U.D.O. – Live In Bulgaria 2020 – Pandemic Survival Show

Das beste Livealbum mit einem herrlichen Mix aus Alt und Neu seit Langem

Artist: U.D.O.

Herkunft: Deutschland

Album: Live In Bulgaria 2020 – Pandemic Survival Show

Spiellänge: 138:15 Minuten

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Speed Metal, True Metal

Release: 19.03.2021

Label: AFM Records

Links: www.udo-online.com

Bandmitglieder:

Gesang – Udo Dirkschneider
Gitarre – Andrey Smirnov
Gitarre – Fabian Dee Dammers
Bass – Tilen Hudrap
Schlagzeug – Sven Dirkschneider

Tracklist:

  1. Intro
  2. Tongue Reaper
  3. Make The Move
  4. Midnight Mover
  5. Wrong Side Of Midnight
  6. Metal Machine
  7. Independence Day
  8. Rose In The Desert
  9. Vendetta
  10. Rising High
  11. Prologue: The Great Unknown
  12. In The Darkness
  13. I Give As Good As I Get
  14. Princess Of The Dawn
  15. Timebomb
  16. Drum Solo
  17. Bass Solo
  18. Hungry And Angry
  19. One Heart One Soul
  20. Man And Machine
  21. Animal House
  22. They Want War
  23. Metal Heart
  24. Fast As Shark
  25. Balls To The Wall
  26. Outro (Stillness Of Time)

Es gibt Ereignisse im Musik-Business, die bleiben einzigartig. Diese sind es in der Regel auch, die dann auf Datenträgern in irgendwelcher Form auf den Markt kommen. Eines dieser Ereignisse ist auch das U.D.O.-Konzert am 18. September 2020 im bulgarischen Plovdiv. 2500 Fans in einem beeindruckenden römischen Amphitheater – mitten in einem Jahr, in dem die Welt aufgrund der Covid-19-Pandemie zwischen den Lockdown-Wellen ausharrte. Die Show, die unter voller Einhaltung der Coronavirus-Hygieneregeln stattfand, ist mit Abstand die Größte, die während der Pandemie weltweit stattfand. So wurde sie auch international umstritten und lautstark diskutiert. Es war bis ein paar Tage vor dem Konzert auch nicht klar, ob es überhaupt stattfinden kann. Können die notwendigen, vorgeschriebenen Hygienevorschriften umgesetzt werden? Könnte die Band, deren Musiker in vier verschiedenen Ländern leben, überhaupt nach Bulgarien einreisen? Halten sich die Zuschauer während des Konzerts an das vorgegebene Hygienekonzept?

Udo Dirkschneider live!

Jahrzehntelang waren U.D.O. dafür bekannt, dass sie jedes Jahr bis zu 200 Shows weltweit spielten. Nun sollte dieses in 2020 das einzige gespielte Konzert der Band werden. Die Local Crew hatte ganze Arbeit geleistet. Alle Bedenken wurden zerstreut, die Behörden gaben ebenfalls grünes Licht. Die Stimmung und die Emotionen bei dem Konzert lassen sich kaum in Worte fassen. Dazu kommt, dass U.D.O. eine Setliste gespielt haben, die so nie wieder gespielt werden wird. Basierend auf der Steel Factory Tour, die im Schnitt so um die 100 Minuten dauerte, wurde eine einzigartige Show aus allen Dekaden der Geschichte von Udo Dirkschneider gestrickt. Hier dürfen natürlich auch Accept-Klassiker, deren Originalstimme er ja nun jahrelang war, nicht fehlen. So legten sie fast 40 Minuten Spielzeit zu einer Steel Factory Show drauf. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, wenn man sich im Klaren darüber ist, dass sie sich zuvor neun Monate lang (!) nicht gesehen haben.

Die ersten 45 Minuten sind synchron der Steelhammer-Tour. Das Intro sowie die Opener Tongue Reaper und Make The Move sind von dem 2019 erschienen letzten Album. Dann beginnt die Zeitreise. Midnight Mover (2001), Wrong Side Of Midnight (2007), Metal Machine (aus Steelhammer 2013) und Independence Day (aus Solid von 1997) bilden den ersten Zeitreisen-Block. Rose In The Desert und Rising High ist dann wieder aktuell. Dazwischen wird noch fix Vendetta von dem Mastercutor Album 2007 eingestreut. Dann beginnt die erste Abweichung zur gewohnten Setlist. Prologue: The Great Unknown ist vom Gitarristen Dee Dammers im März 2020 herausgebrachtes Debüt-Soloalbum Bubbly Joyride To Utopia. Dieser Song wurde bis dahin noch nie live performt. Weiter geht es mit der Standard-Setliste. In The Darkness (Animal House 1987) und I Give As Good As I Get (Rev-Raptor 2011) gehören mittlerweile schon zum Standard-Repertoire der Band. Die nächsten Tracks sind dann etwas aus der Art. Mit über elf Minuten Länge folgt der erste Accept-Kracher Princess Of The Dawn. Es folgt der 91er-Song Timebomb in den ein Drum- und Basssolo eingebaut ist. Somit sind die nächsten 13 Minuten verflogen. Zurück in die Gegenwart: Es folgen die Titel Hungry And Angry und One Heart One Soul vom Steel Factory Album. Bei einem normalen Set würde jetzt der Endspurt eingeläutet werden. Man And Machine vom gleichnamigen 2002er-Album sowie Animal House und They Want War vom Animal House Album 1987 würden das furiose Ende markieren. Nicht so in Plovdiv. Jetzt schlägt jedem alten Knochen (wie mir) und Accept-Fan der ersten Stunden das Herz höher. Die letzten 28 Minuten gehören ganz der Band, der er seine Bekanntheit verdankt. Allein über 12 Minuten beansprucht davon Metal Heart vom gleichnamigen 1985er-Accept-Album. Weiter geht es mit Klassikern aus 1982. Fast As Shark (vom Restless And Wild-Album) sowie Balls To The Wall vom gleichnamigen Album. Der Rausschmeißer ist dann ein Stillness Of Time-Outro. Wahrlich ein denkwürdiger Abend.

Noch einige Fakten zu diesem Album. Producer Stefan Kaufmann hat ganze Arbeit geleistet, das komplette Konzert abgebildet und auch die Stimmung sehr gut eingefangen. Das Cover-Artwork stammt von Hiko Kramer. Die physischen Datenträger werden sein: Eine Blue-Ray-DVD, zwei CDs in einem Gatefold-Cover sowie eine Drei-LP-Vinyl-Box. Diese Yellow/Black Marbled Ausgabe war auf 100 Stück limitiert und ist schon kurz nach Bekanntgabe ausverkauft gewesen. Natürlich wird das Konzert auch auf allen bekannten Download und Streaming-Plattformen erhältlich sein.

U.D.O. – Live In Bulgaria 2020 – Pandemic Survival Show
Fazit
Fast zwei Stunden und 20 Minuten Best Of Udo Dirkschneider live. Couch, Bier und die Blue-Ray bilden gerade jetzt im Lockdown eine Einheit. Das beste Livealbum seit Langem.

Anspieltipps: Metal Machine, Princess Of The Dawn, und Balls To The Wall
Norbert C.
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