Enslaver – Side Evil

Brasilianische Thrash Metal Hausmannskost

Artist: Enslaver

Herkunft: Brasilien

Album: Side Evil

Spiellänge: 29:02 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 05.06.2020

Label: Miranda Records

Link: https://www.facebook.com/enslaverband/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Luís Vitor
Gitarre – William Giesbrecht França
Bassgitarre – Pedro Vinícius
Schlagzeug – Francisco Vitor

Tracklist:

  1. Insane Mankind
  2. Behind The Resistence
  3. Blood Will Follow Blood
  4. Last Breath
  5. Die With The Rest
  6. Murder Inc
  7. Enslaver
  8. Pain Lust

Die Brüder Luís (Gitarre und Gesang) und Francisco (Drums) aus Brasilien gründeten diese Band im Jahre 2015, holten sich den Basser Pedro mit ins Boot und vervollständigten das Quartett mit dem Gitarristen William, der dann auch noch die Backingvocalparts übernehmen durfte. So startet man durch. Nach zwei Demos und einer Split wurde es jetzt Zeit für das Debüt. Klaro, bei solch einer Konstellation fallen einem sofort Sepultura ein.

Hören wir rein und dieses Mal kann ich das Album gut zusammenfassen. Viele südamerikanische Bands haben sich ja dem Teutonenthrash gewidmet, aber dieses ist bei Enslaver anders.

Nehmen wir z.B. Behind The Resistence – langsame Anschlagvorspieler, sodass man groovig in den Song kommt. Break, kurze Vorspieler und dann Uptempothrash mit relativ schnellem Gesang. Das Riffing kennt man aber zu Genüge und der Sound könnte auch ein Stück besser. Es folgt ein Break. Groovender Mitgehmidtempopart mit Vocals und Backingvocals. Kommt ganz gut. Dann nimmt man das Tempo quasi ganz raus und haut ordentlich einen Groove raus. Verspieltes Solo und da geht er hin. Klingt gut und macht Laune. Ist halt Thrash Metal, will man meinen. Diesen Part zieht man ziemlich in die Länge, geht dann aber wieder ins groovige Midtempo und der Spaß ist vorbei.

Wie schon geschrieben, könnte die Produktion etwas drückender sein, hat aber ein gewisses Old School Feeling, so wie das Songwriting der Band insgesamt. In knappen 29 Minuten präsentieren sie hier ihre Vorstellung des Thrash Metal. Die acht Songs sind teilweise dreckig, straight forward und aggressiv, man vergisst aber das Grooven auch nicht.

Mir gefällt die Kürze des Albums, denn in knapp 30 Minuten ist auch wirklich alles gesagt, da sie nicht großartig technisch zu Werke gehen oder experimentierfreudig sind.

Überwiegend handelt es sich aber dann doch eher um durchschnittliche Kost. Irgendwie hat man das alles schon gehört, auch besser. Es gibt richtig geile Songs, wie z.B. Blood Will Follow Blood und die Singleauskopplung Murder Inc. Letzter Song kann so richtig überzeugen. Schöne Anschlagtechnik zu Beginn und so baut man den Song dann förmlich auf. Die Drums betonen druckvoll. Es folgt ein Break und langsame Vorspieler. Eine bedrohliche Ankündigung und dann wird ordentlich Tempo aufgenommen. Sehr aggressiv, mit richtig gutem thrashigem Riffing. Wohl der brutalste Song auf dem Album.

Leider können die anderen Songs diesen Standard nicht halten. Schlecht ist das Ganze nicht, man kann auch ohne Probleme die Repeattaste drücken und sich des Lebens erfreuen, aber so richtig knallen diese Songs dann auch wieder nicht. Spaß hat man, aber für mehr reicht es nicht.

Wenn man noch mehr Songs wie Murder Inc auf die Reihe bekommt, dann kann es was werden, denn die Energie und Leidenschaft, die man für den Thrash Metal braucht, haben sie definitiv.

Enslaver – Side Evil
Fazit
Die Brasilianer Enslaver bieten guten und soliden Thrash Metal, welcher durchaus an die Landsmänner von Sepultura erinnert, aber auch andere Ideen mit einbaut. Leider fehlt den Songs noch das gewisse Etwas, aber ansonsten machen sie echt Spaß und sie haben auch eine gewisse Abwechslung am Start. Für Leute, die vom Thrash nie genug bekommen können.

Anspieltipps: Murder Inc und Blood Will Follow Blood
Michael E.
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