TormentoR – Crown Of Shame (EP)

Brandenburger Dreschkommando

Artist: TormentoR

Herkunft: Deutschland

Album: Crown Of Shame (EP)

Spiellänge: 29:56 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 12.11.2021

Label: Iron Shield Records

Link: https://tormentor-thrash.jimdofree.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Max Seipke
Gitarre – Kevin
Bassgitarre – Heino
Schlagzeug – Thomas

Tracklist:

  1. Welcome To The Depressive Age
  2. Crown Of Shame
  3. Call To Arms
  4. Slaved To The Core
  5. The Burden And The Grief

Eine Thrash Metal Band aus Deutschland TormentoR zu nennen, war vielleicht nicht der beste Gedanke, der Max Seipke 2006 eingefallen ist, denn alleine in Deutschland gibt es noch drei weitere Thrash Kapellen und eine Black/Death Band mit diesem Namen. Allerdings schreibt man sich hinten mit einem großen R und somit ist immerhin eine kleine Unterscheidung im Vorfeld möglich. Das Quartett stammt aus Guben, Brandenburg und hat bis dato ein Demo und zwei Alben am Start. Das letzte Album namens Morbid Realization stammt aus dem Jahre 2017. Es wurde also Zeit für ein neues Lebenszeichen der Band. Here we go mit der EP Crown Of Shame.

Los geht es mit Welcome To The Depressive Age. Ein paar typische Thrash-Vorspieler, ein langes JAAAAAA und dann geht der typische Dresch-Wahnsinn los. Der Sänger ist relativ hoch unterwegs. So weit, so gut. Nicht wirklich außergewöhnliches Riffing, aber schön treibend und durchaus einschlagend. Der Refrainpart zeigt sich dann herrlich verspielt und anschließend wird wieder zügig geballert, so wie man es bei der alten Schule gewohnt ist. Der Name TormentoR kommt eben nicht von irgendwoher. Der Refrainpart kommt wieder zum Einsatz, dann Break, ab ins langsame Vorgespiele und dann in einen abgehackten Groove. Der kommt überraschend, aber gut und wird schön ausgebaut und ausgeweitet. Danach kommt endlich das Solo, das darf ja nie fehlen. Das wäre ja was, hehe. Dieses wird mit einem Extrapart versehen. Der gute Refrain-Part darf noch einmal ran und dann noch einmal Hackengas. Gutes Songwriting, am Ende noch ein Mille-Gedächtnis-Schrei und dann ist auch Feierabend.

Weiter geht es mit Crown Of Shame. Der Namensgeber geht in Richtung letzterer Kreator. Thrash Metal mit melodischen Elementen. Ruhig und besinnlich startet man ins Geschehen, steigert sich dann und bietet eben ein wenig den neueren Kreator-Sound. Es wird aber nicht abgekupfert oder so. Der Refrain kommt echt ganz gut. Ansonsten nutzt man die Bandbreite des Midtempos ganz gut aus und stampft vor sich hin. Ist ganz druckvoll und die Vocals passen hier sehr gut ins Gesamtbild. Es folgt später ein sehr verspieltes und melodisches Solo, welches sehr heavy klingt. Man verlässt ein wenig die thrashige Route, kommt aber wieder auf diese zurück. Hier kommen Groove und Melodie gut zur Geltung.

Call To Arms legt da gleich zu Beginn wieder ordentlich einen Zahn zu. Schön straight und ab dafür. Kommt sehr aggressiv herüber, hat aber im Refrain auch Platz gelassen für eine Melodie und am Ende wird es sehr druckvoll. Der Groove kommt durch und man haut zum Ende hin noch ein fetziges Solo raus.

Slave To The Core klingt am Anfang aufgrund des Bassspiels ein wenig nach Sodom, aber dieses ändert sich dann schnell, denn man fügt einen melodischen Part hinzu, der mich aber nicht so überzeugen kann. Dieser wird dann wiederholt. Man klingt in diesem Bereich zwar sehr eigenständig, aber so richtig nimmt mich der Song nicht mit, auch wenn man das Tempo gut variiert und sehr einfallsreich klingt. Das Tempo wird ganz herausgenommen und eine Cleangitarre verdunkelt den Raum. Die Vocals gesellen sich bedrohlich dazu und der Song wird neu aufgebaut, sehr verspielt. Gute Wendung, welches man eher von der moderneren Szene kennt.

The Burden And The Grief lässt diese EP dann enden. Der Song fängt quasi mit einem Intro an und geht fast zehn Minuten. Der Song wird ganz langsam vom Bass aufgebaut, der Gesang übernimmt am Anfang die Kontrolle. Man verweilt in diese Geschwindigkeit und lässt den Zuhörer immer hoffen, dass es härter wird, aber so richtig viel passiert nichts. Klaro, ein Solo wurde mit eingebaut und ein paar Verschärfungen, wenn man so will, aber eigentlich ist es eine Ballade. Sie schaffen schon eine düstere Atmosphäre, hätten den Song aber ein wenig kürzer halten können. Aber eine gelungene Abwechslung zu den vorherigen Songs ist es auf jeden Fall.

Was ein wenig stört, ist die Produktion. Die hätte ein wenig transparenter sein können – ist nicht wirklich schlimm, sollte aber erwähnt werden.

TormentoR – Crown Of Shame (EP)
Fazit
Auf ihrer neuen EP zeigen sich die Brandenburger von ihrer modernen Seite, können aber auch old school und straight. Freunde des gepflegten Thrash Metals, die es auch ein wenig heavy und abwechslungsreich mögen, sollten unbedingt reinhören. Nicht alles haut mich um, aber es sind sehr viel geile Ideen dabei. Beim Sound muss man zwar kleine Abstriche machen, aber das stört auch nur am Rande.

Anspieltipps: Welcome To The Depressive Age und Crown Of Shame
Michael E.
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