Aathma Tour 2017 – Persefone & Support am 17.04.2017 im Turock, Essen

Eventname: Persefone Aathma Tour 2017

Headliner: Persefone

Vorbands: Poem, Samsara Circle (Local Support)

Ort: Turock, Essen

Datum: 17.04.2017

Kosten: ab 19,60€ VK

Genre: Progressive Death Metal, Progressive Metal, Modern Metal

Veranstalter: Intromental Worldwide, Vicisolum Productions, Metalized Magazine

Link: https://www.facebook.com/events/596458077193178/

Setlisten:

  1. Pale Waters
  2. Sundance
  3. Skeleton Key
  4. The Drivers Song
  5. Clouds

  1. Passive Observer
  2. Fragments
  3. Giant
  4. Desire
  5. Bound Insanity
  6. Weakness
  7. Remission Of Breath

  1. An Infinitesimal Spark
  2. One Of Many…
  3. Prison Skin
  4. Kusanagi
  5. The Great Reality
  6. The Water Book
  7. The Endless Path
  8. Spiritual Migration
  9. Living Waves
  10. The Wind Book
  11. Purity
  12. Cosmic Walkers
  13. No Faced Mindless
  14. Fall To Rise
  15. Flying Sea Dragons
  16. Mind As Universe

 


Der Verkehr ist heute am Ostermontag gar nicht mal so dicht, aber tatsächlich gibt es leider kurz vor meiner Autobahnabfahrt einen kleinen Unfall – Gott sei Dank nur mit Blechschäden –, der dann aber für einen kleinen Stau und eine Zwangspause kurz vor meinem Ziel sorgt. Da aber zeitlich alles noch im Rahmen ist und ich heute mal einen Parkplatz ziemlich nahe am Turock finde, bin ich wieder mal superpünktlich vor Ort. So habe noch genug Zeit für nette Gespräche mit einigen Mitgliedern der Band Blessed By Rhenus, deren grandioses Album The End Of Silence ja gerade Höchstwertung von mir bekommen hat, und die sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen, heute ihre „buddies“ von Samsara Circle, die den ersten Supportslot besetzen, zu unterstützen.

Als erste Band dürfen also heute die Jungs von Samsara Circle aus Düsseldorf ran, denen man ansieht, dass sie mächtig stolz sind, diesen Abend gemeinsam mit Poem und Persefone bestreiten zu können. Die Zahl der Zuschauer ist noch relativ überschaubar, aber die, die sich die Show von Samsara Circle geben, haben definitiv ihren Spaß. Aktuell stecken die fünf Jungs gerade in den Arbeiten für das neue Album The Dark Passenger, das im Sommer erscheinen soll. Eine erste Single wurde bereits veröffentlicht, und natürlich findet sich heute Skeleton Key genauso in der Setlist, wie auch Clouds vom letzten Album Sanctum. Nur die Aufforderung zum gemeinsamen Hüpfen kommt heute nicht über die Lippen von Sänger Oliver, und so ist Bassist Sebastian so ziemlich der einzige, der immer mal wieder vom Boden abhebt. Insgesamt aber ein würdiger Opener, der licht- und soundtechnisch genauso gut in Szene gesetzt wird, wie die Shows der beiden folgenden Bands.

Samsara Circle @ Aathma Tour 2017 04 17

Aus Griechenland stammt die zweite Band des Tages, Poem, die unter anderem auch schon als Support für Amorphis am Start waren und mit ihren sehr progressiven Klängen überzeugen können. Mit seiner charmanten, lockeren und freundlichen Art schafft es Sänger/Gitarrist George auch hier wieder mühelos, den Kontakt zum Publikum herzustellen. Direkt vor ihm stehen dann auch einige Fans, die voller Inbrunst jedes Wort mitsingen und jedes Gitarrenriff mitspielen, was George und seinen Bandkollegen dann doch das eine oder andere Grinsen entlockt. Den Headbangern kommen die Songs ebenfalls sehr entgegen, da fliegen die Haare und kreiseln die Schädel. Bei den oft sehr langen, aber niemals langweiligen Instrumentalpassagen sind dann alle tief in ihr Spiel versunken, lassen dadurch beim Publikum aber niemals das Gefühl aufkommen, jetzt nicht mehr existent zu sein. Bei bislang „nur“ zwei veröffentlichten Alben, nämlich The Great Secret Show aus dem Jahr 2008 und Skein Syndrome aus 2016, hat man wohl nicht wirklich die Qual der Wahl, aber die Setlist ist mit Bedacht ausgewählt und umfasst Songs von beiden Alben, so dass man einen guten Querschnitt über das bisherige Schaffen der im Jahr 2006 gegründeten Band bekommt. Der mehr als freundliche Applaus, mit dem die Männer heute verabschiedet werden, ist nach der tollen Show jedenfalls mehr als verdient. Nach dem obligatorischen Bandfoto von der Bühne herunter geht es aber gleich an den Abbau, denn jetzt wartet der Headliner des heutigen Abends auf uns.

Poem @ Aathma Tour 2017 04 17

Allein schon das Backdrop, vor dem sich die Instrumentalfraktion von Persefone zum Intro An Infinitesimal Spark aufbaut, ist ein eyecatcher. Hinter der blau angestrahlten und nebelverhangenen Bühne scheinen sämtliche Sterne des Universums aufzuleuchten, da kann man zunächst mal nur andächtig dastehen und das Bild auf sich wirken lassen. Aber dann ist es auch bald vorbei mit der Andächtigkeit, Shouter Marc Martins stürmt die Bühne und absolviert im wahrsten Sinne des Wortes ein Konditionstraining vom feinsten. Kaum steht er still, rennt ständig auf der Bühne umher, ist immer mal wieder bei einem seiner Kollegen der Instrumentalfraktion zu finden, absolviert wildeste Headbanging-Einlagen und hat dabei noch die Luft, uns seine Shouts und Growls um die Ohren zu hauen. Dazu springt er dann auch gern mal von der Bühne runter und rennt durch die ersten Reihen. Auch am von ihm später am Abend noch initiierten Pit beteiligt er sich selbstverständlich mit vollem Einsatz. Die zweite Stimme von Persefone, Miguel Espinosa am Keyboard, ist zunächst leider nur sehr leise zu hören, das wird aber Gott sei Dank sehr schnell korrigiert, und die Achterbahnfahrt, zu der Persefone auf jedem ihrer Alben einladen, findet jetzt live und in Farbe statt und wird vom Publikum begeistert begleitet.

Persefone @ Aathma Tour 2017 04 17

Natürlich gibt es auf dieser Aathma Tour 2017 einige Songs vom namensgebenden Album, das bei uns ja wieder Höchstwertung erreichen konnte. Aber auch die Alben Spiritual Migration und Shin-Ken sind auf der Setlist vertreten, und werden heute ebenso professionell wie leidenschaftlich und mitreißend präsentiert. Gerade bei diesen überaus vertrackten und sich niemals auch nur ansatzweise ähnelnden oder wiederholenden Melodien frage ich mich ja immer wieder, wie die sechs Männer aus Andorra das alles auf die Sekunde genau abrufen können, aber natürlich klappt das auch heute vom Feinsten. Immer mal wieder eingestreut werden die ruhigeren Songs zum Luftholen, wie The Water Book oder Purity. Bei den überwiegend oder ganz instrumental gehaltenen Songs, wie Cosmic Walkers oder eben The Water Book, überlässt Marc Martins die Bühne dann auch ganz seinen Kollegen. Eine kleine „Panne“ gibt es dann aber tatsächlich doch noch: Nach der Ansage von Marc Martins, dass es ja auf dem letzten Album Aathma auch einige Gastbeiträge von Paul Masvidal (Tool) gibt, sein Gesang aber heute das Einzige wäre, das eingespielt werden müsse. Wie Marc scherzhaft bemerkt, würde sich Miguel Espinosa standhaft weigern, diesen Part auf der Bühne zu übernehmen, was Miguel dann auch prompt mit einem Kopfnicken bestätigt. Dann wäre es eigentlich an Miguel, das entsprechende sample zu starten. Was da nicht klappt, bleibt ungeklärt, es liegt wohl eher an der Technik als an Miguel, aber mit einiger Verzögerung gibt es dann doch die Stimme von Paul und den Song Living Waves auf die Ohren.

Persefone @ Aathma Tour 2017 04 17

Eigentlich kündigt Marc irgendwann zu schon recht fortgeschrittener Zeit Flying Sea Dragons vom Album Spiritual Migration als letzten Song an, es folgt allerdings erfreulicherweise noch Mind As Universe, ebenfalls vom Album Spiritual Migration, als eine Art Zugabe. Ein Blick auf die Uhr, es ist tatsächlich schon 23:20 Uhr, heute ist die Zeit wirklich verflogen. Nach dem auch hier geschossenen Bandfoto noch kurz in Richtung Merchandise-Stand, bevor es auf eine entspannte Heimfahrt geht.

Persefone @ Aathma Tour 2017 04 17

Zehn Shows haben Poem und Persefone auf dieser Aathma Tour 2017 jetzt schon absolviert, aber davon ist den Männern nichts anzumerken, sie sind alle mit vollem Einsatz dabei und werden dafür vom Publikum entsprechend abgefeiert. In diesem Sinne wünsche ich ihnen auch für die noch anstehenden fünf Shows genau diesen Erfolg und hoffe für die Zukunft auf noch viele tolle Werke und ein erneutes Wiedersehen.

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