Event: Tonnerre – exclusive German Show 2025
Bands: Tonnerre, The Mary Engine, RaZZor
Ort: Bambi Galore, Öjendorfer Weg 30a, 22119 Hamburg
Datum: 28.05.2025
Kosten: VVK 18 €, AK 20 €
Zuschauer: ca. 50
Genre: Heavy Metal, Hard Rock, Psychedelic Rock, Garage Rock, Alternative Rock
Links: https://kulturpalast.live/
Setlist Tonnerre:
1. Les Flambeaux Du Ciel
2. Le Grand Corbea
3. Ceux Qui Sommeillent
4. La Brunante
5. L’esprit De La Forêt
6. La Nuit Sauvage
7. La Danse Du Feu
8. Les Enfants De La Nuit
9. Beer Drinkers & Hell Raisers
10. Mouches À Feu
11. L’aurore
Manche Konzerte in Hamburg stehen unter keinem guten Stern. Mittwochabend, vier metallische oder rockige Acts in der Stadt und das lange Wochenende mit dem Brückentag vor der Tür. Entsprechend schlecht sah es im Vorfeld mit der Publikumsgunst aus. Bei Tonnerre handelt es sich aber um eine besondere Band. Die Sängerin Annick Giroux ist eine Mitarbeiterin vom Deaf Forever. Sie ist so eine Art Auslandsniederlassung des deutschen Printmagazins. Wie viele andere Bands aktuell, sind auch Tonnerre auf dem Weg zum Muskelrock nach Schweden und füllen die freien Tage mit kleinen Gigs, die halbwegs auf die Route passen.

Diese Konstellation sorgt im Vorfeld des Auftritts für die Besuchsankündigung von Deaf-Forever-Chef Götz Kühnemund und einiger weiterer Menschen aus dem Deaf-Forever-Orbit. Die Werbetrommel wird angeworfen, sodass am Ende etwa 50 Menschen im Club der Show beiwohnen. Dafür sorgt aber auch der Opener.
The Mary Engine kommen aus Hamburg und eröffnen den Abend. Es gibt eine Portion alternativen Garagenrock auf die Ohren, der nicht unbedingt filigran (was beim Garagenrock sowieso eher selten ist) um die Ecke kommt, dafür aber energetisch. Vor allem Sängerin Jenny platzt fast vor Energie und kann so das Publikum mitnehmen. Für eine junge Band macht das Quartett seine Sache gut, auch wenn der Zuschauerzuspruch noch nicht sehr groß ist.

Die zweite Band des Abends kommt aus Uelzen und nennt sich RaZZor. Die beiden großen Z sind ein Teil der eigenwilligen Schreibweise des Bandnamens. Grün beleuchtet auf der Bühnenmitte, platziert sich der Bandname mit dem doppelten Z, wo gelegentlich etwas Rauch aufsteigt.
Apropos Rauch: Rauch aufsteigen könnte bei der Band mit dem doppelten Z an diversen Stellen ihres Sets. Das geht mit dem Songwriting los. Die Riffs sind von einer ambitionierten Band weit entfernt. Der eine oder andere Übergang ist ganz nett, danach folgt Schema F, was spätestens nach dem dritten Stück langweilig wird. Dann kommen wir zum Gesang, der sich dem Niveau der Saitenarbeiter anpasst. Dass eine junge Band, die kaum Auftrittsmöglichkeiten hat, live nicht technisch hochwertig unterwegs ist, das ist geschenkt. Handwerklich waren die Vorgänger auch nicht viel weiter. Aber ich kann zumindest an meiner Bühnenperformance arbeiten und trotzdem die Bude abreißen, wie zum Beispiel die Sängerin der Vorgängerband The Mary Engine. So bleibt hier unter dem Strich nur ein „Enttäuschend“ stehen.

Finale Umbaupause für Tonnerre. Der Saal hat sich entsprechend gefüllt, als Annick Giroux und ihre Mitstreiter die Bühne entern. Hoffentlich haben die Bandmitglieder von RaZZor bei Tonnerre zugesehen. Giroux und ihre Band sind handwerklich in einer anderen Liga als die lokalen Opener, klar. Aber die reißen auch die Bude ab, sodass zum Beispiel ein Tamburin den Abend nicht so gut überlebt. Allen voran Giroux selbst ist ein wahres Energiebündel und der Mix aus Classic Rock der 70er und 80er mit einem leichten psychedelischen Einschlag holt die Menschen im Club ab. Das Set erklärt sich bei einer bisher veröffentlichten Scheibe (La Nuit Sauvage, 2024) von selbst. Dazu gesellt sich Lemmy mit Beer Drinkers & Hell Raisers, der aber das Stück selbst von ZZ Top gecovert hat. Die von der Deaf-Forever-Fraktion gewünschte Zugabe können Tonnerre nicht liefern. Mehr Material hat die Band aus Kanada noch nicht. Dafür bekommt die Sängerin von Tonnerre ein Ständchen von der Crowd, da Annick Giroux heute ihren Geburtstag feiert.
Gegen 23 Uhr endet der Konzertabend und die Party zum Familientreffen nimmt Gestalt an. Da Tonnerre erst am Freitag in Schweden sein müssen, können alle beteiligten Personen inklusive Bands den Abend in Ruhe bei dem einen oder anderen Kaltgetränk ausklingen lassen und auf das Geburtstagskind anstoßen.


















