Caedere – Eighty Years‘ War (Dutch War Of Independece)

Niederländische Unabhängigkeit, erzeugt durch brutalen Death Metal

Artist: Caedere

Herkunft: Niederlande

Album: Eighty Years‘ War (Dutch War Of Independece)

Spiellänge: 37:32 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 23.07.2021

Label: Via Nocturne

Link: https://caedere.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Michiel Lankhorst
Gitarre – Thomas Luijken
Gitarre – Niels Ottink
Bassgitarre – Joey Veerbeek
Schlagzeug – Michiel van der Plicht (Session Drummer)

Tracklist:

  1. Iconoclasm
  2. Inquisition
  3. Council Of Blood
  4. The Siege (Of Long Breath)
  5. War & Sorrow
  6. Sea Beggars
  7. Divine Power Of Kings
  8. The Seven Provinces

Ich habe mich echt gefreut, als ich gelesen habe, dass es die Niederländer von Caedere immer noch gibt, denn ich stehe total auf das Debütwerk namens Mass Emission. Das Album erschien im Jahre 2003 und kam für mich damals genau zur rechten Zeit. Ich habe damals den brutalen Death Metal rauf und runter gehört. 2009 und 2014 folgten weitere Alben und dann wurde es still um die Band. Das letzte Originalmitglied Niels Ottink suchte sich eine neue Mannschaft und seit 2020 ist die Kapelle nun ordnungsgemäß aufgestellt und man kann wieder mit dem Gemetzel loslegen.

Eighty Years‘ War ist ein Konzeptalbum, das den niederländischen Unabhängigkeitskrieg von 1568 bis 1648 zum Thema hat. Der achtzigjährige Kampf um die Freiheit von der spanischen Herrschaft und die religiösen Unruhen in dieser Zeit sind ein wichtiger Teil der niederländischen Geschichte.

Intro und so etwas braucht man nicht, es geht gleich in die Vollen. Ein Growler und ein schneller Part bestimmen den Anfang von Iconoclasm. Und dann gleich die volle Blastbeat-Attacke. Gegroovt wird quasi mit der Doublebass zwischendurch. Das Drumming ist sehr präsent, genauso wie die Vocals. Es wird so herrlich gegrowlt und dazu dermaßen böse gescreamt. So mag ich das. Das Riffing ist schön amerikanisch. Brutal Death Metal, wie er sein soll. Nicht so ein Geslamme und kein technisches Wunderwerk. Die Burschen beherrschen ihre Instrumente und haben eine gute rote Linie. Ja, gefällt mir. Guter Opener.

Inquisition haut mich aber noch mehr vom Hocker. Das Riffing ist noch einprägsamer und man nimmt immer kurz das Tempo heraus, um eine gewisse Abwechslung in die Geschichte zu bringen. Der doppelte Gesang killt so einiges. Dann dieser aggressive Midtempopart. Schon fast im Reitertakt. Geil. Hier wird auch mal kurz gegroovt, aber die Drums bleiben immer drückend und dann wird natürlich der olle Blastbeat wieder rausgeholt, um die Zerstörung einzuleiten. Ein geiler Verlangsamungspart mit fiesen Growls dazu und wieder volle Attacke. Ja, total geil. Feines Ding.

Bei Council Of Blood überschreiten sie die Fünf-Minuten-Marke. Dieses hätte man am Anfang nicht gedacht, denn hier gibt ein Blastbeatgewitter ohne Ende. Hier wird alles niedergeprügelt, bis man dann nach einer Minute ein wenig langsamer wird und ein melodisches Lead laufen lässt. Ein groovender Rhythmus dazu und dann in einen Slampart, der es aber absolut in sich hat. Kurzes Vergnügen, denn das Tempo wird dann wieder erhöht. Ja, kann man so machen. Fette Riffs und dann wieder die Attacke wie zu Beginn des Songs. Nach drei Minuten und einigen fiesen Gitarrenklängen geht man runter in den Keller. Das Tempo wird ganz rausgenommen. Nun geht der Slam richtig los, aber wie! Schönes, düstereres Riff. Ja, genauso muss das sein. Der Sänger geht total ab dabei und man bekommt es mit der Angst zu tun. Sehr drückend. Puh, geilomat. So kann man den Song enden lassen.

Die Burschen haben es irgendwie drauf, auch wenn mir einige Sachen zu lang erscheinen, so wie The Siege (Of Long Breath). Das Stück geht über sieben Minuten, aber natürlich wird auch hier geknüppelt ohne Ende. Das melodische Lead, welches langsam vorgetragen wird, ist schon absolut lecker. Einige experimentelle Gitarrenklänge gibt es immer mal wieder zu hören. Nicht meine Baustelle.

Das Intro War & Sorrow wurde dann in die Mitte des Albums platziert und ist sehr geil. Sollte man sich geben. Sehr klassisch.

Mit The Seven Provinces endet der Spaß. Wieder so ein ordentliches Geballer. Diese Blastbeatattacken in Kombination mit fetten Riffs und dem geilen doppelten Gesang. Ein wenig technisch, aber nie so, dass man den Überblick verliert. Immer wieder holen sie Riffs heraus, die vom Drumming getragen werden, um dann den nächsten Angriff zu starten. Auch hier geht man in den Keller und wird nie langweilig dabei. Sehr anspruchsvoll. Ein fettes Solo darf auch nicht fehlen.

Es ist schön, dass sich einige Bands an die gute alte Brutal Death Metal Zeit erinnern. Ich mag diesen doppelten Gesang. Da wird man immer automatisch an Deeds Of Flesh erinnert. Niederländische Unabhängigkeit, erzeugt durch brutalen Death Metal.

Caedere – Eighty Years‘ War (Dutch War Of Independece)
Fazit
Da sind sie wieder, die niederländischen Knüppelspezialisten von Caedere. Sie schaffen es, den guten alten brutalen Death Metal, so wie er Anfang der 2000er unterwegs war, in die Moderne zu übertragen. Technisch auf hohem Niveau, ohne abzudriften. Fettes Drumming, geile Riffs und heftiger, doppelter Gesang bestimmen den Alltag. Wer auf brutalen Death Metal abfährt, sollte sich das Teil zulegen.

Anspieltipps: Inquisition und Council Of Blood
Michael E.
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