Foto: Lars Thoke

Coffin Crew – Studioreport zur Entstehung des neuen Albums

Der Blick hinter die Kulissen

Artist: Coffin Crew

Herkunft: Lunden, Deutschland

Genre: Hardrock, Thrash Metal

Link: http://www.facebook.com/CoffinCrewBand

Bandmitglieder:

Gesang – Igel
Gitarre – Achim
Gitarre – Chris
Bassgitarre – Manni
Schlagzeug – Torsten

Foto: Lars Thoke

Die Coffin Crew meldet sich mit einem neuen Album aus der Pandemie zurück. Schneller, härter und satter ist der Sound geworden. In unserem Studioreport erfährst du alles über die Entstehung sowie erste Details zum neuen Album.

Foto: Lars Thoke

Aber ich fange mal vorne an. Steig ein! Nach zwei Stunden Autofahrt quer durch Schleswig-Holstein kommen wir um 17:50 Uhr am vereinbarten Treffpunkt an. Dort warten Manni, Achim und Igel bereits auf uns. Der Zeitplan ist eng, wie Manni uns ermahnt, dennoch gibt es etwas, dass ich nicht länger verschieben kann. Du fragst dich jetzt vermutlich, was für ein Zeitplan und wieso ist der bereits bei unserem Eintreffen eng? Gut, das frage ich mich in diesem Moment auch. Für unsere Ankunft war ein Zeitfenster von 15 Minuten vorgesehen, das ich voll getroffen habe. Manni hat den Abend aber eng durchgetaktet, wie er auf der Fahrt ins Studio erläutert. Seine Bandkollegen sehen das gelassener und so wird auf der Fahrt darüber gealbert.

Foto: Lars Thoke

Moment mal eben, wer ist eigentlich die Coffin Crew, über die ich hier berichte? Fragt man das die Band, bekommt man einstimmig die Rückmeldung: „Wir sind Freunde“. Freundschaft ist für die Dithmarscher Band ein zentrales Element. In ihrem nahe gelegenen Proberaum treffen sie sich wöchentlich zum Mukke machen, aber auch sonst hängen die Jungs viel miteinander rum. Rock ’n‘ Roll und Thrash Metal ist ihre Passion. Musikalische Einflüsse von Metallica, Rose Tattoo vor allem aber Motörhead klingen immer wieder durch. Zu Motörhead bzw. zu Lemmy Kilmister fühlt sich allen voran Manni besonders hingezogen. Seine Liebe zum Bass kommt also wohl nicht von ungefähr. Mannis Zuneigung zu Lemmy spiegelt sich in seinem Äußeren wider und spielt auch in seinem heimischen Metal-Zimmer eine wichtige Rolle. Neben den schier endlos wirkenden Regalen voller CDs zieren dort Lemmy Poster die Wand. Besonders stolz ist Manni auch auf seine Sammlung ausgefallener Cowboystiefel und seine kleine, gut ausgestattete Bar. Den Großteil der Bandorganisation wickelt der Bassist gemeinsam mit Gitarrist Achim ab. Als zweiter Gitarrist ist Chris an Bord und Schlagzeuger Torsten sorgt für den richtigen Rhythmus. Komplettiert wird die Band durch Frontmann Igel, dessen markanter, rauer Gesang den Sound der fünfköpfigen Formation zu einem unverwechselbaren Gesamtbild abrundet. Die Jungs erfüllen so ziemliches jedes Klischee des Rock ’n‘ Rolls und sind dabei absolut authentisch.

Foto: Lars Thoke

Kommen wir mal zurück zu dem Zeitplan. Gut, ganz so ernst gemeint ist das von Manni wohl nicht, oder? Jedenfalls gibt es ein paar Meilensteine, die grob eingehalten werden sollen. Die Fahrt ins Studio in Heide dauert nur einige Minuten, in denen die wesentlichen Eckpunkte des Planes kurz erläutert werden. Im Studio bei Mirko wird etwas geplaudert und in das neue Album reingehört, danach geht es in den Proberaum. Punkt 20:00 Uhr soll die Bandprobe beginnen. Ab 22:00 Uhr soll der offizielle Teil abgeschlossen sein und der gemütliche starten. Jetzt kennen wir den Plan.

Nach der kurzen Fahrt erreichen wir Heide und dort das Mikrokopf Studio von Mirko (hier geht es zu seiner Facebook-Seite). Auch Chris ist schon vor Ort. Das Studio umfasst im Wesentlichen zwei Räume. Zum einen den Raum, in dem die Aufnahmen stattfinden. Der ist gut gedämmt und mit einigen Instrumenten ausgestattet. Außerdem ist da noch die Schaltzentrale, in der Mirkos Rechner und Mischpult ihren Platz haben. Daneben zieren drei große Monitore und kraftvolle Lautsprecher seinen Arbeitsplatz. Hier sitzen wir jetzt eng gedrängt zu fünft auf dem Sofa und quatschen über die Entstehung des Albums. Im Gegensatz zu den bisherigen Alben wurde jedes Instrument einzeln im Studio eingespielt, beginnend mit dem Schlagzeug. Torsten hat seinen Part an einem Wochenende eingespielt, wie Mirko berichtet. In der Zeit waren die vorherigen Alben komplett aufgenommen. Die Coffin Crew hat sich für das anstehende Album also mehr Zeit genommen und das soll man auch am Ergebnis hören! In den folgenden Wochen werden auch die anderen Instrumente und der Gesang aufgenommen. Dabei kommt es durch die Corona-Erkrankung des Sängers zu kleineren Verzögerungen. Ja, schon klar, die Frage steht dir jetzt auf die Stirn geschrieben … Igel hat alles gut überstanden und erfreut sich bester Gesundheit, sodass wir jetzt gemeinsam dem Resultat lauschen können. Spiel mal einen Rocker, spiel mal was Hartes, spiel mal die Ballade usw.

Foto: Lars Thoke

Mirko spielt einen Song nach dem Anderen, bis wir letzten Endes fast das komplette Album gehört haben. Du merkst schon, es ist abwechslungsreich geworden. Den überwiegenden Teil der Songs kann man wohl dem Genre Thrash Metal zuordnen, aber auch Rock ’n‘ Roll Songs wie z.B. Go Coffin Crew Go, der an die Melodie von Chuck Berrys Johnny B. Goode angelehnt ist, sind wieder dabei. Erstmalig kommt auch ein deutschsprachiger Track auf den neuen Longplayer, die sogenannte Ballade Das Letzte Blatt. Der Song ist stark gesungen und sticht nicht zuletzt wegen des deutschen Textes aus den anderen Titeln hervor. Was wir hier hören dürfen, ist sackstark und vom Sound her deutlich satter und voller als die bisherigen Alben. Ich freue mich schon darauf, das Album bald in Händen halten zu können. An der Wand auf dem Whiteboard prangt noch die To Do Liste zum Coffin Crew Album. Alles ist abgehakt. Ein paar Kleinigkeiten müssen allerdings noch abgestimmt werden, bevor das Album gepresst werden kann, z.B. die Reihenfolge der Songs auf der neuen Scheibe. Ende Mai soll das fertige Produkt bereits verfügbar sein. Inzwischen ist es kurz vor acht und soeben trudelt bei Manni eine Nachricht ein. Torsten ist schon am Proberaum. Zeit für uns, die Location zu wechseln. Wir verabschieden uns von Mirko und brausen zum Proberaum, dem Zeitplan hängen wir etwas hinterher, aber das holen wir schon wieder auf.

Foto: Lars Thoke

Der Anblick des Gebäudes, in dem der Proberaum untergebracht ist, lässt mir doch für einen kurzen Moment den Atem stocken. Zwar hatte Manni von einem Sturmschaden erzählt, aber wenn man das Ausmaß des Schadens am Haus dann tatsächlich sieht, ist das doch noch mal etwas anderes. Der Proberaum der Coffin Crew kann aufgrund der Sanierungsarbeiten daher vorübergehend seinem eigentlichen Zweck nicht dienen. Unter Einsatz ihres Lebens haben die Jungs ihre Instrumente aus dem beschädigten Gebäudeteil gerettet und in den angrenzenden Raum getragen. Dem Festsaal des Motorradclubs Slow Riders, der jetzt vorübergehend als Ersatz der heiligen Hallen herhalten muss. Torsten begrüßt uns und nach etwas Small Talk soll die Bandprobe beginnen. Geübt wird das rund 45-minütige Programm, das Ende Mai auf dem Rock Am Töschen gespielt werden soll. Darunter finden sich neben ihren Evergreens auch schon Songs der neuen Scheibe. Die Jungs legen richtig los und es wird laut. Wir erleben ein Wahnsinns-Privatkonzert und es entstehen ein paar weitere Fotos, die ich hier mit dir teilen kann. Ohne zu viel verraten zu wollen, das neue Album wird ein Knaller! Und auch bei der Probe funktionierten die Stücke heute schon richtig gut. Eines ist klar, die Coffin Crew ist gut drauf und heiß auf die anstehenden Liveshows.

Leider musst du uns jetzt verlassen, wir starten in den gemütlichen Teil des noch jungen Abends 😉, aber halte die Augen offen, ein Interview und das Review zum neuen, selbst betitelten Album Coffin Crew wird hier schon bald folgen.

Vielen Dank an Mirko und die Coffin Crew für den Blick hinter die Kulissen sowie den fantastischen und toll organisierten Abend.