Tobias Sammet’s Avantasia – Moonglow

“Avantasia liefern mit Moonglow ein Symphonic Metal Meisterwerk ab!“

Artist: Avantasia

Herkunft: Fulda, Deutschland

Album: Moonglow

Spiellänge: 70:30 Minuten

Genre: Power Symphonic Metal

Release: 15.02.2019

Produziert: Sascha Paeth, Tobias Sammet

Label: Nuclear Blast

Link: http://www.tobiassammet.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Bass, Additional Keyboards – Tobias Sammet
Gitarre, Bass – Sascha Paeth
Tasteninstrumente – Michael Rodenberg
Schlagzeug – Felix Bohnke
Gastsinger – Hansi Kürsch, Mille Petrozza, Candice Night, Geoff Tate, Eric Martin, Ronnie Atkins, Jørn Lande, Michaeel Kiske, Bob Catley

Tracklist:

  1. Ghost In The Moon
  2. Book Of Shallows
  3. Moonglow
  4. The Raven Child
  5. Starlight
  6. Invincible
  7. Alchemy
  8. The Piper At The Gates Of Dawn
  9. Lavender
  10. Requiem For A Dream
  11. Maniac (Michael Sembello Cover)
  12. Heart (Bonus Track)

Tobias Sammets zweites Standbein, das Projekt Avantasia, beehrt uns dieser Tage mit einem neuen Opus. Moonglow erblickt am 15.02.2019 das Licht der Welt und verspricht, nach den ersten Durchläufen, ein neues Meisterwerk zu werden und das auch wieder mit hochkarätiger Unterstützung. Somit ist das siebte Werk von Avantasia, ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, eins der Highlights in diesem noch frühen Jahr 2019. Mit knapp über 70 Minuten Spielzeit wird all das gezeigt, wofür Avantasia stehen. Verspielte Melodien, romantische Passagen, raffinierte Tracks und Songstrukturen, die einfach begeistern.

Bereits der Opener Ghost In The Moon beweist dies eindrucksvoll. Tobias ist gut bei Stimme und zeigt in den knapp zehn Minuten, dass eine Rockoper nicht ellenlang sein muss. Der mit kirchenchorähnlichen Klängen gekonnte Break, startet das voluminöse Ende dieses Arrangements. Dann wird es metallischer. Hansi Kürsch, Jørn Lande, Ronnie Atkins und vor allem Neu-Gast-Sänger Mille Petrozza, geben dem Song die nötige Härte. Auch das gefällt gut und zeigt eine weitere tolle Facette dieses Albums. Beim Titeltrack Moonglow gibt’s die nächste Überraschung. Candice Night, wohlbekannt als Frontfrau von Blackmores Night und Ehefrau des Gitarrenvirtuosen Ritchie, gibt ihren Einstand. Bei den früheren Werken war dafür oftmals Amanda Sommerville gebucht, die aber diesmal nicht zur Verfügung stand. Candice Night macht ihre Sache überzeugend gut und hat es somit verdient, hier singen zu dürfen. Ein wenig erinnert der Track an Mike Oldfields Moonlight Shadow, was aber nicht negativ auffällt.

The Raven Child schließt sich an. Dieses Stück, trotz der elf Minuten Spielzeit als Single ausgekoppelt, überzeugt mal wieder durch die Sänger und die Mischung aus balladesken und metallischen Komponenten. Passend zu diesem kompositorischen Meisterwerk, sind Hansi Kürsch und Jørn Lande am Mikro in Höchstform. Dieses Epos kommt leicht keltisch angehaucht daher und liefert uns eine hammermäßige Power Metal Hymne. Geile Gitarrenriffs und märchenhafte Stimmung lassen diesen Song gefühlt nicht enden. Weiter geht es mit Starlight. Gute Metal Nummer, die detailreich instrumentalisiert ist und am Mikro von Ronnie Atkins unterstützt wird. Dann wird es durch die Piano getragene Ballade Invincible etwas ruhiger. Geoff Tate drückt hier seinen Stempel auf und die leichte Erinnerung an Queensryche ist offensichtlich, gewollt und passt. Es geht geradezu nahtlos in das Stück Alchemy über und vertreibt die leicht düstere Stimmung, die durch Invincible hervorgerufen wurde. Hier zeigt Geoff nochmals, dass er auch bei diesem nach vorne losgehenden Rhythmus, mit seiner unverwechselbaren Stimme Songs prägen kann, und so bleibt der Chorus direkt im Ohr hängen. Das wird ein richtig guter Livekracher.

Wer sich bei The Piper At The Gates Of Dawn an Pink Floyd erinnert, der wird, zumindest was den Titel betrifft, nicht enttäuscht. Musikalisch hat das aber überhaupt nichts Gemeinsames. Der leicht beschwingte Track wird durch den abwechselnden Zwiegesang der Protagonisten Lande, Sammet, Atkins, Tate und Eric Martin getragen. Zum Ende hin begibt sich auch noch Bob Catley ans Mikro und das würzt dieses Stück zusätzlich. Magnums Frontmann darf sich dann gleich noch mal beweisen und liefert in Lavender, eine waschechten Metalhymne mit Musicaleinlagen, einen Eindruck ab, warum er mit Magnum so erfolgreich ist.

Wer Avantasia kennt, der weiß auch, dass Michael Kiske stark mit diesem Projekt verbunden ist. In Requiem For A Dream ist sein großer und leider einziger Moment. Aber er darf den gesamten Part mit seiner ausdrucksstarken Stimme allein singen und verleiht dem Track, mit einen an Helloween erinnernden Refrain, Gewicht. Für mich ist hier jetzt eigentlich Schluss. Es folgt aber noch eine mehr oder minder interessante Interpretation von Maniac. Der aus Flashdance bekannte Song kommt in einer Art und Weise rüber, die vielleicht schon damals gut geklungen hätte. So beschließen Eric Martin und Tobias Sammet hier das Album mit einem untypischen Stück, das nicht wirklich zu Avantasia passt. Aber das sei verziehen und schmälert das Gesamtergebnis nur marginal. Das Bonusstück Heart, nur auf der Erstauflage vertreten, schließt den Kreis zu dem Track Mytery Of A Blood Red Rose vom Album Ghostlights und hätte auch gern regulär enthalten sein dürfen. Als ersten Einstieg hänge ich mal die elf Minuten The Raven Child an. Auch die Tourdaten in gibt´s obendrauf.

Tourdaten:

Avantasia – Moonglow World Tour 2019
Präsentiert von Metal Hammer, Piranha, Musix, Rock It!
27.03. SK   resov – Tatran Handball Aréna
28.03. SK   Bratislava – Hant Aréna
30.03. D Kaufbeuren – All-Karthalle
31.03. I Mailand – Alcatraz
02.04. CZ Prag – Forum Karlín
03.04. D Berlin – Huxleys Neue Welt
05.04. D Ludwigsburg – MHPArena
06.04. D Bamberg – Brose Arena
08.04. D Fulda – Esperantohalle
09.04. D Saarbrücken – Saarlandhalle
10.04. F Paris – Olympia
12.04. D Osnabrück – OsnabrückHalle
13.04. D Hamburg – Mehr! Theater
14.04. D Oberhausen – König-Pilsener-Arena
16.04. UK London – Forum Theatre
18.04. D Offenbach – Stadthalle
19.04. CH Pratteln – Z7
20.04. CH Pratteln – Z7
24.04. E Bilbao – Santana 27
26.04. E Barcelona – Razzmatazz 1
27.04. E Madrid – Palacio Vistalegre
02.05. S Stockholm – Arenan
04.05. RUS Moskau – Glavclub Green Concert
06.05. H Budapest – Barba Negra Track
12.05. AU   Sydney – Metro Theatre
14.05. AU   Melbourne – The Forum
17.05. US   San Jose, CA – City National Civic of San Jose
19.05. US   Anaheim, CA – City National Grove
21.05. US   Chicago, IL – Patio Theater
23.05. CA   Montreal, QUE – Metropolis
24.05. US   Worcester, MA – The Palladium

Fazit: Gelungenes siebtes Werk, das von Tobias Sammet und seiner Allstar Band Avantasia hier vorgestellt wird. Der aus Fulda stammende Sammet beweist erneut, dass er neben seiner Stammband Edguy, mit Avantasia märchenhafte, mytische Werke abliefern kann, die einfach nur toll sind. Der Facettenreichtum der Moonglow Songs kommt erst nach mehrmaligem Hören voll zur Geltung, aber bereits der erste Durchlauf nimmt den Zuhörer in eine andere Welt mit. Hier dürfte der Grundstein für eines der Top Alben 2019 gelegt worden sein. Nun noch die Tour 2019 mitnehmen und sich an den neuen Stücken erfreuen. Wer dann als Gastsänger mit von der Partie sein wird, bleibt mal abzuwarten. Aus Berlin wird der Bericht hier bei Time For Metal zu lesen sein. Ganz großes Kino.

Anspieltipps: Ghost in The Moon, The Raven Child, Moonglow
Kay L.
9.8
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8.9
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