“Weiterhin sehr kreativ, diese Münsteraner“
Artist: Black Space Riders
Herkunft: Münster, Deutschland
Album: Amoretum Vol. 1
Spiellänge: 45:01 Minuten
Genre: Alternative Rock, Heavy Rock, Psychedelic Rock, Space Rock
Release: 26.01.2018
Label: Black Space Records / CARGO Records
Link: https://www.facebook.com/BlackSpaceRiders/
Bandmitglieder:
Gesang – SEB
Gesang und Gitarre – JE
Gitarre – SLI
Bassgitarre – MEI
Schlagzeug – CRIP
Tracklist:
- Lovely Lovelie
- Another Sort Of Homecoming
- Soul Shelter
- Movements
- Come And Follow
- Friends Are Falling
- Fire Fire
- Fellow Peacemakers
Münster ist Metalheads wahrscheinlich hauptsächlich wegen des jährlich stattfindenden Vainstream ein Begriff, alle anderen kennen die Stadt, wenn überhaupt, eher wegen ihrer Uni oder der Auszeichnung zur fahrradfreundlichsten Stadt Deutschland. Tatsächlich stammen aber auch sehr viele bekannte Musiker und Bands aus Münster, so z. B. H-Blockx, Neaera, Long Distance Calling oder Mr. Irish Bastard. Auch die Black Space Riders stammen aus dieser Stadt im Norden von Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr können sie ihr zehnjähriges Bandbestehen feiern und haben bislang vier Alben sowie zuletzt in 2016 eine EP veröffentlicht. Dabei haben sie immer wieder an ihrem Sound gefeilt, die Grenzen – wenn es denn je welche gab – neu ausgelotet und auch Themenschwerpunkte gesetzt. Am 26.01. wird nun das fünfte Full-Length-Album erscheinen. Wie es der Name Amoretum Vol. 1 schon verrät, folgt noch Vol. 2, aber eins nach dem anderen.
Los geht es auf Amoretum Vol. 1 mit einem deftigen Schuss Southern Rock. Bei Lovely Lovelie wippt nicht nur der Fuß, auch der Kopf gerät in heftige Nickbewegungen. Rauer Gesang und coole Riffs, fertig ist der gelungene Einstieg in dieses Album. Und habe ich eben noch geschrieben, dass Black Space Riders beständig an ihrem Sound feilen und den Rahmen auch gern mal weiter stecken, zeigen sie das gleich mit dem folgenden Another Sort Of Homecoming. Mich erinnert er ein ganz klein wenig an meinen Lieblingssong Give Gravitation To The People, bei dem ich gar nicht anders kann, als tanzen. Sehr spacig, dazu passend auch das Video, das Ihr unten sehen könnt. Major Tom lässt grüßen – also der von Peter Schilling aus NDW-Zeiten! 😀
Bei Soul Shelter stehen dann erst einmal die Drums bzw. Percussion im Focus, fast schon hypnotisch das Spiel zu Beginn des Songs. In der ersten Hälfte des Tracks wird sehr geschickt der Spannungsbogen langsam und unerbittlich immer straffer gezogen, bevor der Pfeil dann endlich abgeschossen wird und der Bogen zart nachschwingt. Aber schnell den nächsten Pfeil aus dem Köcher gezogen, den Bogen wieder gestrafft und…. Schuss! Das ist fast wie ein richtig gut gemachter Post Rock-Song, der auch immer wieder mit tollen Soundwänden aufwarten kann, nur halt mit Gesang. Ähnlich geschickt machen es Black Space Riders beim längsten Track des Albums, Movements, das an die guten alten Space Oddity-Zeiten von David Bowie (R.I.P.) denken lässt. Sehr ruhig, fast schon entspannt das erste Drittel, dann werden Saiten, Trommelfelle und Becken gleichermaßen malträtiert. Die acht Minuten merkt man dem Song zu keiner Zeit an.
Come And Follow könnte man stilistisch irgendwo in den rockigen 60er/70er Jahren einordnen, als auch der psychedelische Einfluss bei einigen Bands durchaus zu hören war und seine Fans fand. Dem setzen Black Space Riders dann mit Friends Are Falling gleich so etwas wie einen Kontrapunkt entgegen. Nach wie vor natürlich rockig, aber hier werden sehr geschickt Anleihen von Bands wie Simple Minds mit den teils brachialen Sounds von The Clash oder Sex Pistols kombiniert.
Allein für das wunderbare Gitarrenspiel und den tollen Chorus könnte Fire Fire tatsächlich mein Lieblingssong werden, dieses Wechselspiel zwischen relaxt, fast schon gefühlvoll, und dem Vorschlaghammer im Chorus bringt die stilistische Vielfalt von Black Space Riders in einem Song komprimiert auf den Punkt. Dann kommt mit dem zweitlängsten auch gleichzeitig der letzte Song des Albums. Fellow Peacemakers klingt für mich ein wenig unentschlossen. Ein wenig Southern Rock hier und da, aber zunächst einmal alles ziemlich gemäßigt und zurückgenommen. Die Spannungsbögen werden erst recht spät konsequent aufgelöst, dadurch zieht sich dieser Track tatsächlich ein wenig. Das ist aber schlussendlich Kritteln auf ziemlich hohem Niveau.
Zum Song Another Sort Of Homecoming gibt es hier das sehr cool gemachte Video:



