Fallen Fortress Open Air am 02.09.2017 in Bad Dürkheim

„Fallen Fortress Open Air am 02.09.2017 in Bad Dürkheim“

Festivalname: Fallen Fortress Open Air 2017

Bands: Clipwings, Dagger in Hand, Bury My Regrets, Shattered Lions, Naechte, Skywalker, Breathe Atlantis, Landmvrks, Polar, Betraying the Martyrs

Ort: Sportzentrum Stadion Trift, Bad Dürkheim (Eingang Jahnstraße)

Datum: 02.09.2017

Kosten: Early-Bird Ticket: 18 €, Vorverkauf: 20 €, Abendkasse: 24 €

Genre: Metalcore, Hardcore

Besucher: ca. 1500 (wenn ausverkauft)

Veranstalter: Rock die Burg e.V.

Link: https://de-de.facebook.com/fallenfortressopenair/

Bevor ich mich kopfüber in den Bericht stürze, hier noch ein paar Informationen, die ich persönlich wichtig finde. Das Fallen Fortress Open Air ist ein ehrenamtlich organisiertes Festival des Rock die Burg e.v.. Das Ziel des Festivals ist es, kleinen und neuen Bands eine Bühne zu bieten und neben bereits etablierten Größen stehen zu können. Ganz getreu dem Motto „von der Jugend, für die Jugend“. Diese Tatsache allein finde ich, ist ein Grund das Festival zu unterstützen. Den Verein gibt es nun seit 2009 und ursprünglich hieß das Festival noch Rock die Burg. Aufgrund eines Locationwechsels wurde der Name jedoch letztendlich 2015 zu Fallen Fortress Open Air geändert. Des Weiteren handelt es sich hier um ein relativ kleines Team (ca 24 aktive Mitglieder laut Webseite), welches ich an dieser Stelle loben möchte, denen ich allerdings auch sagen will: „Hier ist noch Platz nach oben!“

Anreise:

Per Bahn geht es für mich früh am Morgen los und die Fahrt läuft erstaunlich reibungslos ab. Keine Verspätungen oder Anschlussprobleme, trotz dreimal Umsteigen! Für mich ist das bereits das erste Highlight des Tages. Trotzdem ist die Deutsche Bahn auch heute wieder für einen Lacher gut: Im ersten Zug werde ich zweimal vom selben Kontrolleur nach dem Fahrausweis gefragt, welchen ich bereitwillig vorzeige. So weit, so gut. Jetzt steige ich jedoch in den nächsten Zug und bekomme dort routiniert die Frage nach dem Fahrschein gestellt. Das wäre nichts Besonderes, wenn es sich nicht um denselben Kontrolleur handeln würde und sich dieses Spiel nicht nach jedem meiner Umstiege wiederholen würde.

Nach der fünften Kontrolle durch denselben DB-Angestellten erreiche ich schließlich den Bahnsteig Bad Dürkheim Trift, von welchem aus ich in nicht mal 5 Minuten zum Einlass des Geländes laufe. Es ist nun 14:00 Uhr und damit bin ich pünktlich zum Einlass vor Ort. Mir fällt direkt die relativ große Menge an Security und Ordnern auf, welche einen schnellen und ruhigen Ablauf des Check-ins, sowie des gesamten Festivals verspricht.

Ich betrete jetzt das erste Mal das Festivalgelände und drehe eine Runde, um mir alles anzuschauen. Mittig auf dem Platz finden sich Stände und Sponsorenzelte, kreisförmig darum ist das gesamte Gelände aufgebaut. Am Rand finden sich Merch- und Essensstände sowie die Bühne. Die Preise sind zu meiner Überraschung sehr angenehm mit 3 Euro für ein frisch gezapftes Bier, 1 Euro für Wasser und 3,50 Euro für eine Bratwurst mit Brötchen.

15:11 Clipwings

Der erste und damit wohl schwerste Auftritt fällt dieses Jahr den noch recht jungen Clipwings zu, welche mit einer guten Mischung aus clean Gesang und Shouts beeindrucken wollen. Dies gelingt ihnen leider nur mäßig, da man ihnen doch die Aufregung noch stark anmerkt und alles ein wenig zurückhaltend, fast schon schüchtern wirkt. Mit Songs wie A Quiet Reminder können sie dennoch eine solide Performance abliefern und allen zeigen, dass da Potenzial vorhanden ist. Am Ende ihres Auftritts verabschieden sich die Sechs aus Mannheim von einem ihrer Sänger und überreichen ihm ein Abschiedsgeschenk.

16:00 Dagger In Hand

Solider, aggressiver Sound und Shouts, die etwas ungesund klingen. Das sind Dagger In Hand. Mit Songs wie Working Class Hero oder The Game kommt es hier zu den ersten Bewegungen im Publikum und mit Sleep with the Dead zum ersten Moshpit des Tages. Noch während der Auftritt läuft, beginnt es leicht zu regnen, was durchaus willkommen ist, da die Sonne erbarmungslos brennt.

16:47 Bury My Regrets

Bei leichtem Regen blasen mir jetzt fette Beats und brutale, tiefe Shouts um die Ohren und sorgen zusammen mit den sehr guten Clean-Passagen in Songs wie To Seperate Whats Right From Wrong für eine super Stimmung. Langsam füllt sich der Platz vor der Bühne immer mehr, obwohl der Regen ebenfalls immer weiter zunimmt. Die Menge ist in Bewegung und genießt den Auftritt. Passend zum Finale verzieht sich dann auch der Regen und nichts scheint die Stimmung trüben zu können…dann kommt der Regen zurück.

17:22 Unterbrechung des Programms

Kurz bevor die nächste Band die Bühne betreten kann, bricht die Hölle los. Es regnet wie aus Kübeln und schließlich gesellt sich noch Hagel dazu. Ich verziehe mich vorsichtshalber in das Zelt der Sanitäter und sitze das Unwetter aus.

18:00 Shattered Lions

Die Pechvögel des Tages sind wohl Shattered Lions, welche nun nach dem kurzen Unwetter die Bühne erneut eröffnen und dank des Hagels eine ganze Menge Spielzeit einbüßen. Die kurze Zeit, die sie haben, nutzen sie jedoch voll aus und versorgen die Zuhörer mit sehr melodischen Gitarren und einer, trotz harter Shouts, sehr entspannten Stimmung.

18:35 Naechte

Nachdem die Stimmung nach dem Unwetter wieder halbwegs aufgebaut ist, spielen nun die Jungs aus München. Mit deutschen Texten versuchen sie zu begeistern, können jedoch die Stimmung nicht halten. Der Auftritt wirkt recht eintönig und ein paar kleinere Timingfehler sowie der dumpfe Gitarrensound geben mir schließlich den Rest. Ich hole mir etwas zu essen und muss feststellen, dass ich nicht der Einzige bin, der so denkt.

19:27 Skywalker

Etwas misstrauisch stehe ich nun vor der Bühne und hoffe auf den nächsten Act. Mit Titeln wie Venom und der Premiere des Thracks Sugar von ihrem neuen Album sorgen Skywalker allerdings schnell dafür, dass wieder sehr gute Stimmung aufkommt. Eine Mischung aus Core, Punkrock und abgefahrenen Rhythmen, die ich so bisher nur von japanischen Bands kannte, bringt alle um mich herum in Bewegung. Vor der Bühne herrscht absoluter Ausnahmezustand. Gerade als die Stimmung den Höhepunkt erreicht, bekommen die Jungs von der Seite der Bühne Anweisungen.

19:44

Der verzweifelte Versuch, die durch das Unwetter verlorene Zeit wieder aufzuholen, unterbricht den bisher besten Gig. „We just have been told that this ist the end of our set!“

Eine wie ich finde deutliche Fehlentscheidung. Die extra aus Prag angereisten Jungs sind deutlich genervt. Und das zurecht, denn ihr Aufbau und Soundcheck ist nun offiziell länger als ihr Auftritt.

20:00 Breathe Atlantis

Absolute Gänsehaut jagt mir den Rücken runter, als Breathe Atlantis spielen. Kraftvolle und melodische Musik, die zum Mitsingen einlädt und endgültig alle zum Tanzen oder Pogen bringt. Der absolut grandiose Cleangesang und Lieder wie The Goat And The Saint machen aus diesem Auftritt meinen persönlichen Favoriten des Tages.

20:50 Landmvrks

Das Breakdowngewitter aus Frankreich fegt über die Bühne. Glasklarer, harter Sound und extrem gute Double Time Parts des Sängers sorgen für etliche blaue Flecken bei allen Beteiligten, während die clean gesungenen Chorus Parts durchaus zum Mitsingen anregen. Für meinen Geschmack gibt es hier jedoch ein bis zwei Breakdowns zu viel und dank der inzwischen sehr kalten Luft fühle ich mich langsam nicht mehr wohl.

In der Umbaupause finde ich durch Zufall meine persönlichen Retter. Die netten Mädels von Cupini Cupcakes haben neben ihren Cupcakes und Keksen nämlich auch heißen Kaffee und Tee dabei. Als ich schließlich meine Finger wieder spüren kann, geht es zurück vor die Bühne.

21:40 Polar

Ein Pit, der die ganze Menge umfasst, extremer Bass, absolut geniale Stimmung und klassischer Hardcore. Mehr kann und will ich eigentlich nicht zu diesem Auftritt sagen…außer: Stop cupping your Mic please! PLEASE!

22:48 Betraying The Martyrs

Nun steht das große Finale an. Nachdem Sänger Aaron Matts einen ungebetenen Miesepeter aus dem Publikum „entfernt“ hat, steht einer absolut soliden Show nichts mehr im Wege. Songs wie The Great Disillusion und die total lockere Art der Band mit ihren Fans zu interagieren zeigt, warum sie hier das Finale spielen. Trotz deutlich zu viel Stroboskoplicht kann auch ich mich nun nichtmehr halten und stürze mich kopfüber in den Moshpit. Kurz darauf gibt es die erste und einzige Wall Of Death. „Donald Trump wants to build a wall. I want to build a wall too. A wall of death!“

After Show Party

Für die kleine Aftershow Party wurde extra ein kleines Zelt aufgebaut. Hier gibt es weiterhin Getränke, während draußen bereits abgebaut wird. Für Musik sorgt hier die King Nugget Gang, welche sich am besten als „Rap Ode an das Fast Food“ beschreiben lässt. Witzig und durchaus sehenswert.

Fazit

Das Fallen Fortress ist einen Besuch wert! Vor allem Core Fans kann ich nur empfehlen, sich hier mal blicken zu lassen. Obwohl das Wetter dieses Jahr nicht ganz mitgespielt hat und es ein/zwei Fehltritte gab, war der Tag gelungen und ich werde definitiv wiederkommen. Besonders da man hier die Möglichkeit hat kleinere Bands und die Szene selbst zu unterstützen.

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