Event: Ereb Altor – Rites Of The Blood Moon Tour 2026
Bands: Ereb Altor, Skyforger, Wolfchant, Belore
Ort: Logo Hamburg, Grindelallee 5, 20146 Hamburg
Datum: 17.02.2026
Kosten: VVK circa 24 € plus Gebühren, AK 29 €
Zuschauer: ca. 120 Menschen
Genre: Viking Metal, Pagan Metal, Black Metal, Folk Metal, Melodic Death Metal, Atmospheric Black Metal, Epic Black Metal
Link: https://www.logohamburg.de/
Im kalten Februar geht es bereits früh ins Hamburger Logo. Heute haben sich vier Bands mit eher düsterer Musik angesagt. Headliner sind die lettischen Pagan-Folk-Metaller Skyforger und die schwedischen Black-Viking-Metaller Ereb Altor, die von der Bandbesetzung nahezu identisch zu den Epic-Doomern Isole sind. Das Paket von vier Bands ist für den schmalen Taler von 24 € plus Gebühren zu haben. Die Frage, wie sich so ein Tourpaket rechnet, bleibt offen. Lassen wir die finanziellen Aspekte außen vor und gehen rein in die Musik. Um 18:30 Uhr stehen Belore auf der Bühne.

Wer auf dem Hörnerfest 2025 war, der erinnert sich eventuell an die atmosphärischen Black-Metaller, die den zweiten Festivaltag finalisierten. Heute ist das Quintett als Opener am Start und überzeugt vor allem dadurch, dass selbst die Folk-Instrumente live von Ella Zlotos (unter anderem auch Live-Musikerin bei Saor) gespielt werden. Verschiedene Flöten kommen zum Einsatz und verbinden sich mit dem Gitarrensound in dem keifenden Gesang von Aleevok. Die Spielzeit ist knapp bemessen. Gerade einmal 30 Minuten bleiben Belore, während der die Truppe vier Nummern präsentiert. Drei davon stammen vom aktuellen Album Eastern Tales, das im April 2024 veröffentlicht wurde. Belore sind keine Easy-Listening-Band, liefern aber einen interessanten Klangteppich. Wer sich grundsätzlich für Musik in Richtung Epic/Atmospheric Black Metal interessiert, sollte der Truppe eine Chance geben.

Das Gegenstück zu den atmosphärischen Klängen liefern die nachfolgenden Wolfchant. Die Truppe setzt auf zwei Sänger, aber nur auf eine Gitarre. Wie so oft im Sektor Pagan und Folk Metal kommen diverse Instrumente vom Band. Die beiden Sänger Lokhi und Skaahl animieren das Publikum, was irgendwann darin gipfelt, dass Musik aus der Konserve ertönt und die beiden Sänger sich als Animateure entpuppen und das Publikum zum Mitmachen bringen. Klar, Musik ist Geschmackssache. Aber wenn bei einem Livekonzert gefühlt mehr aus der Konserve kommt, als dass die Instrumente bearbeitet werden, hinterlassen solche Aktivitäten einen faden Beigeschmack. Damit sind Wolfchant nicht allein unterwegs, es gibt sogar Bands, die haben keinen Bassisten auf der Bühne, aber der Bass wummert trotzdem.
Musikalisch gibt es einen Mix aus folkigen Instrumenten und Keyboard, die sich irgendwo rhythmisch zum melodischen Death Metal mit Power-Metal-Anleihen bewegen. Mitschunkeln, Mitklatschen und Mitgrölen sind angesagt. Sieben Nummern gibt es auf die Ohren plus Intro und Outro, dazu ein Mix zwischen deutschsprachigen Lyrics (Am Schlachtfeld, Bollwerk) und englischen Texten (A Pagan Storm, Embraced By Fire). Beim Publikum kommen Wolfchant gut an und werden nach dem circa 45-minütigen Gig abgefeiert.

Die Umbaupausen sind schnell erledigt und kaum 20 Minuten später stehen Skyforger aus Lettland auf den Brettern. Wie bei Wolfchant kommen auch hier die folkigen Passagen aus der Konserve. Die dauerhafte Untermalung ist aber weit geringer als beim Vorgänger, der Stilmix dafür ähnlich wild. Melodic Death & Black Metal, Folk Metal, selbst Black ’n‘ Roll gibt es auf die Ohren. Den Gesang teilen sich der Bassist Zirgis und Gitarrist Peter, wobei die Vocals zwischen keifend und clean wechseln. Neun Stücke in circa 50 Minuten liefern die Herren aus Riga, allerdings fast ausschließlich vom aktuellen Werk Teikas. Nur Kalējs Kala Debesīs vom 98er-Debüt Kauja Pie Saules schafft es von älteren Platten ins Set. Wie schon bei den beiden vorherigen Bands sind Skyforger speziell und werden nicht in jeden Gehörgang passen. Wer auf abwechslungsreiche metallische Kost aus der Richtung Folk, Melodic Death und Melodic Black steht, sollte die Truppe antesten.

Den Schlusspunkt setzen die bereits anfangs erwähnten Ereb Altor. Es gibt nochmals einen stilistischen Schlenker, den die Band selbst als skandinavischen Metal bezeichnet. Songs in schwedischer Sprache, schwarzmetallische Einflüsse in dem insgesamt durchaus melodischen Sound. Dass Bathory eine Einflussgröße für das Quintett waren, leugnet die Band überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Ursprünglich sollten nur zwei Platten im Style von Bathory aufgenommen werden. Der Erfolg hat die Bandmember jedoch umgestimmt, sodass vor circa einem Jahr Hälsingemörker, das mittlerweile zehnte Studioalbum, in den Plattenläden auftauchte. Zurück zum Hier und Heute. Der Auftakt nennt sich Valkyrian Fate und stammt vom erwähnten aktuellen Werk. Aber Ereb Altor mixen ihr Set bunt über die Diskografie. Vargtimman, der Titeltrack des 2022er-Releases, ist genauso dabei wie Midsommarblot (2015) oder das englischsprachige Queen Of All Seas (2019). Der Schlusspunkt nennt sich passend The Last Step und stammt ebenfalls von der aktuellen Scheibe. Nach einer knappen Stunde verlassen Ereb Altor bereits wieder die Bühne.
Dass skandinavische Bands handwerklich stark sind, ist so neu wie die Zeitung von vergangener Woche. Das trifft auch auf Ereb Altor zu, die aber das Bathory-Feeling nur bedingt transportiert bekommen. Insgesamt aber ein mehr als interessanter und abwechslungsreicher Abend, an dem vier Bands für einen schmalen Taler in angenehmer Atmosphäre zu erleben waren. Gegen 22:30 Uhr machen sich die Fans auf den Heimweg, der ohne HVV-Busse stattfindet, die heute bestreikt werden. Der Weg zur S-Bahn-Station Dammtor ist aber kurz, sodass alle Fans problemlos den Heimweg antreten.

























