Empyreal Sorrow – Praey

Starkes Debüt für Fans von Old School Melo Death schwedischer Prägung

Artist: Empyreal Sorrow

Herkunft: Freising, Deutschland

Album: Praey

Spiellänge: 38:19 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 20.11.2020

Label: Eigenproduktion

Link: http://www.empyrealsorrow.de

Bandmitglieder:

Gesang – Martin Szeike
Gitarre – Martin Hofbauer
Gitarre – Markus Winter
Bassgitarre & Gesang – Sebastian Moser
Schlagzeug – Julian Osterried

Tracklist:

  1. Praey To Sorrow
  2. Thrown Into The Fire
  3. Source Of Inhumanity
  4. The Error Code
  5. Come Down With Me
  6. Quiet Depression
  7. Scars Of Old
  8. Voice Of Violence
  9. Killing Silence
  10. A Night Without Armor

Empyreal Sorrow stammen aus dem beschaulichen Freising und veröffentlichen heuer ihr komplett in Eigenregie erstelltes Debütalbum Praey. Der Fünfer bastelte seit Anfang 2019 am Songwriting und den Aufnahmen für das Erstlingswerk, welches in den Grotesque Studios in Bad Wörishofen produziert wurde. Um die Band stilistisch einzuordnen, hier ein Zitat aus der Presseinfo: „Empyreal Sorrow ist melodischer Death Metal mit bekannten Markenzeichen, die eine neue emotionale Seite erreichen. Die Band nimmt das Death-Metal-Rad, zerstört es komplett und setzt es auf ihre eigene Weise wieder zusammen, wodurch ein individueller Sound mit vielen interessanten Facetten entsteht.“

Soweit die Theorie, doch wie sieht die Praxis aus? Nach kurzem Intro bekommen wir mit Thrown Into The Fire den Opener geboten und eines wird sofort klar: Hier wird sowohl musikalisch als auch soundtechnisch ins Schweden der 90er geschielt. Während der Opener eher der Stockholm-Fraktion zuzuordnen ist (Entombed & Co. lassen grüßen), reisen wir mit dem ersten Highlight der Scheibe, Source Of Inhumanity, Richtung Göteborg weiter. Klasse Melodieführung und ein toller Refrain – was will man mehr! Hervorzuheben ist hierbei der Gesang. Hier wechselt sich Martin Szeike, der für den tiefen, gutturalen Gesang zuständig ist, immer wieder mit dem Black Metal-artigen Gekreische von Sebastian Moser ab, was die Songs in diesem Bereich nie eintönig werden lässt.

The Error Code beginnt fast schon grindig, mit einem Gegrunze, das durch Mark und Bein geht. Nach einem Break wird es hochmelodisch mit einem clean gesungenen Refrain, um danach wieder die Geschwindigkeit bis zum Anschlag anzuziehen. Ein interessanter Song, mit dem ich anfangs aufgrund diverser Stilbrüche so meine Probleme hatte. Aber nach mehrmaligem Hören muss ich gestehen: Das Ganze passt doch irgendwie zusammen und ich muss der Presseinfo durchaus zustimmen, dass hier das Death-Metal-Rad zerstört und wieder individuell neu zusammengesetzt wird.

Mit Quiet Depression wird es dann gewöhnlicher. Ne, ehrlich – was für ein geiler Song. So muss Old School Melodic Death Metal klingen. Eine Hammermelodie zu Beginn, eine aggressive, im Uptempo angesiedelte Strophe und ein herzerwärmender Refrain – herrlich! Scars Of Old erinnert von der Melodieführung her ein wenig an alte Hypocrisy (zu The 4th Dimension Zeiten) oder auch an alte Tiamat. Guter Song. Killing Silence entwickelt sich immer mehr zu meinem Favoriten auf Praey. Der Songaufbau gestaltet sich ähnlich wie bei Quiet Depression. Eine aggressive Strophe, danach folgt ein erinnerungswürdiger Refrain. Nach kurzem akustischem Intermezzo werden im Mittelpart die durchgezogen gespielten Melodien ausgepackt – grandios!

A Night Without Armor beschließt die gut 38 Minuten gebührend. Auch mit einem starken Refrain ausgestattet, schielt man hier eher Richtung Modern Melodic Death Metal.

Empyreal Sorrow – Praey
Fazit
Empyreal Sorrow liefern mit Praey ein starkes Debütalbum ab, welches mit jedem Hördurchlauf besser und besser wird. Stilistisch tief verwurzelt im Schwedentod der 90er, irgendwo zwischen Stockholm und Gothenburg Sound, liefern sie ihre eigenständige Interpretation ab, wie Old School Melodic Death Metal heute zu klingen hat: abwechslungsreich, traditionell, aber auch modern. Titel wie Quiet Depression oder Killing Silence haben durchaus die Chance, zu Klassikern des Genres aufzusteigen. Auch wenn einige Songs sicherlich noch etwas spannender hätten gestaltet werden können, möchte ich für meinen Teil eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Well done Jungs!

Anspieltipps: Source Of Inhumanity, Quiet Depression und Killing Silence
Christian K.
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