Artist: Innumerable Forms
Herkunft: USA
Album: Pain Effulgence
Spiellänge: 35:10 Minuten
Genre: Death Metal, Doom Metal
Release: 22.08.2025
Label: Profound Lore Records
Link: https://innumerableforms.bandcamp.com/album/pain-effulgence
Bandmitglieder:
Gesang – Justin DeTore
Gitarre – Jensen Ward
Gitarre – Chris Ulsh
Bassgitarre – Doug Cho
Schlagzeug – Connor Donegan
Tracklist:
1. Impulse
2. Indignation
3. Blotted Inside
4. Dissonant Drift
5. Ressentiment
6. Overwhelming Subjugation
7. Pain Effulgence
8. Austerity And Attrition
Die Band Innumerable Forms stammt aus Boston und fand im Jahre 2007 zusammen. Nach einer EP, einer Split und einem Demo erschien im Jahre 2018 das Erstwerk namens Punishment In Flesh. Noch ein Demo, dann Album Nummer zwei und im Jahre 2023 eine weitere EP. Das Quintett hat sich noch einmal auf den Weg gemacht und mithilfe des Labels Profound Lore Records haut man nun das dritte Album heraus. Musikalisch geht man den doomigen und deathigen Weg weiter.
Der Einfluss von doomigen Klängen im Death Metal ist für mich immer eine schwierige Sache, denn viele Bands sehen die deathige Spielweise als zweitrangig an, und dann ist mir der ganze Spaß einfach zu langsam. Ich bin da eher so ein Kind der Anfänge des doomigen Death Metals und da muss ich natürlich immer wieder My Dying Bride und As The Flower Withers ins Spiel bringen. Meines Erachtens das beste Album in diesem Bereich und vor allem der Übersong Sear Me ist eine Granate. Und dann gibt es ja noch Bands, die doomige Klänge als bösen Part mitlaufen lassen, wie z.B. Incantation.
Der Opener Impulse geht dann schon eher in die letzte Richtung. Düster und langsam schleppt man sich zu Beginn und holt dann den Vorschlaghammer heraus. Die Gitarre heult auf und der etwas hallende Gesang unterstützt diese bösartige Angelegenheit. Man nimmt das Tempo wieder heraus und erhöht es aber dann erneut und fügt eine dunkle Melodie hinzu. Dann schleppt man wieder und hat eine langsame Melodie dabei. Kommt ganz gut, auch wenn der Sound meines Erachtens ein wenig differenzierter hätte sein können. Gerade im schnelleren Sektor hat man schon Probleme, alles wahrzunehmen. Stört aber nur am Rand. Nun ist man wirklich im Doom angekommen und lässt es gemächlich angehen, aber man klingt eben nicht romantisch, sondern bitterböse. Der Gesang ist quasi durchgehend, bis dann ein Solo erfolgt. Die Drums bleiben langsam und eine finstere Wolke schwebt über der Aufnahme. Dann ist auch schon Schluss.
Indignation zeigt wieder erst mal die doomige Seite der Band. Langsam und sehr drückend, als hätte man den Teufel im Leib, agieren sie hier und ziehen einen irgendwie in den persönlichen Abgrund herunter. Nicht, dass man da ja schon immer irgendwie ist, aber sie schaffen es, einen noch weiter herunterzuziehen. Dann besinnen sie sich auf mein Anliegen. Die Gitarre spielt vorweg, man wechselt ins Uptempo und kombiniert dieses kurz mit dem Midtempo, um dann wieder den Kriechmodus zu aktivieren. Ich mag diese Wechsel, vor allem, wenn sie im langsamen Bereich eine schaurige Melodie aus dem Hut zaubern, die auch tiefer gespielt wird bzw. kurze Zeit später nur ein wenig höher. Die Vocals agieren immer als aggressiver Hintergrundfaktor und stellen quasi ein weiteres Instrument dar. Eher mehr als Geräuschkulisse, zumindest bei diesen Parts. Und dann, wie aus dem Nichts, holen sie den Knüppel heraus, knattern alles kaputt und dann ist auf einmal Feierabend.
Das finde ich bis hierher schon einmal ziemlich geil. Die meisten Bands ziehen die Songs unheimlich in die Länge. Gerade diese schleppenden und doomigen Passagen werden bis zum Sankt Nimmerleinstag ausgelotet, aber diese Freaks gehen da einen anderen Weg. Wie gesagt, finde ich persönlich besser.
Also, ich muss zugeben, dass einem jetzt nicht wirklich etwas Überraschendes oder so auf dem Teller präsentiert wird, aber die Art und Weise, wie diese Speise zubereitet wurde, ist sehr appetitlich. Man wird definitiv satt und es hat sogar sehr gemundet.
Song Nummer drei, Blotted Inside, ist zwar ähnlich aufgebaut wie die ersten beiden und auch der Rest des Albums geht in diese Richtung, aber das stört mich persönlich nicht. Dieses Stück hat dann auch wieder eine interessante und dunkle Melodie dabei und lässt dabei ein Solo mitlaufen, wechselt dann auch die Geschwindigkeit innerhalb des Parts, und auch hier ist nach insgesamt vier Minuten Spielzeit Schluss mit lustig.
Mit Austerity And Attrition beendet man das Album und hat mit sieben Minuten dann doch noch ein längeres Stück dabei, aber dieses macht auch unheimlich Laune. Diese düstere und zerstörerische, langsame Melodie und der im Hintergrund bösartige Gesang schocken ohne Ende, wobei die Melodie dann schon am Anfang ziemlich lange hörbar ist. Aber das macht nichts, denn die ist wirklich extrem geil. Dann variiert diese, bleibt aber schleppend und bedrohlich. Ja, das dürfte besonders Freunde des Dooms beglücken. Geiles Ding. In dieser Art und Weise ackert man die ersten drei Minuten und nun denkt man, die Hölle bricht aus, aber nee, man bleibt im langsamen Sektor, liefert noch ein wildes Solo ab und schleppt sich weiter. Nach 4:30 Minuten erhöht man dann langsam das Tempo, ohne richtig schnell zu werden, sondern man wechselt wieder innerhalb des Parts. Nun ist genau das eingetreten, was ich kurz vorher gelobt habe. Die Länge des Stücks. Mir ist das echt zu lang, aber das ist dann auch eher ein persönliches Problem. Die Gitarren klingen dann noch wild und man schleppt sich so langsam ins Ziel.
Ansonsten ein echt gutes Death-Doom-Metal-Album!




