Rock und Soul funktioniert hervorragend und geht voll ins Blut und in die Beine. Musik, die mich direkt abholt. Die Besetzung der Band hat in den letzten Jahren stark gewechselt. Neben den beiden Gitarristen Parker Griggs und Dorian Sorriaux kommt mir nur noch der Bassist bekannt vor. Drummer und Percussionist sind also neu dabei. Mit Mouth, dem Opener ihres Albums Hair Of, beginnt eine Wahnsinnsshow heute Abend. Das Quintett ist super drauf und hält die Fans vom ersten Takt an in ihrem Bann. Ich glaube, beim Freak Valley habe ich noch zu jemandem am Bierstand gesagt: „Garage Rock mit Santana Mucke“. Allerdings erinnern einige Gitarrenpassagen auch an Hendrix. Egal, wie man es nennt, auf jeden Fall Musik, die man nicht so oft von anderen Bands hört. Die Rhythmen laden zum Tanzen ein. Weitere Songs des Albums stehen auf der Setliste, wie zum Beispiel das direkt folgende Harm. Also, El Perro Take Me Away. Eine Stunde glänzende Unterhaltung, bei der alle Musiker glänzen dürfen. Sei es die einzelnen Musiker der Rhythmusfraktion, oder auch die beiden (Super) Gitarristen, die sich einige Male regelrecht duellieren. Während man den Gitarristen, dem Schlagzeuger und dem Percussionisten den Spaß in Bewegung und Lächeln im Gesicht ansieht, schaut es beim Bassisten doch etwas anders aus. Der steht zumeist stoisch und mit ernster Miene auf der Bühne. Allerdings trägt er mit seinem Saitenspiel zum Spaß der anderen bei. Die Show endet bzw. gipfelt im letzten Song Black Days. Wow, das war sehr geil.

Pic by Big Simonski
Während der Umbauphase das Erlebte erst einmal verarbeiten, denn das war schweißtreibend und atemberaubend. Den nun folgenden Gig von The Devil And The Almighty Blues möchte ich dann mit Monty Pythons „And now for something completely different“ ankündigen. Haben wir eben noch mit El Perro abgehoben, werden wir nun von den Norwegern The Devil And The Almighty Blues mit ihrem Stoner Blues regelrecht geerdet.
Über 12 Minuten lang ist der Opener Salt The Earth. Die Gitarre eröffnet den Song bedächtig mit ein paar Riffs, bevor die anderen Instrumente einsetzen und etwas Druck aufgebaut wird. Nach ca. drei Minuten setzt Sänger Arnt O. Andersen mit seinem Gesang ein. Der Song gewinnt mehr an Fahrt und kommt zu einem Höhepunkt. Dann gibt es einen Break. Die Gitarre spielt zerbrechlich weiter – es dauert, bis die anderen Instrumente erneut dazukommen. Sie eilen praktisch zur Hilfe und es wird wieder Fahrt aufgenommen, dies sogar mit einer Vehemenz. Solch ein Song mag zwar nicht radiotauglich sein, umso mehr holt er einen live ab und wir sind hier im Colos-Saal richtig bluesig geerdet.

Pic by Big Simonski
Die Norweger The Devil And The Mighty Blues rocken hier äußerst cool die Bude. Die Band besticht durch ihre raue und rohe Art. Songs, die sich schwer und langsam entwickeln. Heavy ohne Metal und langsam und bedächtig, ohne Doom zu sein. Dazwischen liegt die Musik der Band. Doomiger Heavy Stoner Blues Rock. Die Songs haben genügend Zeit, um sich zu entwickeln. Sänger Arnt Olaf Andersen ist dabei in einem priesterartigen Gewand zu sehen. Er hat irgendwie etwas Kultiges, fast okkulthaftes, wenn er den Gesang zelebriert. Er ist übrigens nur vorne am Mikro, wenn er singt, ansonsten geht er nach hinten, wippt mit der Musik in den instrumentellen Phasen mit und trinkt das eine oder andere Bier! So habe ich The Devil And The Almighty Blues bereits auf dem Desertfest Berlin und im Schlachthof in Wiesbaden gesehen. Allerdings ist es immer etwas ganz Besonderes, solche Songs wie These Are Old Hands, Time Ruins Everything, oder Tired Old Dog zu erleben.
Bassist Kim Skaug blickt, wie gewohnt, mächtig böse drein. Kim Skaug scheint wohl The Devil zu sein und die anderen Musiker The Almighty Blues. Gitarrist Torgeir Waldemar kreist einsam wie ein Lone Cowboy seine Gitarrenrunden. Ich sage bewusst, Lone Cowboy, denn er sieht mit seinem Cowboyhut und den Klamotten echt wie ein Americana / Country-Musiker aus. Und ja, das macht er solo natürlich auch. Im September folgt dann das neue Album Merci von Gitarrist Torgeir Waldemar. Der zweite Gitarrist (Martin heißt er, das hat er mir nach dem Gig verraten) heute ist mir echt unbekannt, ich habe allerdings vorher schon gehört, dass Originalgitarrist Petter Svee bei der aktuellen Tour nicht dabei ist. Dieser wird allerdings würdig vertreten.

Pic by Big Simonski
Das Set der fünf Norweger zieht sich mit erdrückenden Riffs und einprägsamem Gesang über 1 ½ Stunden wohltuend quälend dahin. Ich sage bewusst wohltuend, denn ich könnte den Jungs noch weiter zuhören.
Anschließend noch ein paar Selfies mit den El Perro und The Devil And The Almighty Blues Musikern gemacht. Mit Torgeir Waldemar unterhalte ich mich noch etwas länger und sage ihm, dass ich ein Review zu seinem Soloalbum Merci machen werde. Das findet er cool und hofft, dass es mir gefällt. Ja, es gefällt mir sehr gut, allerdings muss ich auch hier das Zitat von Monty Pathons: „And now for something completely different“ anfügen. Er wird nächstes Jahr eine kleine Solotour machen und ich bin herzlich eingeladen. Da freue ich mich jetzt schon drauf!
Der heutige Abend im Colos-Saal wird nicht der letzte Konzertabend für mich in Aschaffenburg gewesen sein. Da wird es demnächst mehr geben!
Weitere Fotogalerien:
El Perro
The Devil And The Almighty Blues

















