Tragedian – Seven Dimensions

Mit neuem Sänger und zu vielen Balladen

Artist: Tragedian

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Seven Dimensions

Spiellänge: 65:40 Minuten

Genre: Power Metal, Speed Metal, Melodic Metal

Release: 29.01.2021

Label: Pride & Joy Music

Link: https://www.facebook.com/tragedianhamburg

Bandmitglieder:

Gesang – Joan Pabón
Gitarre – Gabriele Palermo
Bassgitarre – Dawid Wieczorek
Keyboard, Piano – Denis Scheither
Schlagzeug – Nicolò Bernini

Gastmusiker:
Gesang – Wade Black, Dan Palmer, Zak Stevens

Tracklist:

1. Rising Rage
2. Aloneness
3. Out Of The Dark
4. Darkest Of My Days
5. Bringer Of Dreams
6. Crying In The Rain
7. Enlightened
8. Forevermore
9. Destiny
10. Para Siempre (Forever)
11. The Journey
12. Forces Of The Light
13. Crying In The Rain (CD Bonustrack – Duetversion)
14. Forces Of The Light (CD Bonustrack – Radioedition)

Seit 2002 existieren Tragedian aus Hamburg. Gründer der Band ist Gabriele Palermo, welcher vorher bereits bei der ebenfalls aus Hamburg stammenden Powermetaltruppe von Stormwarrior aktiv war. Bis man richtig ans Laufen kam, dauerte es allerdings einige Jahre.

2008 erschien das erste Werk mit Namen Dreamscape. Über Decimation (2013) und Unholy Divine (2017) ist man nun beim vierten Langeisen mit Namen Seven Dimensions angekommen. Das Line-Up wurde gegenüber dem Vorgänger kräftig durchgerüttelt. Bass, Gesang und Keyboard wechselten den Bediener und eine weitere Internationalisierung hielt mit dem in den USA geborenen Gabriele Palermo Einzug. Neben dem italienischen Drummer Nicolò Bernini sind nun der in Venezuela geborene Joan Pabón (am Mikro) und die beiden aus Deutschland stammenden Dawid Wieczorek und Denis Scheither am Start.

Weiterhin sind einige Nummern neu aufgelegt worden. So ist Destiny eigentlich auf dem 2013er-Werk erstmalig erschienen und Val Shieldon sorgte für den Gesangspart. Gleiches gilt für Crying In The Rain. So bleiben nach Abzug der Bonustracks nur zehn echte neue Nummern auf Seven Dimensions. Dazu ist einiges an Gastmusikern auf dem Silberling verewigt, darunter Zak Stevens (ex-Savatage) und Wade Black (ex-Crimson Glory & Leatherwolf). Rising Rage begrüßt den Hörer mit energischer Saitenarbeit. Positiv fällt der neue Mensch am Mikro auf, ein Mix aus Power Metal und Melodic Metal, entsprechend kommt die Nummer auch rüber. Die Stimme von Joan strahlt eine gewisse „Wärme“ im kalten Februar aus. Das eine oder andere Gitarrensolo darf natürlich auch nicht fehlen. Aloneness legt anfänglich eine Oktave an Stimmhöhe zu, Out Of The Dark fokussiert sich auf Melodie, um den geneigten Hörer ein kleines Tierchen einzusetzen. Dan Palmer unterstützt Joan im Refrain. Darkest Of My Days mixt Speed zum Power Metal, durch den Einsatz des Keyboards bleibt man aber auch in melodischen Gefilden. Bringer Of Dreams lässt das Gesangsduo Wade Black und Joan auf die Menschheit los. Der ruhige Anfang täuscht, es geht mit gut hörbarem, melodischem Power Metal weiter. Pianoklänge kündigen die Ballade Crying In The Rain an. Enlightened holt die Menschen ab, die keine Balladenfreunde sind. Mit einem einprägsamen Refrain und guter Arbeit der Saitenakrobaten kann das Teil punkten. Forevermore knüpft an seinen Vorgänger und beglückt das Publikum mit Tempo an der Schießbude und Gitarre und einem starken Refrain. Destiny ist nicht neu, sondern nur neu interpretiert. Wenn man so will, ist das Ding der Hit von Tragedian und definitiv ein Ohrwurm. Gabriele und Joan lassen auch ihre Wurzeln ein wenig in den Longplayer einfließen, was den einen oder anderen Hörer evtl. für immer spanisch vorkommen könnte, mir kommen Balladen sowieso immer spanisch vor. Die Reise geht Englisch mit melodischem Schwermetall weiter, Forces Of The Light ist der Schlusspunkt des eigentlichen Longplayers. Zak Stevens und Joan präsentieren die dritte Ballade auf dem Langeisen. Zwei weitere Balladen Namens Crying In The Rain als Duettversion und Forces Of The Light als Radioedition sind auf der CD als Bonustracks zu finden.

Wer Bock hat, die Truppe live zu erleben: Das geht – letztes Jahr spielten Tragedian ein Geisterkonzert in der Hamburger Markthalle: Klick

Tragedian – Seven Dimensions
Fazit
Die Scheibe erinnert mich an den Bildermaler, der ein aufziehendes Unwetter an der Küste malt. Nun ist er fast fertig und will das Unwetter noch etwas bedrohlicher gestalten. Dabei stößt er unglücklicherweise einen Farbeimer um und die Farbe auf dem Bild verläuft. Da er liefern muss, bleibt ihm nur die Möglichkeit, auf die Küste zu verzichten und nur noch das Unwetter darzustellen.
Wer kommt denn bitte auf die Idee, ans Ende einer Scheibe vier Balladen und einen belanglosen melodischen Metaltrack zu setzen? Klar ist es nett, Zak Stevens auf dem Teil zu haben. Der Preis dafür ist allerdings sehr hoch. Dass bis zur Neuauflage von Destiny geschmeidig durchlaufende Langeisen wird mit den letzten fünf Dingern auf die Resterampe befördert. Gabriele könnte mal bei Oscar Dronjak nachfragen, ob er auf die Idee kommen würde, vier der letzten fünf Nummern eines Longplayers mit Balladen zu besetzen. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Tragedian bleiben leider in der Spreumasse. Es wäre mehr möglich gewesen, wenn man sich auf die hörbaren Stärken wie Melodie und Saitenarbeit fokussiert und sich nicht in den Balladenwahn gestürzt hätte.

Anspieltipps: Enlightened, Forevermore und Destiny
Jürgen F.
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