Wolvennest – Temple

Psychedelic Black Metal der anderen Art

Artist: Wolvennest

Herkunft: Brüssel, Belgien

Album: Temple

Spiellänge: 77:30 Minuten

Genre: Psychedelic Black Metal

Release: 05.03.2021

Label: Ván Records

Link: https://www.facebook.com/wolvennestband

Bandmitglieder:

Gesang – Dèhá
Gitarre und Backgroundgesang – Corvus von Burtle
Gitarre – Michel Kirby
Gitarre – Marc De Backer
Bassgitarre – John Marx
Keyboard – Shazzula
Schlagzeug – Bram Moerenhout

Tracklist:

  1. Mantra
  2. Swear To Fire
  3. Alecto
  4. Incarnation
  5. All That Black
  6. Succubus (feat. King Dude)
  7. Disappear
  8. Souffle De Mort

Zwei Jahre hat es gedauert, bis Wolvennest ihre zweite LP veröffentlichen. Ob diese an den Vorgänger nun anknüpfen kann, mag ich gar nicht anzweifeln, denn die tranceartige Stimmung des Albums lotst einen automatisch in eine feste Richtung, die sich nicht beeinflussen lässt.

Was schon bei den anderen Werken von Wolvennest die Stärke war, lässt sich bei den ersten Klängen von Mantra gut erkennen. Unheimlich lang verzerrte Gitarren, die umgeben werden von mystischen, kaum definierbaren Sounds, knallen auf bodenständige Rhythmen und lassen einen immer weiter das Bewusstsein verlieren. Mir persönlich gefällt der dramatische Einstieg sehr gut, vor allem, als ein Gesang einsetzt, den man mit The Sister Of Mercy verwechseln könnte. Die träge Stimmung verteilt sich gut auf Seele und Geist. Wer etwas Entspanntes, aber dennoch Hässliches sucht, ist bei Wolvennest genau richtig. Psychedelic Black Metal öffnet neue tranceartige Ebenen, die man zur Abwechslung mit offenen Armen begrüßt. Die Gitarren bringen den für den Black Metal typischen Hauch an Hässlichkeit mit sich, dick verzerrt, schnell und abartig – die Kombination zu den eigentlich beruhigenden heilenden Klängen macht das Wechselspiel sehr interessant und vor allem einzigartig.

Was einem leider nicht so einzigartig vorkommt, ist Succubus, welches für mich viel zu stark an Behemoth erinnert. Obwohl dieses Lied kompositorisch makellos ist, kommt es mir zu bekannt vor und ich schweife immer wieder in andere Lieder ab, was ich sehr bedauere. Das längste Lied, welches ich am fesselndsten finden sollte, ist mich für pure Ablenkung, was aber nicht bedeutet, dass musikalisch hier nicht auf den Putz gehauen wird. Düstere Glocken begleiten das Lied von Anfang bis Ende und choralartige Gesänge setzen die Aufmerksamkeit auf den Text, welcher von misanthropischen Gitarren und einem sturen Rhythmus begleitet wird.

Wer das Ziel hat, abzudriften, der Gegenwart mal kurzzeitig zu entfliehen, ist bei Wolvennest goldrichtig. Wer große musikalisch technische Ansprüche hat, wird hier weder fündig noch glücklich. Klar wissen die Bandmitglieder, wie sie mit ihren Instrumenten umzugehen zu haben, aber man muss seinem Genre auch treu bleiben und virtuose Elemente passen halt leider nicht zu dem ruhigen Stil von Temple.

Wolvennest – Temple
Fazit
Ein gemütliches und dennoch spannendes Album wurde hier von Wolvennest produziert. Für meinen Geschmack fehlen die Variation und etwas Power. Für Freunde der ruhigen, gemütlichen Psychedelic Black Metal Musik ist dies dennoch ein wahres Highlight. Ich hätte mir mehr von Wolvennest gewünscht, freue mich deshalb auf das neue Album und stecke dort mehr Hoffnung rein.

Anspieltipps: Succubus, Alecto und Mantra
Paul M.
6.3
Leser Bewertung4 Bewertungen
8.2
6.3
Punkte
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