Death Chamber – Experiments In Warfare

Im Hofbräuhaus wird amtlich experimentiert

Artist: Death Chamber

Herkunft: Deutschland

Album: Experiments In Warfare

Spiellänge: 26:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 05.03.2021

Label: Eigenproduktion

Links: https://deathchamber1.bandcamp.com
https://www.facebook.com/DeathChamber2211/

Bandmitglieder:

Gesang – Pat Suchostawski
Gitarre – Tim Reu
Bassgitarre – Immanuell Rahman

Tracklist:

  1. Spark To Extinction
  2. The Inevitable
  3. Dead End Witness
  4. Relentless Will To Destroy
  5. The Cage
  6. Ashfall
  7. Ice And Fire

Dieses Trio, rund um das ex-Member von Venomous, Tim Reu, existiert seit dem Jahre 2019. Gleich schallten zwei Singles aus dem Keller des Hofbräuhauses und auch im Jahre 2020 ließen die Münchener eine Weitere folgen. Irgendwann ist ja auch das letzte Maß ausgetrunken und es muss ein Full Length her. So geschehen anno 2021. Kein Song der Singles wurde verbraten, sondern es wurden sieben neue Komposition auf die Beine gestellt.

Spark To Extinction läutet das Vergnügen ein. Mit einem kleinen Intro, welches einem Kriegsszenario gleichkommt, wird der Song eingeläutet. Lang gezogene Gitarrenvorspieler erklingen. Das Riff wird weiter verwendet und mit einem Blastbeat versehen. Ja, kommt gut. Ein Wechsel in einen Uftatapart folgt und dann wieder der Blastbeat. Die Vocals sind growlig und es wird im Wechsel gescreamt. Kommt sehr lecker, auch wenn der Part in die Länge gezogen wird. Wieder der Uftatapart. Ein melodisches Lead erfolgt und wird auf bayrische Art und Weise niedergeballert. Damit es nicht langweilig wird (und das wird es nicht), nimmt man das Tempo raus und wechselt in einen geilen Groovepart. Am Ende erhöht man das Tempo wieder und endet mit einer Blastbeatattacke. Jetzt kein Welthit, aber ein feines Teil.

Wie ein D-Zug, die Älteren unter euch werden schon wissen, was ich meine, überrollt einen der Song The Inevitable. Geile Blastbeatattacken. Zwischendurch rattert und rödelt die Doublebass und vernichtet alles, bevor man dann wieder den D-Zug aus der Bahnhofshalle lässt. Hinzu gesellen sie feine Riffs, die nicht gerade neu sind, aber passen wie die Faust aufs Auge. Der Song lebt nach dem Motto „es gibt zwei Tempovariationen: schnell und noch schneller“. Fein. Das Interessante daran ist eigentlich, dass der Song dadurch nicht langweilig wird. Am Ende dann noch einmal die Doubelbassgeschichte. Und dann hat man sich überlegt, ausnahmsweise noch einmal auf die Tube zu drücken. Es gibt definitiv schlimmere Sachen.

Ist das eine Kirchenglocke am Anfang von Dead End Witness? Ich weiß es nicht. Kommt auch nur kurz und dann regieren wieder Chaos und Zerstörung. Lang gezogene Leads und Blastbeats wechseln sich ab mit Doublebassattacken. Diese werden für Death Chamber Verhältnisse schon groovig vorgetragen. Man prügelt sich wirklich die Seele aus dem Leib, die Riffs sind teilweise melodisch und die Vocals sind growlend und screamend. Gefangene nehmen die Burschen definitiv nicht. Dass der Spaß nicht langweilig wird, liegt unter anderem am Drumming, da dieses immer wieder andere Betonungen und Akzente mit einbaut. Am Ende gibt es ein Mini-Outro.

Weiter geht die Reise mit Relentless Will To Destroy. Am Anfang gleich Gummi, dann erklingen unheilverkündende Gitarrenvorspieler, gepaart mit Growls. Und dann geht es wild weiter. Der folgende Part ist quasi schon im gedrosselten Tempo unterwegs, bevor man dann wieder im Blastbeattempo unterwegs ist. Ein langer, schon fast groovender Part mit Doublebass folgt und man wiederholt die Vorspieler mit dem weiteren Anhang. Der groovende und drückende Part, der auch gesanglich bestens bedient wird, erfolgt erneut und wird am Ende noch einmal niedergeknüppelt.

Ja, kommt alles ganz fett. Der Anfang von The Cage klingt verdächtigt nach Morbid Angel, was ja nichts schlechtes ist. Danach verfällt man wieder in alte Muster, baut einen druckvollen Part auf und blastet den dann wieder nieder. Melodisches Lead mit schneller Uftata. Auch hier variiert das Drumming wieder ein wenig und man klingt im Mittelteil ein wenig technisch, aber ansonsten haut man alles kurz und klein.

Was fehlt, ist eigentlich nur so ein richtiger Übersong und hier und da vielleicht ein wenig die Abwechslung, aber ansonsten macht dieses Album echt Spaß. Die Band werde ich definitiv im Auge behalten. In knappen 26 Minuten kann man viel sagen und Death Chamber haben viel zu sagen. Die old schoolige Produktion passt hervorragend, auch wenn wahrscheinlich ein Drumcomputer am Werke ist. Dieser ist aber gut programmiert und einen Livedrummer haben sie auch.

Death Chamber – Experiments In Warfare
Fazit
Death Chamber aus München geben auf ihrem Debütalbum ordentlich Gummi und bedienen Freunde des gepflegten, brutalen Death Metals. Genau mein Ding. Die Band sollte man im Auge und im Ohr behalten. Hier und da fehlt es ein wenig an Abwechslung, aber ansonsten knallt das Album ordentlich.

Anspieltipps: The Inevitable und Dead End Witness
Michael E.
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