“Gar nicht erbärmlich“

Artist: Crayven

Herkunft: Freiburg, Deutschland

Album: All The Sordid Details

Spiellänge: 31:46 Minuten

Genre: Alternative Rock, Melodic Rock

Release: 04.07.2015

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/crayvengermany und http://www.crayven.de/

Produktion: Iguana Studios, March von Christoph Brandes

Bandmitglieder:

Gesang und Violine – Lisa Oster
Gitarre und Synthesizer – Gernot Knippen
Bassgitarre – Cherry Ann Reclusado
Schlagzeug – Christoph Brandes

Tracklist:

  1. The Entrance
  2. Future Ex
  3. Through The Dark
  4. Lullaby
  5. Running
  6. Winter World
  7. Land Of Tears
  8. Taken Over
  9. Land Of Tears (Remix)

Crayven - All The Sordid Details

Von der Bandbesetzung her könnte man Crayven mit ABBA vergleichen, es gibt zwei Mädels und zwei Jungs. Bei ABBA waren es Pärchen, das ist hier wohl nicht der Fall. Ob bei Crayven, wie bei ABBA, auch die Jungs für das Schreiben der Songs zuständig sind, weiß ich nicht, aber da hat sich großes Potential den Weg auf einen Silberling und somit in meine Ohren gebahnt. Ein Album mit so einem klasse Cover-Artwork komplett in Eigenregie zu veröffentlichen, verdient auf jeden Fall ein Extra-Kompliment. Schon seit dem 04.07.2015 ist das Teil veröffentlicht, aber besser spät als nie so eine Entdeckung machen.

Nachdem wir mit The Entrance eingetreten sind in die Welt von Crayven gibt es mit Future Ex (welch ein Songtitel, herrlich!!) und Through The Dark gleich mal zwei Uptempo-Nummern, bei denen man zum einen sofort hören kann, dass Lisa Oster eine klasse Sängerin ist, bei der es kein Gejodele gibt, sondern eine schöne, klare, kraftvolle Stimme. Zum anderen gibt es ein feines und sehr ausgewogenes Zusammenspiel der Instrumente, die durch die klasse Produktion von Christoph Brandes glasklar aus den Kopfhörern kommt. Das folgende Lullaby ist mir persönlich ein wenig zu sehr in Richtung Pop, auch wenn es auch hier klasse Gitarrenriffs gibt. Sehr groovig kommt Running daher, ein feines Stück Alternative Rock mit schönem Gitarrenspiel und sehr geilem Keyboard.

Bei Winter World kann ich dann nicht umhin, das größte Kompliment auszusprechen, denn dieser voluminöse Song hätte auch auf ein Album meiner Lieblingsband Evergrey gepasst. Im Tempo gedrosselt, ein leicht melancholischer Unterton, ein klasse Violinen- und Keyboard-Spiel, immer schön begleitet vom Bass, das Gitarrenspiel mit Doublebass-Einlage zum Ende des Songs hin… da passt einfach alles! Ich sehe Tom Englund förmlich vor mir, wie er diesen Song bei der nächsten Show singt, vielleicht sogar im Duett mit Lisa Oster. 🙂

Das Kontrastprogramm gibt es dann mit Land Of Tears auf die Ohren. Wieder ein klasse Wechsel zwischen den Strophen, die immer irgendwie auf dem Sprung zu sein scheinen, um sich dann im Uptempo-Refrain zu entladen. Und dann diese sehr geilen Keyboard-Einlagen im Technostil im Kontrast zu den krassen Gitarrenriffs. Der letzte reguläre Song Taken Over ist mir dann wieder etwas zu „leichtfüßig“ geraten, aber mit der Remix-Version von Land Of Tears zeigen Crayven dann, dass es Genregrenzen eigentlich nicht gibt, und auch Metal und Techno sehr gut zusammengehen können. Muss man allerdings mögen, ich liebe es! 😀

Crayven - All The Sordid Details
Fazit: Tja, es gibt nicht nur in meinen favorisierten Stilrichtungen Melodic Death Metal und Metalcore genügend Nachwuchs, auch im Alternative Rock steht die Ablösung für die etablierten Bands schon lange nicht mehr nur in den Startlöchern. Wenn Crayven dieses Niveau des Debütalbums zumindest halten können, dann gehe ich mal fest davon aus, dass ich die vier noch höre, wenn ich schon im Altenheim bin (tja, jetzt könnt Ihr anfangen zu rechnen :-P). Eine Steigerung ist da eigentlich kaum noch möglich, wäre aber natürlich umso erfreulicher.

Anspieltipps: Future Ex, Through The Dark, Winter World und Land Of Tears (Remix)
Heike L.9.5
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