Primordial´s „Heathen Crusade“-Co-Headlinertour mit Moonsorrow am 25.04. im Backstage München

„Primordial´s „Heathen Crusade“-Co-Headlinertour mit Moonsorrow am 25.04. im Backstage München“

Eventname: Heathen Crusade 2018

Headliner: Primordial, Moonsorrow

Support: Der Weg Einer Freiheit

Ort: Backstage, München, Deutschland

Datum: 25.04.2018

Eintrittspreis: VVK 28,20 €, AK 30,00 €

Genre: Black-/Pagan Metal

Besucher: ca 1.500

Bandmitglieder Der Weg Einer Freiheit:

Schlagzeug – Tobias Schuler
Gitarre – Nico Rausch
Gitarre, Gesang – Nikita Kamprad
Bass – Nico Ziska

Bandmitglieder Moonsorrow:

Gitarre, Keyboard – Henri Sorvali
Gitarre – Mitja Harvilahti
Bass, Gesang – Ville Sorvali
Schlagzeug – Marko Tarvonen

Bandmitglieder Primordial:

Gesang – Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill
Gitarre – Ciáran MacUiliam
Gitarre – Michael O’Floinn
Bass – Pól MacAmlaigh
Schlagzeug – Simon O’Laoghaire

Setlisten:

[cbtabs][cbtab title=“Der Weg Einer Freiheit“]
Einkehr
Skepsis, Part I
Zeichen
Requiem
Aufbruch
[/cbtab][cbtab title=“Moonsorrow“]
Pimeä
Ruttolehto incl. Päivättömän päivän kansa
Kivenkantaja
Suden Tunti
Mimisbrunn
Kuolleiden Maa
[/cbtab][cbtab title=“Primordial“]
Nail Their Tongues
Gods To The Godless
Exile Amongst The Ruins
No Grave Deep Enough
To Hell Or The Hangman
As Rome Burns
Stolen Years
Traitors Gate
Upon Our Spiritual Deathbed
The Coffin Ships
Heathen Tribes
Empire Falls
[/cbtab][/cbtabs]

 

Ein Nordlicht auf Abwegen. Für mich eine neue Location bei meinem Gastspiel in München. Viel über das Backstage gelesen, wollte ich mir mal meine eigene Meinung bilden. Da bietet sich ein Co-Headliner-Konzert natürlich an. Normalerweise hätten wir von diesem Event am Samstag vom Tourabschluss aus Hamburg berichtet, da sind wir aber beim Plage Noir am Weißenhäuser Strand im Einsatz.

Recht früh mache ich mich auf den Weg. Das ist auch gut so. Parallel zur Anreise läuft der normale Berufsverkehr sowie die Anreise zum Fußball-Champions-League-Spiel der Bayern gegen Madrid. Parkplatz war kein Problem, die Akkreditierung danach allerdings schon. Einlass sollte um 18:30 Uhr sein, 18:45 war ich dann auch schon da. Trotz Zusage stehe ich nicht auf der Liste. Da Diskussionen nichts bringen, gehen wir gleich den Weg der Problemlösung. Nur die Originalmail des Verlages rettet mir den Abend. Mein „Manager“ ist mit kurzer Verzögerung zu Hause erreichbar und kann mir seinen internen Mailverkehr auf mein Handy weiterleiten. Prima. Also wieder angestellt. So langsam wird die Zeit knapp. Nach weiteren Rückfragen bekomme ich eine provisorische Akkreditierung. Als Schreiberling wäre das ja ausreichend, für mich als Fotograf ist es nur die erste Hürde. Der Einlass ist kein Problem, als Pressevertreter bekomme ich die Kamera mit in die Halle. Mein zeitlicher Vorsprung ist allerdings dahin. 40 Minuten vom Parkplatz vor der Tür bis zur Bühne, Zeit für einen Rundgang bleibt nicht mehr. Fünf Minuten bis zum Beginn von Der Weg Einer Freiheit verbleiben. Ich bereite meine Kamera vor und begebe mich zum Fotograben. Da ich keinen Original-Fotopass, sondern nur dieses Provisorium habe, beginnt wieder die Diskussion. Rückfragen ob oder ob nicht, verzögern meinen Start. Endlich die Freigabe. Nun aber fix, mir bleiben nur noch eineinhalb Lieder…

Der Weg Einer Freiheit

Der Weg Einer Freiheit haben pünktlich um 19:30 Uhr mit Einkehr begonnen, bei den ersten Klängen zu Skepsis, Part I komme ich endlich zu meiner Arbeit. Da ich die Jungs bei den Hamburg Metal Dayz 2017 schon einmal erleben durfte, wusste ich, was mich erwartet. Düstere Bühnenbeleuchtung, Stroboskoplicht und viel Nebel macht als Fotograf nicht viel Spaß. Dafür mag ich die Musik der Würzburger Metalhoffnung. Düster, viel Instrumental. Im Genrejargon: melodiöser Black Metal mit skandinavischem Einschlag. Genau mein Ding. Nach 45 Minuten ist Schluss. Gitarrist Nikita Kamprad bestätigt mir später über das Telefon: „Es war für uns die größte Show der Support-Tour. Wir freuen uns immer wieder, in München zu spielen.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Ich komme zu meinem, wenn auch kurzen, Rundgang. Zuerst ein Abstecher an den Getränkestand. 3,80 € für ein umgefülltes 0,5 Liter Flaschenbier finde ich unangemessen. Dazu kommen noch 2 € Pfand für einen Einwegbecher… Viel los ist auch nicht, was bei diesen Preisen nicht weiter verwunderlich ist. Mir egal, ich muss eh noch fahren. Weiter zum Merch-Stand. In einer Ecke der Halle, die mich stark an die Hamburger Markthalle erinnert, ist alles, was das Fanherz begehrt. Alle drei Bands präsentieren ihre Shirts, Tonträger oder Packages. Vor dem Eingang eine riesige Menschentraube. Jeder versucht die 25 Grad im Freien zu genießen. Außerdem finden hier heute vier Veranstaltungen parallel statt. Drei Konzerte im Club, im Werk und in der Halle. Dazu noch Public Viewing auf einer riesigen Video-Wall im Biergarten – logistisch schon eine größere Aufgabe.

Gitarrist Janne Perttilä von Moonsorrow

Fast vergisst man seinen Einsatz. Pünktlich zurück, ist diesmal der Einsatz im Graben kein Problem mehr. Moonsorrow bringen eine große Anhängerschar mit. Die Halle ist gut voll. Um 20:40 Uhr beginnen die finnischen Pagan-Metaller ihr Set. Auch hier wieder düstere Bühnenbeleuchtung. Der Opener Pimeä kommt gut an. Was mich wundert, ist, dass hier im tiefsten Bayern viele die finnischen Texte mitsingen können. Nachdem wir den Graben verlassen haben, wird es epischer. Bei Suden Tunti vernebeln Fontänen die Halle. Nach gut einer Stunde ist auch dieses Konzert beendet, obwohl es doch als Co-Headliner angekündigt ist.

Frontman Alan Averill

Um 22:40 Uhr ist es dann so weit. Primordial betreten die Bühne. Kaum Chance auf gute Bilder, im rappelvollen Fotograben drängen sich Leute, die versuchen mit Handys und kleinen Digitalkameras den Fotografen die Show zu stehlen. Den meisten Erfolg haben sie vor allem darin, immer im Weg zu stehen… Ansonsten wieder eine Bühnenbeleuchtung, die den Namen nur spärlich bedient. Frontman Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill, heute als Untoter geschminkt, fungiert als Entertainer, steht im Vordergrund. Der Opener Nail Their Tongues vom neuen Album Exile Amongst The Ruins beginnt ruhiger. Die Iren haben dem Death Metal abgeschworen und setzen auf Pagan und Black Metal? Naja, live kommt das definitiv anders rüber. Satter, voller Sound beschallt die Fans. Die Gitarreneinlagen von Ciáran MacUiliam und Michael O’Floinn kommen im ersten Moment etwas scheppernd und dünn rüber, werden aber sofort von den Tontechnikern eingefangen. Da das neue Album erst seit einer Woche auf dem Markt ist, kommt nicht recht Stimmung auf. Bei den alten, bekannten Titeln dreht der Pit auf. Bereits als zweiter Titel kommt mit Gods To The Godless vom 2000er-Album Spirit The Earth Aflame der erste Kracher. Die Setlist wechselt munter zwischen alten und neuen Titeln. Am Ende stehen fünf Titel der neuen Scheibe auf dem Programm, mein Lieblingssong Sunken Lungs war leider nicht dabei.

Beste Sicht von der hineren Plattform

Um noch ein paar Bilder von hinten zu schießen, beschließe ich gegen 23:15 Uhr noch einmal einen Besuch beim Merch-Stand. Dabei fällt mir der lose gefüllte hintere Bereich auf. Circa 25-30 Prozent der Besucher haben bereits das Konzert verlassen. Für einen Mittwoch doch zu viel des Guten? The Coffin Ships vom 2005er-Album The Gathering Wilderness ist der zweitälteste Titel des Abends. Den Abschluss aber bildet von To The Nameless Dead (2007) Heathern Tribes und als Zugabe Empire Falls. Dies bekommen geschätzt die Hälfte der Besucher nicht mehr mit. Kurz vor Mitternacht ist nach 90 Minuten Schluss.

Fazit: Für rund 30 Euro bekommt man einen tollen Abend mit drei Bands der Extraklasse geboten. Wie viele andere auch bin ich bei den Supportbands Feuer und Flamme, der Hauptakt Primordial begeistert mich vor allem bei älteren Titeln. Ihre spezielle Art von Metal muss man mögen, ist nicht im Mainstream. Die Location bietet Raum für Freiheit, begeistert mich ähnlich wie die Hamburger Markthalle. Einziger Nachteil sind hier die für mich ungewohnt hohen Getränkepreise.

Weitere Beiträge
De Mortem Et Diabolum V vom 13.12. – 14.12.2019 JHP Jugendhaus Paulinenaue bei Berlin (Vorbericht)