The Great European Summer Collapse Tour 2017 – Fit For An Autopsy und Support am 09.08.2017 im Kulttempel, Oberhausen

“The Great European Summer Collapse Tour 2017 – Fit For An Autopsy und Support am 09.08.2017 im Kulttempel, Oberhausen“

 

Eventname: The Great European Summer Collapse Tour 2017

Headliner: Fit For An Autopsy

Vorbands: In Crowns, Alibi For A Murder, Call Of Charon

Ort:
Kulttempel, Oberhausen

Datum: 09.08.2017

Kosten: 12,00€ VK, 15,00€ AK

Genre: Deathcore, Metalcore, Hardcore, Technical Deathcore, Mathcore

Besucher: ca. 50 (in Worten: fünfzig!!) Besucher

Veranstalter: Positive Records (https://www.facebook.com/positiverecords.DE)

Link: https://www.facebook.com/events/419238948453109/

Setlisten:

  1. WEBDAW
  2. The Philanthropist
  3. X and O’s
  4. The Dependent
  5. Imposture
  6. The Absolute
  7. Inner Conflict

  1. Wrath Of Eden
  2. Anhuman Doctrine
  3. Writers Of The Apocalypse
  4. Distortion Mirror Twin
  5. The Everflowing Chalice
  6. Devolution

  1. Intro
  2. These Shining Stars
  3. In Dying Days (Cover von As Blood Runs Black)
  4. Neuer Song, noch ohne Namen
  5. Salvation Bullet
  6. Days In Desperation

  1. Saltwound
  2. Do You See Him
  3. Hydra
  4. Heads Will Hang
  5. Iron Moon
  6. Black Mammoth
  7. The Jackal
  8. Empty Still
  9. Absolute Hope Absolute Hell

 

Nach dem grandiosen neuen Album von Fit For An Autopsy habe ich mich natürlich schon auf die dazugehörige Supporttour gefreut. Dass die Männer dann auch noch wieder in den Kulttempel kommen, wo ich sie schon als Support für Fallujah erleben durfte, ist noch ein weiterer Pluspunkt, denn ich mag diese Location sehr. Also am frühen Abend auf nach Oberhausen. Am Kulttempel komme ich dann pünktlich zum Einlass an, erstaunlicherweise sind neben den Jungs von Call Of Charon und Alibi For A Murder aber nur wenige Menschen vor der Tür anzutreffen. Na ja, geht ja erst in 45 Minuten los, also rein in den Laden.

Leider hat sich an der Besucherzahl auch nicht viel geändert, als In Crowns aus Düsseldorf dann auf die Bühne kommen. Man sieht Fronter Ahmet und seinen Mitstreitern schon an, dass sie sich natürlich mehr Zuschauer als die ungefähr zehn Anwesenden gewünscht hätten, aber da müssen sie jetzt durch. Ahmet zeigt dann auch so etwas wie Galgenhumor, als er uns alle auffordert, doch ein wenig mehr nach vorne zu kommen, damit nicht so viel Platz vor der Bühne ist. Trotzdem spielen In Crowns natürlich, als ob die Hütte voll wäre, und Ahmet weist auch gern darauf hin, dass man am 11.08. noch beim Olgas-Rock Festival zu sehen ist. Die wenigen Anwesenden können In Crowns jedenfalls mit ihren metalcore-lastigen Songs wie The Philanthropist oder Imposture für sich gewinnen, mein „like“ auf Facebook hatten sie schon vorher 🙂

In Crowns @ The Great Collapse Tour 2017 08 09

Bei der zweiten Band des Abends, Alibi For A Murder aus Warendorf, haben sich dann tatsächlich noch ein paar mehr Leute im Kulttempel eingefunden, aber es ist immer noch eine unsägliche Leere, auf die Fronter Damian und seine Jungs da blicken. Damian kippt sich erst mal einen Schuss Wasser über den Kopf, was mich in Anbetracht seiner Matte und der Ahnung, was da kommen könnte, erst mal einen Schritt zurücktreten lässt 😀 Jetzt wird es sehr technisch, sehr krass und noch ein Stück lauter, als bei In Crowns. Was Alibi For A Murder da auf der Bühne abziehen, entlockt mir zum einen mächtige Bewunderung für das hohe spieltechnische Niveau, auf dem sich die Instrumentalfraktion bewegt, zum anderen auch für das sportliche Programm, das Damian während der Show absolviert, und zum dritten brennt sich auch ein riesiges Fragezeichen in mein Hirn, denn ich kriege es ums Verrecken nicht eingeordnet. Chaotischer, niemals stagnierender, höchst energiegeladener, technisch absolut versierter Death-/Mathcore ist die Heimat von Alibi For A Murder. Und dann schaffen sie es tatsächlich, mitten im Song so ganz ruhig zu werden und mal kurz ein paar jazzige Akkorde einzustreuen, das verwirrt mich dann komplett! 😀 Im August 2016 haben die Jungs ihr Album Pieces veröffentlicht, mit dem sie heute die Setliste bestückt haben. Wenn Ihr das, was die Jungs von Alibi For A Murder da „verbrochen“ haben, zumindest mal hören wollt, empfehle ich einen Besuch auf der Bandcamp-Seite.

Alibi For A Murder @ The Great Collapse Tour 2017 08 09

Wir nähern uns dem Headliner des heutigen Abends, aber vorher dürfen noch Call Of Charon aus Duisburg ran. Das Besetzungskarussell hat sich mal wieder gedreht, neu an der Gitarre ist Tobi, den man auch von Death Comes In Waves kennt. Auch die Position am Schlagzeug ist neu besetzt, aber der eigentliche Drummer kann heute leider nicht hinter dem Drumkit sitzen. Für ihn ist Carlos von der Band Beginning eingesprungen. Der hat sich tatsächlich die komplette Setlist in nur zwei Probesessions mit der Band ins Hirn geprügelt und liefert heute ein astreines Spiel. Auch Fronter Patrick macht heute aus der Not eine Tugend und fordert die wenigen Anwesenden auf, doch ein wenig näher an die Bühne zu kommen, damit er auch mal sieht, wen er da so vor sich hat. Trotz der begrenzten Spielzeit, die auch Call Of Charon heute natürlich haben, findet Patrick immer mal wieder die Zeit, zwischen den Songs einige Sätze einzustreuen. So hat man heute neben eigenen Songs auch ein Cover mit im Gepäck, und zwar den Track In Dying Days, der im Original auf dem 2006er Album Allegiance von As Blood Runs Black zu finden ist. Und trotz der wieder mal neuen Besetzung wird auch fleißig an neuen Songs geschrieben. Einen davon, der allerdings noch nicht einmal einen Arbeitstitel hat, kriegen wir heute auf die Ohren, und man merkt auch diesem Track an, dass die Jungs auch nach so vielen Jahren, die es Call Of Charon schon gibt, nichts an Kreativität eingebüßt haben. Dass bei diesem wieder mal sehr energiegeladenen Auftritt dann auch noch die Hose von Patrick und eine Gitarrensaite von Arthur reisst, tut dem Ganzen keinen Abbruch und sorgt auch für einige Lacher. Sehr schön, immer wieder erleben zu dürfen, wie lebendig es im „Underground“ zugeht! 😀

Call Of Charon @ The Great Collapse Tour 2017 08 09

Aus dem Underground-Status sind Fit For An Autopsy natürlich schon längst raus, aber auch sie müssen heute die Erfahrung machen, dass nicht an allen Orten die Konzerte gut besucht sind. Ob sie es in den letzten Jahren schon erleben mussten, vor nur ungefähr 50 Leuten zu spielen, weiss ich nicht, aber natürlich sind Fronter Joe und seine Männer mittlerweile Profis genug, sich nichts anmerken zu lassen und sich auch bei dieser Show den A… aufzureißen. Die Setliste besteht heute natürlich hauptsächlich aus Songs vom neuen Album The Great Collapse, das bei uns ja nur knapp an der Höchstnote vorbeigeschrammt ist. Los geht es aber mit einer Reise zurück in die Vergangenheit, mit Saltwound vom 2015er Album Absolute Hope Absolute Hell und Do You See Him vom 2013er Album Hellbound starten die Amerikaner ihre Show und zeigen gleich mal, dass sie zur absoluten Speerspitze des Deathcore gehören. Großartig Bewegung gibt es auf der Bühne eigentlich nicht, nur Joe wechselt ab und zu mal den Platz. Aber bei Fit For An Autopsy darf man gern etwas genauer hinschauen und der Instrumentalfraktion dabei zusehen, wie die Finger über die Saiten flitzen bzw. wie Josean die Trommelfelle verprügelt. Eingerahmt von diesen vier Männern kann sich Joe stimmlich austoben und zeigen, dass er es natürlich auch live absolut draufhat. Auch er vergisst dabei aber nicht, immer wieder den Kontakt zu den Anwesenden aufzunehmen und kriegt auf seine Frage, wer denn vor einigen Tagen die Show von Fit For An Autopsy beim W:O:A miterlebt hat – da waren definitiv mehr Zuschauer – tatsächlich einige aufzeigende Finger. Auch das Album The Great Collapse rotiert natürlich bei vielen der Anwesenden, inklusive meiner Wenigkeit, schon länger im CD-Player. So erweisen sich dann auch viele als absolut textsicher, und zum ersten Mal an diesem Abend halten sich auch einige nicht mehr zurück, der Pit ist eröffnet. Das treibt dann nicht nur Joe ein Grinsen ins Gesicht, auch wenn die Themen, mit denen sich Songs wie Heads Will Hang oder Black Mammoth beschäftigen, doch eher ernster Natur sind. Aber man kann seine Kritik an besonderen Umständen oder seine Meinung zu bestimmten Ereignissen ja auch so grandios musikalisch verpacken, wie Fit For An Autopsy das tun. Und so vergeht auch diese Show wieder mal viel zu schnell. Besonders bemerkenswert finde ich die Ansage von Joe zum Ende hin, dass wir doch bitte nach der Show alle noch zum Merchstand kommen und Sachen von den heutigen Supportbands kaufen sollen. Ihm ist es sehr wichtig, den „Underground“ zu unterstützen, denn alle Bands und natürlich auch Fit For An Autopsy haben dort mal angefangen und wären heute nicht auf dem Level, auf dem sie sind, wenn sie nicht den Support der Fans gehabt hätten. Dafür von mir natürlich ein ganz dickes „like“, damit hat er mir so aus der Seele und aus dem Herzen gesprochen, dass ich mich innerlich ganz tief verneigt habe. Nach dem Titeltrack des 2015er Albums Absolute Hope Absolute Hell ist dann aber leider endgültig Feierabend, und wie Fannähe geht, zeigt insbesondere Joe, der schon wenige Minuten später am Merchandisestand zu finden ist, wo er sich gern noch auf Gespräche mit den Fans einlässt.

Fit For An Autopsy @ The Great Collapse Tour 2017 08 09

Wie schon mehrmals geschrieben, haben heute tatsächlich nur ungefähr fünfzig Besucher den Weg in den Kulttempel gefunden. Da ich ja eigentlich fast nur auf Konzerten von kleineren und lokalen Bands unterwegs bin, sind solche Besucherzahlen für mich nichts Ungewöhnliches. Dass aber noch nicht einmal eine Band wie Fit For An Autopsy mehr Besucher ziehen kann, hat mich doch sehr überrascht. Natürlich ist gerade Ferienzeit in Deutschland, und natürlich hat das Konzert mitten in der Woche stattgefunden, aber speziell Fit For An Autopsy hätten echt was Anderes verdient gehabt. Auch den lokalen Bands, und zwar sowohl denen, die heute auf der Bühne standen, als auch den vielen anderen, die sich überall tummeln, würde ich für die Zukunft wünschen, dass sich mal mehr Leute aufraffen und den Weg in die kleinen Locations finden. Sowohl die Bands als auch die Veranstalter reissen sich wirklich regelmäßig den A… auf, um mal zu zeigen, was musikalisch so alles möglich ist, und bei den absolut moderaten Eintrittspreisen von teilweise wirklich fünf Euro für vier Bands ist doch auch noch das eine oder andere Kaltgetränk drin. Geht hin, trefft nette Leute, sprecht auch mit den Bands, die freuen sich über jedes nette Wort und nehmen auch Kritik, wenn sie denn wirklich mal nötig ist, immer mit einem offenen Ohr auf.

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