Time For Metal Zeitreise – Scorpions– Crazy World (1990)

Klassiker von damals neu gehört - mit René W. und Andreas B.

In dieser Kolumne plaudern Redakteur Andreas B. und Chefredakteur René W. zweimal im Monat über einen Klassiker der Metal- und Hardrock-Geschichte. Der Fokus liegt dabei nicht auf Bands aus der zweiten Reihe oder auf vergessenen Underground-Perlen.

Die Time For Metal Zeitreise ist die Bühne für die einflussreichen und großen Bands unserer Szene. Hier wird über deren Alben gefachsimpelt, sich erinnert, diskutiert und manchmal auch gestritten. Von Fans für Fans.

Lehnt euch gemütlich zurück und erinnert euch mit uns an die alten Zeiten und die großen Momente, die uns alle so sehr geprägt haben.

Heute: Scorpions Crazy World aus dem Jahr 1990.

Andreas B.:
Ein sommerliches Moin! aus dem hohen Norden.
Letztes Mal hatten wir mit Doro und ihrer damaligen Kapelle Warlock schon ein Stück deutscher Metalgeschichte auf dem Seziertisch. Gemessen an euren Reaktionen lagen wir da wohl goldrichtig; also lasst uns doch gleich hier bleiben und einen weiteren Klassiker aus heimischer Feder besprechen. Dabei sind die Scorpions ja irgendwie der wichtigste und internationalste deutsche Hardrock-Export aller Zeiten.

Vor zwei Jahren habe ich mir mit meiner Freundin einen unserer Jugendträume erfüllt: Die Band endlich mal live zu erleben. Irgendwie hatte sich das bei uns beiden in den ganzen Jahrzehnten vorher nie ergeben.

Gesagt getan, und so standen wir in Bonn am Rheinufer vor der Open-Air-Bühne, um die Hannoveraner wirklich zum ersten Mal überhaupt live zu sehen. Dass wir beide mit unseren langen Haaren und Metalkutten völlig aus dem Rahmen fielen, hätten wir nun auch nicht gedacht. Der Großteil des Publikums hätte auch frisch vom SPD-Parteitag kommen können. Oder zumindest direkt vom Theaterbesuch auf die Wiese. Handtäschchen, Sakkos und helle Cargohosen. Die völlig glattgebügelte Vorband The New Roses war ebenfalls nicht ganz unschuldig daran, dass wir sehr schnell Stammgäste am Bierstand waren. Manchmal muss man sich Situationen eben schön – oder, wie in diesem Fall – erträglich trinken. Ein kurzes Déjà-vu zur Manowar-Zeitreise.

Die Scorps waren an diesem Abend viel zu leise (Deutschland, deine Auflagen.. 🙄), haben aber natürlich alle Hits gespielt. Und Wind Of Change. Schon komisch, dass die erfolgreichste Single der Band an diesem Abend den größten Fluchtreflex – Parole „Bierstand“ – auslöst. Ich muss zudem jedes Mal an diesen Otto-Film denken, wenn ich Klaus Meine pfeifen höre… Aber dazu später mehr.

Nichtsdestotrotz wollen wir uns heute einmal das dazu gehörende Album Crazy World vornehmen. Auch wenn ich persönlich die Love At First Sting unangefochten an Nummer eins sehe, dicht gefolgt von der Blackout. Anyways 😉. 1990 wurde also Crazy World veröffentlicht und ich habe die LP damals von meinem Dad als Nikolausgeschenk bekommen. Danke, Papa ❤. Zarte dreizehn Jahre alt war ich zu diesem Zeitpunkt und eines der glücklichsten Kids der ganzen Straße.

Die Jahre davor habe ich mir vor allem mit dem Jahrhundert-Livealbum World Wide Live von 1985 erträglich gehört. Die Platte befindet sich, zumindest für mich, von der Relevanz her auf einer Ebene mit Maidens Live After Death oder Motörheads No Sleep ‚Til Hammersmith. Die Niedersachsen waren 1984/85 auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Karriere. Man muss sich nur einmal die Titelliste der Platte ansehen. Auch das gleichnamige Livevideo (hatte ich noch auf VHS) spricht Bände und führt schnell vor Augen, wieso die Scorpions damals so wegweisend und wichtig für unsere Musik und Szene waren.

Reisen wir also nun ein paar Jahre vor ins Jahr 1990. Der letzte Output Savage Amusement aus dem Jahr 1988 war sicherlich nicht schlecht – aber auch weit davon entfernt, ein Klassiker zu sein. Zu viel Classic Rock, zu wenig Biss und etwas uninspiriert. We Let It Rock… You Let it Roll und Love On The Run natürlich ausgenommen. Trotzdem war offensichtlich, dass eine kleine Auffrischung dringend nötig war. Und die kam dann auch in Form der ersten Singleauskopplung Tease Me, Please Me auf die heimischen Bildschirme gesleazed:

Die Gitarren schneiden wieder metallastig durch den Vorgarten, dazu etwas ZZ Top, etwas Boogie… geiler Scheiß. Deutlich rockiger und rotziger als alles auf dem Vorgänger. Gleiches gilt für das folgende Don’t Believe Her. Die Herren reiten auf einem Riffelefanten durch gnadenloses Midtempo-Gehölz, nur um dem geneigten Hörer den ersten Ohrwurmrefrain ums Hüftgold zu kloppen. Kann ich immer wieder hören. Auch hier reißt mich Matthias Jabs an der Leadgitarre völlig aus dem Alltag ins Metalvalhalla. Das ist so gut, was er da macht.

René, hol die Fransenjacke aus dem Schrank und zieh die Spandex an. Let’s rock hard!

René W.:
Da bricht es förmlich aus dir heraus. 😀 Wie bei so vielen Gruppen dieser Stunden hat es bei mir mit den Scorpions sehr lange gedauert, dass mich die Musik wenigstens so erreicht, dass mein Körper nicht rebellierte. Mittlerweile gehen die Nummern gut runter, wenn es wirklich mal ruhiger sein darf und zudem ist die Formation eine Legende für alle Hard Rocker weltweit und unsere Republik. Die späten Achtziger hievten die Niedersachsen noch eine Liga weiter nach oben und machten die Musiker zur größten wie erfolgreichsten Band auf dem Globus. Erstmals habe ich sie deutlich vor dir gesehen und das war auf dem Abschiedsgig 2016 auf dem Wacken, wo sie mit Coming Home und Bad Boys Running Wild eröffneten. Damals lag mein Schwerpunkt ganz weit weg vom Hard Rock und den Klängen von den Scorpions. Dennoch konnte man die Show einfach nicht auslassen, warum das so war, frage mich bitte nicht. Irgendwie war es wie ein Strom, alle wollten zur Band und Abschied von der wohl größten deutschen Band aller Zeiten nehmen. Die Nacht elektrisch und die Emotionen hoch, eine erste Begegnung mit einer Band live in der Form zu haben, kann man als einmalig bezeichnen. Rock You Like A Hurricane, Still Loving You und Dynamite mit Herman Rarebell wollte ich unbedingt auf die Ohren bekommen. Wer jetzt denkt, dass jedes Eis damit gebrochen wurde, liegt falsch. Noch weitere sechs bis acht Jahre dauerte es, bis die größten Klassiker tatsächlich den Weg in die Boxen meiner Wohnung fanden. Wie bei den anderen Acts war es ein Re-Release, Best-of oder eine Livescheibe – genau kann ich es nicht mehr sagen – die redaktionell in meine Hände flatterte. Die Dokumentation vor ein paar Jahren hat es mir dann wirklich angetan. Klaus Meine und Gefolge waren unglaublich authentisch, sprachen über die Anfänge, kleine Club-Shows und die großen Tage. Kommen wir aber zurück auf das heutige Thema.

Crazy World wurde 1990 veröffentlicht, da war ich drei und wie ihr gerade gelesen habt, ranken meine Scorpions Anekdoten gar nicht so weit zurück. Welches nun mein persönliches Lieblingsalbum ist, kann ich gar nicht sagen. Crazy World steht jedoch ganz oben mit auf der Liste. Der Opener Tease Me, Please Me dreht rund auf dem Plattenteller – es klingt schnöde, aber eine zeitlose Hard Rock Nummer mit kleinen Höhepunkten und den markanten Vocals von Herrn Meine. Locker luftig mit groovigen Rhythmen brachten die Niedersachsen das Geschoss auf die Siegesstraße. Mit oder gerade durch Wind Of Change gilt es als das erfolgreichste bzw. bestverkaufte Album der Truppe. Alleine 15 Millionen Singles gingen über die Ladentheken – völlig verrückt. Zum wohl wichtigsten Song kommen wir später noch mal zurück, auch wenn ich von deiner Pfeifkunst, mein lieber Andi, schwer begeistert war. Wer es verpasst hat, schaut auf unsere Social-Media-Kanäle, dort haben wir die kleine Sommerpause angekündigt und Andi hat einen Tipp für diese Ausgabe gegeben. Don’t Believe Her trabt höher. Herman Rarebell hinter den Fellen macht richtig Laune. Der Sound ist sauber, trotzdem frech und lässt dieses typisch amerikanische Freiheitsgefühl heraus. Kein Wunder, dass die Deutschen neben ihrer Heimat eine große Fanbase in den USA haben. Unvergessliche Aufnahmen aus z.B. New York unterstreichen das Ganze noch mal eindrucksvoll. Der Refrain sitz und schiebt locker flockig zu To Be With You In Heaven rüber.
Um noch mal auf deine freche Aufforderung zurückzukommen: Fransenjacke und Spandexhosen hättest du nie in meinem Kleiderschrank gefunden und das werde ich nur für diese Kolumne ganz sicher auch nicht ändern. Wo wir jedoch gerade dabei sind, hast du dir solche kleidungstechnischen Fehlgriffe geleistet? Wir sind ja unter uns, mach dir keinen Kopf, es bleibt unser Geheimnis. 😀 Während du dir noch für die nächsten Sätze Mut antrinkst, läuft bei mir noch To Be With You In Heaven. Ein Himmel mit dir könnte eine amüsante Sause werden, auch ohne Spandex. Wie beide anderen Kompositionen hat auch dieser viel Charakter, kann den Hörer schnell begeistern und setzt auf einen starken Refrain. Die Lyrics bei den Scorpions stehen nie alleine im Raum. Egal wie und warum, der Musikerverbund schafft es immer, ergreifende Melodien zu generieren – denken wir da einfach an Wind Of Change oder Rock You Like A Hurricane.

Andreas B.:
Oh man, jetzt hast du mich. Natürlich hatte auch ich als alter Hardrocker genügend Outfit-Verbrechen im Schrank. Und ja, das erklärt auch, wieso es in Sachen „Freundin“ in den ganz frühen Neunzigern relativ mau war, haha. Hautenge Stretchjeans in sämtlichen Farben. Hell, schwarz, blau und, ohgottogott, stonewashed. Dazu natürlich Cowboy-Stiefel mit Schnallen und NATÜRLICH auch eine geschnürte Lederhose mit so Lederfransen. Du kennst meine Storchenbeine ja nicht, aber ich war damals ein Streichholzmann mit blauen/schwarzen/gefleckten Jeansbeinen und braunen, viel zu großen Stiefeln. Die, wie es sich gehört, an der Hacke extrem schief abgelaufen waren. Was auch daran lag, dass ich öfter bei meinem Heavy-Kumpel hinten auf dem Mofa mitgefahren bin und ich meine Stiefel dabei immer etwas zu nah am Hinterreifen platziert hatte…
In irgendwelchen Fotoalben im elterlichen Wohnzimmer wird es bestimmt noch vergilbte Beweisfotos geben. Die NIEMAND jemals sehen wird. Punkt. Hahahaha.
In der siebten Klasse war ich aber extrem stolz auf meinen Scorpions Rückenaufnäher. Motiv „Skorpion sitzt auf Totenschädel“. Haarspray war bei meinem damaligen „Business in the front, Party in the back“-Haarschnitt natürlich obligatorisch. Genauso wie ein Taschenkamm, der immer dabei war.
So, mien Jung‘, wie sieht es bei dir aus? Jugendsünden aus der Mottenkiste?

René W.:
Da diese rhetorische Frage völlig aus dem Ruder gelaufen ist, bin ich, ohne was schönreden zu wollen, völlig schockiert. Die von dir gepflanzten Bilder werden wohl wie die Leo-Strings von Manowar nie wieder meinen Kopf verlassen. Da komme ich echt nicht mit. Haarspray habe ich nur mit ca. 14 genutzt, damit die länger werdenden Haare für keine Bindehautentzündung in meinen Glotzkorken gesorgt haben. Ansonsten habe ich bis auf die modische Unterdrückung in meiner Kindheit keine so schweren Jahre wie du durchlebt. Meine alten Rage, Maiden und Hammerfall Shirts liegen immer noch gut verstaut im Kleiderschrank. Jetzt fragst du dich sicher, warum liegen die da herum? Das liegt nur daran, dass mein Körperumfang nach der 20-Jahres-Marke noch mal ins Wachsen geraten ist. 😀

Andreas B.:
So, kommen wir zur Musik der Crazy World zurück. Wie du es oben schon richtig sagst.. die Scorpions klingen deutlich mehr nach USA als nach Deutschland. Auch auf dieser Scheibe.
Was ich sowieso nie verstehen werde: Im Ausland füllen die Herren Arenen, während sie in unserem Land auf – ich übertreibe etwas – Schützenfesten spielen und so oft respektlos belächelt werden. Es mag an Wind Of Change liegen. Auf der anderen Seite … objektiv gesehen ist der Song eine unfassbar gute Ballade. Ich höre das Teil in dieser Sekunde und versuche, das Image dieses Liedes zu ignorieren. Die verträumte Bluesgitarre im Hintergrund, die atmosphärische, cleane Gitarre im Vordergrund und natürlich Klaus Meines Stimme.

Als ich vor ein paar Jahren in Moskau war und abends am beleuchteten Ufer des Moskwas entlangspazierte, den Kreml neben mir … Glaub es, oder glaub es nicht, aber ich konnte den Song auf einmal fühlen. Jede Note, jede Silbe. Nun wurde der Song ja auch in einer Zeit des Aufbruchs geschrieben bzw. veröffentlicht. Aus zwei deutschen Staaten wurde auf einmal einer und dieser beschissene Kalte Krieg war nur noch ein Auslaufmodell. Dass die Band für dieses Lied 1991 von Michail Gorbatschow in den Kreml eingeladen wurde, spricht Bände.

Dass Wind Of Change seitdem im TV und Radio omnipräsent ist und durch das zig-millionenfache Hören irgendwann seine Magie verliert und dann anfängt zu nerven, ist eben der Lauf der Dinge. Und dass dadurch auf einmal auch ein „Nicht-Rock ’n‘ Roll-Publikum“ auf die Scorpions steht, habe ich ja auch auf dem oben erwähnten Gig in Bonn gemerkt.
Trotzdem: So einen Hit musst du erst mal schreiben. Daher ziehe ich auch vor diesem Song meinen imaginären Hut und verbeuge mich in allergrößtem Respekt vor der Band.

René W.:
Da kann ich dir nur zustimmen. Klar totgehört, das darf die Klasse der Komposition jedoch nicht schmälern. Obwohl ich den Mauerfall nicht hautnah miterlebt habe, steht für mich dieser Song wie bei vielen Menschen für den Aufbruch in die Zeit, in der Familien vereint, schmerzende Lücken geschlossen und ein gemeinsames Deutschland erschaffen wurde. Ob du es glaubst oder nicht, ich mache keinen Unterschied zwischen Ost und West – diese Zeit sollte bei allen längst vorbei sein. Jeder sollte glücklich darüber sein, dass wir gemeinsam in dieser Republik leben können. Wind Of Change ist daher eine der ergreifendsten Balladen der deutschen Geschichte, auch wenn es nicht direkt in dem Song darum geht.

Andreas B.:
Restless Nights wartet nach der andächtigen Ruhe mit einem schweren, schleppenden Riff auf und mausert sich nach der, nun, hardockig-doomigen Strophe in ein nettes Ohrwurm-Midtempo-Monster. Nicht ganz so mitreißend wie die bisherigen Songs, allerdings auch nicht schlecht.

Müsste ich einem Nicht-Kenner unserer Musik das Genre „Hardrock“ beschreiben, dann wäre Lust Or Love definitiv ein Paradebeispiel.

Dazu eine Weitergabe von Lebensweisheiten à la Scorpions:

Lovers come and go
Sometimes it’s hard to know
If this will be a night to treasure
When the damage has been done
And the hurting has begun
You’ll justify a moment’s pleasure

Kennen wir ja alle irgendwie. Hätte ich damals mal besser zugehört, haha.
Wie auch immer, das Stück klingt amerikanisch as fuck und ist bei mir immer wieder gerne gehört.

So, und nun breche ich einmal aus der Chronologie aus und komme direkt zu einem der besten Stücke des Albums.
Hit Between The Eyes ist der härteste Titel des Albums und ich kriege nicht genug von dieser Liveversion:

Mal ehrlich, René, das Biest rockt doch gnadenlos durch die Hecke. Und auch für Rudolf Schenker muss ich mal eine Lanze brechen. Der Typ ist der Inbegriff von Rock ’n‘ Roll-Extravaganz.
Nicht nur (genau wie sein jüngerer Bruder) ein Gott an der Gitarre, sondern auch ein authentisches Energiebündel. Als Gegensatz dazu haben wir mit Francis Buchholz am Bass das totale Understatement auf der Bühne. So, Herr Wolters, bist du bereit für die Klatsche zwischen die Augen? 😉

René W.:
Klatsche zwischen die Augen? Falls das ein Insider ist, dann stehe ich gerade voll auf dem Scorpions Schlauch. 😀 Restless Nights nimmt etwas Griffigkeit aus der Platte, der Refrain ist trotz der Midtempo-Nummer saucool und die doomigen Riffs bringen mal andere Facetten mit in die Crazy World. Ohne Frage kein Vorzeigestück der Truppe, aber alles andere als schlecht. Lust Or Love, die Hardrock Nummer, lebt das Rock Out With Your Cock Out Feeling, wenn du weißt was ich meine …

Andreas B.:
Herr Wolters! Bitte was?! Erkläre das unseren werten Leserinnen und Lesern bitte einmal…😁

(Es folgt ein kleiner Ausschnitt aus dem anschließenden Messenger-Verlauf, den wir euch nicht vorenthalten wollen – Anm. d. Red.)

René W.:
Kicks After Six ist am Nichtssagendsten. Dafür die Nummer Hit Between The Eyes: Der Anfang drückt, schnelle Abläufe bringen wieder Schwung in die Bude, wie du schon sagst, die bissigste Auskopplung der Platte, die mehr in den Heavy Metal geht als in den Radio Rock. Um auf Rudolf Schenker zurückzukommen, ihn und seinen Bruder Michael Schenker sollte jeder Fan unserer Musik kennen. Mir hat es da tatsächlich Michael etwas mehr angetan. Musikalisch (wie du wissen wirst) auch eher mein Randgebiet, dafür ist er super sympathisch und nach dem Interview von Kay mit ihm in Hamburg (hier nachzulesen) habe ich mir tatsächlich ein Michael Schenker Fest T-Shirt zugelegt. 😀

Bevor wir wieder abdriften, geht es direkt weiter. Money And Fame stampft, ist für meinen Geschmack jedoch zu statisch. Fans von Crazy World werden wohl nicht mit allen Aussagen von mir im Einklang stehen. Der Titeltrack ist saucool und losgelöst. Wenn wir mal wieder eine Top drei aufmachen wollen: Meine wären Wind Of Change, Crazy World und Hit Between The Eyes. Wie ist es bei dir?

Ooh, it’s a crazy world
Ooh, it’s a crazy world

Simpel, prägnant und trotzdem düster cool, geht einfach immer und auf jeder Rock Party.

Send Me An Angel ist bei meinen Top 3 knapp vorbeigegangen, vom Niveau ist die Ballade kein Stück schlechter als Wind Of Change. Dadurch, dass der Titel nicht dauernd läuft, macht er noch mehr Spaß. Ob du es glaubst oder nicht, läuft er dann doch mal, drehe ich ihn laut auf. Ebenfalls eine saustarke Ballade – sollte auch in jedem Rockerohr mindestens einmal im Leben klingeln.

Andreas B.:
Wir sind uns dieses Mal erstaunlich einig. Kicks After Six löst in mir absolut nichts aus. Noch nicht mal eine Abneigung, so belanglos ist der Song für meine Ohren.
Ähnlich verhält es sich bei mir mit Money And Fame. Ganz ok, klar, aber nichts für die Ewigkeit.

Ganz anders dann der Titeltrack. Gallig und relativ hart das Ganze. Erstaunlich unkommerziell, was einem da die Fransen aus dem Gesicht föhnt.

Tja, und dann eben die Glaubensfrage: Send Me An Angel oder Wind Of Change?
Die Scorpions sind eine der wenigen Bands, bei der fast (fast!!) jede Ballade ein Volltreffer ist. Die Compilation Born To Touch Your Feelings aus dem Jahr 2017 ist der beste Beweis. Sogar mein Sohn, mittlerweile sieben Jahre alt, bittet seine Alexa regelmäßig, doch bitte Lonely Nights vom ebenfalls genialen Nachfolger Face The Heat zu spielen. Der junge Mann hat einen ausgezeichneten Geschmack; eben ganz der Papa.

Send Me An Angel steht verbreitungstechnisch natürlich etwas im Schatten von Wind Of Change. Musikalisch liegt er bei mir aber an erster Stelle. Wieder so ein Song voller (Scorpions-)Magie. Hier zeigt sich auch, dass die einfachen Dinge manchmal immer noch die Besten sind. Auch das Video zum Song ist mal wieder perfekt auf die stimmige Musik angepasst und jagt mir immer noch eine Gänsehaut über den Rücken. Für mich insgesamt der beste Song des Albums und eine der schönsten Rockballaden überhaupt.

Ein perfekter Ausklang eines wunderbaren Albums.

Und NATÜRLICH vergesse ich auch das Ranking nicht, keine Angst, René 😉

1.) Send Me An Angel
2.) Wind Of Change
3.) Hit Between The Eyes

Ganz schön balladenlastig, und mit Wind Of Change haben wir beide den in unseren Kreisen meistgehassten Song der Band auf dem Treppchen. Wir sind eben tief innendrin die totalen Kuschelbären, haha.

Mit diesem herzallerliebsten Fazit verabschieden wir uns mit einem gehauchten Still Loving You und freuen uns auf die nächste Zeitreise. Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Euch gefällt unsere Time For Metal Zeitreise? Dann schaut euch auch gerne die anderen Folgen an.

Time For Metal Zeitreise – Iron Maiden – Killers (1981)

Time For Metal Zeitreise – Metallica – Metallica (1991)

Time For Metal Zeitreise – Helloween – Keeper Of The Seven Keys Part I (1987)

Time For Metal Zeitreise – Helloween – Keeper Of The Seven Keys Part II (1988)

Time For Metal Zeitreise – Grave Digger – Tunes Of War (1996)

Time For Metal Zeitreise – Sodom – Agent Orange (1989)

Time For Metal Zeitreise – Manowar – Kings Of Metal (1988)

Time For Metal Zeitreise – Blind Guardian – Tales From The Twilight World (1990)

Time For Metal Zeitreise – Slayer – Reign In Blood (1986)

Time For Metal Zeitreise – Dimmu Borgir – Enthrone Darkness Triumphant (1997)

Time For Metal Zeitreise – Warlock – Triumph And Agony (1987)

Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
<iframe src="" width="100%" height="185">
Where To Listen: