Wheel – Headliner Tour 2020 am 14.02.2020 im Headcrash, Hamburg

Ein Reifen, der nach Tool klingt

Eventname: Wheel – Headliner Tour 2020

Headliner: Wheel

Vorbands: Van Holzen

Ort: Headcrash, Hamburg

Datum: 14.02.2018

Kosten: ab 21,40 € VVK, 24 € AK

Genre: Progressive Rock, Progressive Metal, Deutschrock, Alternative

Besucher: ca. 130 Besucher

Veranstalter: STP Hamburg Konzerte GmbH (https://hamburgkonzerte.de/)

Links: https://de-de.facebook.com/wheelband/
http://www.wheel.band/
https://vanholzen.com/
https://de-de.facebook.com/vanholzenofficial/
https://www.headcrash-hamburg.com/

Setlisten:

Van Holzen:

  1. Allein
  2. Regen
  3. Karneval
  4. Herr Der Welt
  5. Honig
  6. Irgendwas
  7. Schwimmen
  8. Leichenschmaus
  9. Masquerade

Wheel:

  1. Lacking
  2. Vultures
  3. Tyrant
  4. Up The Chain
  5. The Path
  6. Skeletons
  7. Please
  8. Where The Pieces Lie
  9. Wheel

Freitagabend und es geht mal wieder in Richtung Kiez. Ziel ist das Headcrash. Das Headcrash befindet sich auf der Straße Hamburger Berg. Das eine Querstraße von der Reeperbahn abgehend und easy mit der S-Bahn (Station Reeperbahn, ca. drei Gehminuten) oder auch mit der U-Bahn (Station St. Pauli, sind ein paar Minuten mehr, aber auch nicht wirklich weit) zu erreichen. Der Club bietet zwei Ebenen. Diesmal geht es die Treppe hoch. Hier gibt es einen kleinen Club mit einem Fassungsvermögen für ca. 200 (geschätzt) Personen, abhängig auch von den sonstigen Aufbauten wie Merchandising Stand und Technik. Heute finden sich ungefähr 130 Zuschauer am frühen Freitagabend ein.

Es stehen quasi zwei Newcomer Bands auf dem Programm. Als Opener agieren Van Holzen. Van Holzen wurde 2015 gegründet und kommen aus Ulm. Bisher wurden zwei Alben auf den Markt gebracht. 2017 Anomalie und 2019 Regen. Genretechnisch sind die drei Herren dem Deutschrock zuzurechnen. Hier stell ich dann mal wieder die Frage, warum man eine progressive Metal Band mit einer Deutschrock Band auftreten lässt? Das scheint gerade ein gewisser Trend zu sein, verschiedene Genres in einen Konzertabend zu packen. Richtig anfreunden kann ich mich damit allerdings nicht.

Das Trio entert pünktlich um 20 Uhr die Bühne. Das Headcrash ist zu dem Zeitpunkt nur locker gefüllt. Weitere Konzertbesucher trudeln während der Show in den Club ein. Los geht es mit Allein vom aktuellen Werk Regen. Alternative Deutsch Rock mit intelligenten Texten aus dem Leben. Der Titeltrack folgt direkt im Anschluss, bevor es mit Karneval zum Erstling geht. Alles gut und sauber gespielt. Auch der Sound ist okay. Es ist einfach nur nicht mein bevorzugter Musikstil. Ca. 40 Minuten hat das Trio und performt neun Tracks. Dann ist Feierabend für Van Holzen und die Band wird mit Applaus in den Feierabend entlassen.

An den T-Shirts sieht man recht deutlich, warum die meisten Besucher heute hier sind. Opeth, Leprous und andere Bands, die eindeutig der progressiven Musik zuzuordnen sind, findet man reichlich. Wheel ist eine Band aus Finnland und hat bisher einen Longplayer veröffentlicht. Die Band ist jung an Alben, aber erfahren bzgl. der Musik. Sänger und Mastermind James Lascelles ist Mitte 30 und in London geboren. Er lebt aber bereits seit ca. zehn Jahren in Helsinki / Finnland. Seine Mitstreiter Roni Seppänen (Gitarre), Mikko Määttä (Bass) und Santeri Saksala (Drums) fand er in lokalen Bands in seiner Wahlheimat. Nach zwei in Skandinavien weithin beachteten EPs erschien im vergangenen Februar Moving Backwards, das Debütalbum von Wheel, das in zahlreichen internationalen Magazinen Bestnoten erhielt. Lascelles beschreibt sein neues Projekt wie folgt: „Was die Haupteinflüsse angeht, stehen Tool sicherlich ganz oben auf der Liste. Daneben finden sich auch Karnivool, Meshuggah und einige Alternative Bands wie Radiohead oder The Mars Volta. Wir sind generell breit aufgestellt, weswegen die Unterscheidung in Prog Rock und Prog Metal wenig zielführend ist. Dazu gesellt sich ein frühneunziger Seattle-Vibe, außerdem sind wir große Filmscore-Fans, insbesondere der Soundtrack zu 28 Days Later von John Murphy hat es uns angetan“.

Das Quartett entert die Bühne in dunklen Overalls und mit tief heruntergezogenen Kapuzen. Das erinnert mich zunächst an Swallow The Sun. Die Musik ist aber vom ersten Klang deutlich anders und nach drei Tracks wird auch ohne Kapuzen performt. Der Opener ist Lacking – natürlich vom aktuellen bzw. einzigen Longplayer Moving Backwards. Der Sound ist auch hier gut und ein gewisser Tool Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen. Neben dem einen Longplayer, welcher komplett auf der Setlist steht, gibt es noch zwei EPs Namens The Path und The Divide. Auch daraus werden zwei Tracks sauber performt. Rausschmeißer ist der Titel mit dem Bandnamen. Dazu sind die vier Herren auch gut auf der Bühne unterwegs. Das ist ja bei den Prog Rockern oft auch anders. Die Band verlässt nach ca. 70 Minuten unter tosendem Beifall und Zugabe Sprechchören die Bühne. Aber mehr Songs gibt’s von Wheel noch nicht. Der Auftritt ist mehr als ansprechend und man schaut in rundherum zufriedene Mienen. Da bin ich mal gespannt, was die finnische Band als Zweitling aus dem Hut zaubert. Clubkonzerte sind auch hier etwas intimer bzgl. Künstler und Publikum. Kurze Zeit nach Konzertende beziehen die vier Herren eine neue Position am Merchandising Stand und sind für einen Schnack oder Fotos verfügbar.

Fazit: Wow – Wheel haben mich ziemlich überzeugt. Da kommt aus Finnland mal etwas anderes als die typischen Genres. Die Truppe spielt primär Prog, aber, wie in den Ausführungen der Band auch dargestellt, nicht nur. Es gibt auch Sachen zum Headbangen. Tyrant z.B. wendet sich einige Male in verschiedene Richtungen und klingt zwischenzeitlich auch mal leicht nach Grunge. Dazu Klargesang und ein sehr intensives Gitarren- und Bassspiel. Eigentlich klingen die Herren überhaupt nicht nach Skandinavien. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht zuzuhören und zuzusehen. Es würde mich nicht wundern, wenn man Wheel demnächst auf größeren Bühnen bewundern darf.

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