Tristwood – Dystopia Et Disturbia

Elektrisierender Tiroler Black Metal

Artist: Tristwood

Herkunft: Innsbruck, Österreich

Album: Dystopia Et Disturbia

Spiellänge: 30:44 Minuten

Genre: Industrial Black Metal

Release: 18.06.2021

Label: Asiluum Arts

Link: https://tristwoodofficial.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Axumis
Gesang und Gitarre – Jegger
Gitarre und Synthesizer – Neru
Bassgitarre – Yak
Keyboard – D
Schlagzeug – HMG

Tracklist:

  1. Dystopia Et Disturbia
  2. Volcanus
  3. Irreversible (Monument VI)
  4. Terra Incognita
  5. The Black Room
  6. Chamelicon Bizarre
  7. The New Acid Bath
  8. Jythand (2004)

Industrial Metal ist ja ein ganz spezifisches Genre und ist auch nicht jedermanns Sache, weil die unterirdischen, synthetischen, hauptsächlich elektronischen Wellen, die in der Musik verarbeitet sind – ja sie sind einfach speziell und ungewöhnlich. Ich habe so eine speziellere Musikrichtung noch nie gehört und habe mich mal blind auf die Re-Release Platte von Tristwood eingelassen, welche schon im Jahr 2010 erstmals veröffentlicht wurde.

Zu Beginn wird man mit nicht beschreibbaren Klängen verwöhnt, bevor die Richtung eindeutig Richtung Black Metal eingeschlagen wird und ich mich auch endlich wieder heimisch fühle, aber dieses Gefühl soll mir nicht lange erhalten bleiben. Anstelle der außergewöhnlichen Klänge, die ab und zu mal im Black Metal durchkommen, haben wir hier elektronische Töne. Wenn ich eine Stromleitung in Geräuschen beschreiben müsste, würde ich genau diese Soundauswahl als Hilfe hinzunehmen. Tristwood haben ein wirklich elektrisierendes Album, welches aber den Hauptcharakter nie außer Acht lässt, wovor ich in erster Linie Bedenken hatte. Klare Stimmen und abartige Screams beschönigen die abgefahrenen Gitarren, welche durch den Häcksler gejagt werden. Würde Jimi Hendrix die Art und Weise sehen, in welcher die Gitarren hier vernichtet werden, würde er sicherlich das Weinen anfangen, aber es erzeugt einen abgöttischen Ton, den ich einfach fühle.

Am Ende merkt man gar nicht, dass das Subgenre Industrial überhaupt vorhanden ist. Was am Anfang so extrem raussticht, verläuft sich im Laufe des Albums und wird nahezu unbemerkt integriert, sodass es gar nicht mehr auffällt, ganz im Gegenteil, es macht das Album aus. Würde man die elektronischen Schwingungen weglassen, würde dem Album irgendwas fehlen und das wären Power und Aggression, die ihm durch die Beigabe der Sounds erst verliehen werden.

Aber trotzdem fällt etwas negativ auf und das ist die Abwechslung. Auch wenn im Black Metal viel einfach nur stumpf und gleich ist, kann man heutzutage wirklich mehr erwarten. Ich hätte mir etwas mehr Variation gewünscht und hier hätten auch die Industrial-Klänge ruhig etwas mehr im Vordergrund spielen dürfen und die Songs mehr aufzufrischen, um diese am Ende unterscheiden zu können – teilweise war ich mir nicht sicher, ob der Song einfach lang ist oder doch schon ein Neues begonnen hat.

Tristwood – Dystopia Et Disturbia
Fazit
Was ich erst misstrauisch angeschaut habe, hat sich als absolute Flaute erwiesen. Elektronik und Black Metal können doch zusammenpassen und ein wunderschön dunkles und dennoch modernes Klangbild kreieren, was mich beeindruckt hat.

Anspieltipps: Volcanus, Chamelicon Bizarre und Terra Incognita
Paul M.
7.5
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