Der Record Store Day 2020 findet Corona-konform an drei Tagen statt

Der Record Store Day wurde kurzerhand auf drei Tage gesplittet und bleibt für Jäger und Sammler eine (kostenintensive) Fundgrube

Den heutigen Record Store Day nutze ich mal, um eine neue Rubrik zu etablieren. Dazu aber am Ende mehr. Wie allgemein bekannt sein dürfte, stagnieren die CD-Verkäufe, und Streamingdienste erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dem zum Trotze hat sich in den letzten Jahren eine totgesagte Legende gehalten und erhebt sich wie der Phönix aus der Asche. Gemeint ist? Na klar, die Vinyl-Platte. Sie erlebt derzeit eine fast schon hypeartige Renaissance. Alte Plattenspieler werden wieder fit gemacht und die Industrie etabliert neue High End Tonabnehmer Systeme, um dem Allem gerecht zu werden. Die guten betagten Thorens, Dual oder Technics Plattenspieler werden entstaubt, neue Nadeln gekauft, Riemen gespannt und der Dachboden bzw. der Keller werden nach den alten Schätzen durchsucht. Dabei wird nicht nur einfach die gute alte, schwarze Rille mit neuem Leben versehen, sondern Bands bringen ihre Neuerscheinungen auch immer öfter als Vinyl-Ausgabe auf den Markt. Oftmals werden unterschiedliche kleine Auflagen hergestellt, die sich durch verschiedenfarbige Ausführungen unterscheiden. So können schon mal von einer LP drei, vier unterschiedliche Ausgaben veröffentlicht werden, was oftmals abhängig vom Label oder der Bekanntheit der Band ist. Als Beispiel führe ich mal die letzte Ensiferum auf (Review hier), die in drei unterschiedlichen Versionen erschien. Wer alle haben wollte, der musste bei EMP, Nuclear Blast und auf der Homepage der Band das jeweilige Exemplar kaufen. Das lohnt sich für das Label und hoffentlich auch für den Künstler.

Da dies nicht immer so war, und um die Menschen in die Plattenläden zu bekommen, wurde 2007 der Record Store Day ins Leben gerufen. Zunächst war dies ein rein amerikanisches Angebot, das sich aber schnell weltweit ausgeweitet hat. In Deutschland nehmen ca. 180 Plattenläden daran teil, weltweit sind es mittlerweile ca. 3.000 Läden und dabei handelt es sich ausschließlich um unabhängige Geschäfte. Eine Liste der teilnehmenden Händler findet ihr hier. Große Ketten nehmen daran nicht teil, ebenso gibt’s die Scheiben zunächst auch nicht online. Der Fokus liegt dabei auf Vinylausgaben und so finden dann exklusive Angebote, oftmals streng limitiert, den Weg in die Regale. Dabei handelt es sich um Neuerscheinungen oder auch einige Re-Issues, die sonst nicht mehr aufgelegt werden würden. Dieser Record Store Day hat sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für Vinyl-Fans und Sammler entwickelt. Somit erfreut sich der RSD einer immer größeren Beliebtheit.

In diesem Jahr sollte der Record Store Day bereits im April stattfinden, aber aus bekannten Gründen wurde der zunächst in den Juni verschoben. Nun hat man sich gedacht, ein Tag könnte zu erhöhten Besucherströmen führen und hat kurzerhand aus einem Termin drei gemacht, bei denen dann die geplanten Veröffentlichungen gesplittet erhältlich sind. Letztendlich sind es nun der 29. August, 26. September und 24. Oktober geworden. Eine Übersicht der an diesen Tagen erhältlichen Platten erhaltet ihr hier.

Ich habe mich dieses Jahr zum renommierten Remedy Records Shop in Hamburg aufgemacht, um mir meine diesjährigen Exemplare zu sichern. Remedy Records liegt in Hamburg Stellingen und bietet für den Metalfreak eine ungeheure Auswahl an Produkten. CDs, Vinyl, Picture Discs, Raritäten, Poster und sonstiges Merch finden sich in den Regalen und Kästen. Aber auch andere kommen hier auf ihre Kosten. Sei es Rock, Rockabilly oder auch vereinzelt Hip Hop – unterschiedliche Richtungen finden ein Zuhause, aber hauptsächlich ist es natürlich der Metal in all seinen Ausprägungen. Ursprünglich wurde Remedy Records als Label gegründet, um der einheimischen Band Torment ein unabhängiges Label zur Verfügung zu stellen. Schnell kamen dann aber auch andere Bands dazu.

Dazu gehören unter anderem noch Paragon, Stormwarrior, Dark Age, Burdon Of Grief und die Italiener Airborn (nicht verwechseln!). Um dem Deutschrock und dem Kick Ass Rock ’n‘ Roll eine Plattform zu geben, wurde kurzerhand noch das Label Rude Records ins Leben gerufen, bei dem heute u.a. Hardbone, die Kneipenterroristen und Drunken Swallows eine Heimat gefunden haben. Auch im Festivalbereich sind die Macher des Remedy Records Shop unterwegs und haben 2003 das Hamburger Metal Bash auf die Beine gestellt. Inhaber Jörn Rüter hat also von 1989 bis heute ein kleines, aber feines Imperium geschaffen, bei dem ich, das muss ich zu meiner Schande gestehen, heute das erste Mal zu Gast bin. In der Hoffnung, den Jörn zu treffen und einige Fragen stellen zu können, betrete ich den Laden. Der Chef ist allerdings schon nicht mehr da, weil er als Sänger der Kneipenterroristen zu einem Auftritt in Heide aufbrechen musste. Wir waren aber auch etwas spät dran, denn samstags nach Hamburg (von Kiel) ist so eine Sache. Hinterm Verkaufstresen steht heute aber Petra Peters, der unser Erscheinen bereits angekündigt wurde. Unsere vorab bestellten Platten liegen, bis auf ein paar wenige, schon bereit und für das Magazin dürfen wir auch noch ein paar Bilder machen. Die Petra hat sich dann unserer angenommen und so haben wir etwas gequatscht und dabei einige interessante Fragen klären können. Das Interview dazu könnt ihr hier lesen.

Die heutige Ausbeute hat sich dann gelohnt, obwohl ich nur die bestellten Platten mitgenommen habe. Das sind ein Motörhead Ace Of Spades Shape, eine Black Sabbath 7“ Picture, zwei Gamma Ray Platten, je eine Hawkwind, Stratovarius und eine Manilla Road Platte. Leider  konnten eine Pink Floyd Single, und eine Nick Mason 12″ Maxi nicht geliefert werden und auch die British Steel von Judas Priest glänzte durch Nichtlieferbarkeit. Da diese Scheiben aber noch kommen werden, habe ich die Möglichkeit, mir einen weiteren lohnenswerten Besuch bei Remedy Records vorzunehmen.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Petra und Jörn von Remedy Records für die Infos und die Bilder.

Wie bereits oben erwähnt, soll mit dem Record Store Day eine neue Rubrik bei Time For Metal starten. Hier findet ihr den dazugehörigen Link.

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