“Genau so muss das sein!“

Eventname: Callejon – Wir Sind Angst Tour 2015

Headliner: Callejon

Vorband(s): Vitja, Annisokay

Ort: E-Werk, Köln

Datum: 06.03.2015

Kosten: 29,75€ VK

Genre: Metalcore

Besucher: ca. 1500 Besucher

Veranstalter: Kingstar Music (http://www.kingstar-music.com)

Setliste:

  1. Wir sind Angst
  2. 1000 PS
  3. Schwule Mädchen (Fettes Brot Cover)
  4. Dieses Lied macht betroffen
  5. Lass mich gehen!
  6. Dunkelherz
  7. Porn from Spain
  8. Ich lehne leidenschaftlich ab
  9. Veni, Vidi, Vici
  10. Sommer, Liebe, Kokain
  11. Krankheit Mensch
  12. Kind im Nebel
  13. Schrei nach Liebe (Die Ärzte Cover)
  14. Unter Tage

Zugabe:

  1. Snake Mountain
  2. Porn from Spain 2

Callejon Tour 2015 Poster

Was gibt es für einen Bewohner des Niederrheins für einen Grund, in die südlich gelegene Stadt Köln zu reisen? Da wäre zum einen ein Lokalderby der Borussen aus Mönchengladbach und zum anderen ein Konzert, denn das, was die Kölner wirklich besser drauf haben als die Bewohner des nördlichen Rheinlands ist nicht etwa die Produktion von Bier – nein, es ist das Veranstalten von Konzerten. Heute geht es für meinen Kollegen Mario F. und mich also ins E-Werk, in dem die Düsseldorfer Band Callejon zur Wir Sind Angst Tour 2015 einlädt.

Bepackt mit einem Fragenkatalog (für das Interview mit Max „Kotze“ Kotzman und Christoph „Kotsche“ Koterzina- Link: hier) und mit ordentlich Lust auf einen erholsamen Abend mit sportlicher Aktivität geht es also nun mit dem Auto auf den Weg. Unterwegs ist klar, dass es sich bemerkbar macht, dass wir uns dazu entschlossen haben, relativ spät loszufahren, denn der Feierabendverkehr auf der A57 ist ja gewöhnlich alles andere als feierlich.

Am E-Werk angekommen, ist auch relativ schnell ein Parkplatz gefunden, denn im gegenüberliegenden Palladium scheint heute keine Veranstaltung stattzufinden. Der Einlass läuft mal wieder reibungslos ab und wer am Stand der Tierschutzorganisation Peta2 vorbeikommt, der ist entweder blind oder einfach nur schon zu betrunken. Hier bieten die Tierschützer Interessenten allerhand Informationsmaterial an. Was das mit Metal oder besser gesagt Metalcore zu tun hat, weiß ich zwar bis heute nicht, jedoch scheinen Veganismus, Tierschutz und Metalcore irgendwie relativ gut miteinander zu harmonieren.

Weiter geht es zur Bar, an der wir uns erstmal ein (alkoholfreies) Bier genehmigen und uns auf die Suche nach der Garderobe machen.Jacke abgegeben und schon geht es los.

Mit Vitja und Annisokay bekommen die Gäste des Abends zwei gute deutsche Newcomer als Warmups geboten. Mit einer wohlsortierten, jedoch relativ kurzen Playlist, wissen vor allem die durch den Miley Cyrus CoverSong Wrecking Ball bekannt gewordenen Annisokay das Publikum zu überzeugen. So dauert es auch nicht lange, bis die ersten Zuschauer einen Mini-Moshpit eröffnen. Nach den beiden Vorbands beginnt eine kleine Umbaupause, in der man erstaunlicherweise viele Callejon-Fanclub Mitglieder trifft. Wegen der Fanclub-Shirts gut zu erkennen, tauscht man sich also aus und natürlich ist auch das „legendäre“ Wiederholungs-Konzert von 2013 wieder Thema. Denn hier im E-Werk wurde das Konzert nachgeholt, welches im November 2012 wegen der herabstürzenden Decke in der Live Music Hall abgebrochen werden musste.

Aufgewärmt und mit lauten Ca-Lle-Jon-Rufen geht das Licht aus, um in einem roten Schimmer hinter dem weißen Vorhang langsam wieder anzugehen. Musikalisch greift man natürlich zum jüngst erschienenen Album Wir Sind Angst (Release 09.01.2015 – Review: Hier) und wählte den namensgebenden Song als Opener für diese Tour. Mit 1000PS und dem Fettes Brot-Cover Schwule Mädchen ist die Stimmung im E-Werk nicht mehr zu toppen. Es wird gepogt, gemosht und natürlich lauthals mitgesungen. Doch wird die Stimmung noch frenetischer, als Fronter BastiBasti erwähnt, dass das heutige Konzert für eine DVD aufgezeichnet werden würde. Ich denke, dass das ein tolles Zeichen ist für die Kölner, denn über die letzten Jahre ist Köln eigentlich schon fast zur Konzert-Heimatstadt der aus Düsseldorf (und Umgebung) stammenden Band geworden.

Mit dem „zweit-asozialsten“-Song Porn From Spain ist dann auch die erste kleine Wall of Death im E-Werk unterwegs und auch wenn ich denke, dass man das stimmungstechnisch kaum toppen kann, beweisen Callejon spätestens bei Kind Im Nebel, dass man es ebenso drauf hat, Songs mit Gänsehautcharakter, mit ruhiger Stimmung und akustisch live zu performen.

„Nazis Raus!“ – beim Interview noch klar distanziert von jeder politischen Meinung, ist heute Abend jedoch klar, dass man seine Meinung unmissverständlich unterstreicht und womit unterstreicht eine deutschsprachige Band die Aussage „Nazis Raus!“? Natürlich mit Schrei Nach Liebe (Original von Die Ärzte) und einem Sprechchor im Anschluss, der intolerante Menschen der Halle verweisen soll. Nach Unter Tage ist erstmal eine kurze Pause angesagt. Wer nach den obligatorischen „Zugabe“-Rufen nicht den Evergreen-Song Snake Mountain und den „asozialsten Song“ Porn From Spain 2 erwartet hat, der kennt die Band nicht gut genug. Hier darf das Publikum noch einmal richtig loslegen und die letzten Energien freisetzen. So schenken die ca. 1.500 Gäste der Band eine echt große Wall Of Death.

Callejon zeigten heute erneut, dass man mit ordentlicher Performance und abwechslungsreichen Texten einen Abend wunderbar verschönern kann. Die Setliste beinhaltete sechzehn Lieder (+ Drumsolo), welche eine ordentliche Mischung aus alten und neuen Songs beinhaltete. Sicher war der Fokus auf das Wir Sind Angst-Album gesetzt, jedoch Stand die Tour ja auch genau unter dem Stern des 2015er Releases. Ich für meinen Teil habe mich ordentlich amüsiert, meinen Kollegen Mario F. habe ich nach dem ersten Song schon aus den Augen verloren und erst nach dem Konzert wiedergefunden – genau so muss das sein!

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