Behemoth – And The Forests Dream Eternally

Brutale Anfänge im norwegischen Black Metal Muster

Artist: Behemoth

Herkunft: Danzig, Polen

Album: And The Forests Dream Eternally

Spiellänge: 72:37 Minuten

Genre: Black Metal, Blackened Death Metal, Extreme Metal

Release: 18.09.2020

Label: Metal Blade Records

Link: https://behemoth.pl/

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Bass Synthesizer – Adam Michał „Nergal“ Darski
Gesang, Gitarre – Patryk Dominik „Seth“ Sztyber
Gesang, Bass – Tomasz „Orion“ Wróblewski
Schlagzeug, Gesang – Zbigniew Robert „Inferno“ Promińsk

Tracklist:

  1. Transylvanian Forest
  2. Moonspell Rites
  3. Sventevith (Storming Near The Baltic)
  4. Pure Evil And Hate
  5. Forgotten Empire Of Dark Witchcraft
  6. Transylvanian Forest (Merry Christless Festival 2017, Poland)
  7. Moonspell Rites (Loud Park Festival 2013, Japan)
  8. Pure Evil And Hate (Brutal Assault Festival, 2000, Czech Republic)
  9. Transylvanian Forest (Pagan Triumph Tour 1996, Netherlands)
  10. Transylvanian Forest (Riviera Remont Club 1996, Poland)
  11. Sventevith (Storming Near The Baltic) (Rehearsal 1994)
  12. Moonspell Rites (1993 Preproduction)
  13. Pure Evil And Hate (1993 Rehearsal)
  14. Moonspell Rites (1993 Rehearsal)

Im Jahre 1994 haben die Polen Behemoth erstmals ihren teuflischen Fußabdruck hinterlassen. Mit der EP And The Forests Dream Eternally brachte Adam Michał „Nergal“ Darski, das einzige noch aktive Gründungsmitglied, den berühmten Stein ins Rollen. Als reine Black Metal Formation zementierten sie einen fast typisch norwegischen Sound, der vor Hass nur so strotzte. Die  Entwicklung in den letzten Jahren brachte die Osteuropäer immer weiter in die Blackened Death Metal Schiene und formte dabei breite Extreme Metal Klänge. Genau vor 26 Jahren also wurde dieses wüste Naturschauspiel auf die Menschheit losgelassen. Seitdem hat vor allem Nergal viel erleben müssen. Seine schwere Krankheit, die im August 2010 bekannt wurde und um ein Haar sein Leben gekostet hätte, ist ein Teil davon. Besetzungswechsel, Anfeindungen in der Szene und die schon angesprochenen wechselnden Handschriften machen Behemoth zu einer der meist diskutiertesten Gruppen der Szene. Vor Verletzung religiöser Gefühle schreckte der Mastermind ebenfalls nicht zurück, und so bleiben wir hier erst mal dabei: Die Musiker wissen, wie man nicht in der bedeutungslosen Versenkung untergeht.

Über Metal Blade Records gibt es dieser Tage, besser gesagt, am 18.09.2020, das alte Material noch mal neu auf die Ohren. Mit Bonusmaterial bekommt der kaufende Fan gleich 72 Minuten Material. Der kleine Brocken Extreme Metal Zeitgeschichte sollte nicht als einfache Re-Release abgetan werden. Unter Black Metal Jüngern laufen Stücke wie Transylvanian Forest oder Moonspell Rites immer noch rauf und runter. Klirrende Kälte wird wütend in die Nacht getragen. Das Schlagzeug hoppelt durch den Proberaum, während die gewaltigen Vocals die Wände zum Zittern bringen. Der vor allem norwegische Anstrich bleibt erhalten und auch über 25 Jahre später würde man die Anfänge weiter im Norden Europas vermuten. Mit ordentlich Bonusgeknüppel versehen, mag man And The Forests Dream Eternally laut aufdrehen. Für jeden heimischen Plattenteller ganz klar eine Bereicherung. Dass die Jungs damals noch ohne Effekte in allen Belangen ausgekommen waren, macht die Produktion noch spannender. Nergal krächzt sich die Seele aus dem Leib und bekommt dafür keine vervielfältigten Gesangsläufe auf den Silberling. Unpoliert bleiben die einfachen Riffs wie tonnenschwere Hiebe in der Magengrube hängen. Betrachtet man die Originalspielzeit von gut 26 Minuten, bekommt man mehr Bonusmaterial als eigentliche EP-Stärke über die Ladentheke geworfen. Die Livemitschnitte werten die Neuauflage auf und runden das Manifest der ersten Tage geschickt ab!

Behemoth – And The Forests Dream Eternally
Fazit
Abgebrüht werden rotzige wie freche Hasssalven freigesetzt, als Behemoth das Licht der Welt erblickten. Wohin die Reise gehen sollte, wusste keiner und vor allem nicht, was aus dieser norwegisch lackierten Polen-Combo noch herauszuholen ist. Wo Nergal heute steht, ist allen bekannt, wie er da hinkam, eben nicht. Daher sollten alle Freunde des härtesten Tanzbeines hier noch mal ganz genau hineinhören. Der neunziger Black Metal zermürbt in dieser unkonstruktiven Fassung noch jedes Gemäuer. Alleine die Titel Transylvanian Forest, Moonspell Rites und Pure Evil And Hate sollten allen Lesern ein Begriff sein, denn noch heute schaffen es Stücke der ersten Stunde ins Liveset. Daumen hoch, hier wird scharf geschossen!

Anspieltipps: Moonspell Rites und Pure Evil And Hate
Rene W.
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Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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