FB 1964 – Irish Steel

Irish Traditionals goes Metal

Artist: FB 1964

Herkunft: Langwedel, Deutschland

Album: Irish Steel

Spiellänge: 49:48 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: März 2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://de-de.facebook.com/Bornkamp.Fearless/

Produktion: Studioexport, Wunstorf von Lennart Jeschke

Bandmitglieder:

Background-Gesang – Becky Gaber
Gitarre – Dethy Borchardt
Gitarre – Frank Badenhop
Bassgitarre – Mirko Gätje
Schlagzeug – Michael Wolpers

Tracklist:

1. Sally MacLennane
2. Ordinary Man
3. Star Of The County Down
4. Bonny Portmore
5. Gravel Walk
6. Spancil Hill
7. I`m Man You Don`t Meet Everyday
8. Fields Of Athenry
9. Kesh Jig / Leitrim Fancy
10. Black Is The Colour
11. Foggy Dew
12. Streams Of Whiskey

Irish Steel ist der neueste Streich des Bandprojektes FB 1964 um Gitarrist und Mastermind Frank Badenhop, das schon mit seinem 2013er-Debütalbum The Fearless Vampire Killers, auf welchem man sich daran machte, den Soundtrack des berüchtigten Tanz der Vampire neu zu vertonen, ein erstes Achtungszeichen setzte. Seither haben sich die Nordlichter anno 2017 auf gleichnamigem Album der Geschichte von Störtebeker angenommen und versuchen sich nun daran, irische Traditionals im Metal-Gewand erklingen zu lassen. Gemeinsam ist allen drei Veröffentlichungen, dass man sich diverser Gastmusiker – teils namhafter Art – und vor allem Gastsänger bedient, welche den einzelnen Stücken bisweilen ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken.

Eröffnet wird der Reigen durch den schwungvoll dargebotenen The Pogues-Klassiker Sally MacLennane, dem die härtere musikalische Gangart gut zu Gesicht steht. Unterstützt wird dies vor allem durch Sérgio Faga, seines Zeichens Shouter bei der lateinamerikanischen Iron Maiden-Coverband Children Of The Beast, was man zumindest seinem zweiten Beitrag Fields Of Athenry deutlich anhört. Der Abwechslungsreichtum des Albums zeigt sich dabei nicht nur in den musikalischen Beiträgen der Gäste, sondern auch im Gesamtarrangement. So finden sich neben zwei instrumentalen Traditionals (Gravel Walk und Kesh Jig / Leitrim Fancy), bei welchen zum klassischen Metal-Instrumentarium auch Mandoline, Uilleann Pipes und Flute zum Einsatz kommen, auch diverse Stücke mit weiblichem Gesang.

So steuert die eigentliche Background-Sängerin Becky die Traditionals Star Of The County Down sowie Black Is The Colour bei und kann stimmlich – auch aufgrund ihres Facettenreichtums – überzeugen. Allerdings wirkt Star Of The County Down mit gleich drei Gitarrensoli etwas überfrachtet. Im weiblichen Block verewigt hat sich auch die frühere Bare Infinity Sängerin Angel Wolf-Black, die sowohl die Ballade Bonny Portmore als auch das wunderschöne Foggy Dew einsingt. Noch eins draufzusetzen vermag die frühere Sister Sin Frontröhre Liv Jagrell mit ihrer rotzig-rauchigen Interpretation von Spancil Hill. Auch das zweite The Pogues-Cover des Albums Streams Of Whiskey, welches als Rausschmeißer fungiert, wird von ihr beigesteuert und mutiert zu einem Punk-Rock-Kracher.

Auch Ronnie Romero, der wohl bekannteste Gast auf Irish Steel, seit einigen Jahren Sänger bei Rainbow, darf sich mit zwei Stücken einbringen. Zum einen gibt er das ruhig startende und dann immer mehr Fahrt aufnehmende Ordinary Man zum Besten, zum anderen die balladeske Schunkelnummer I`m Man You Don`t Meet Everyday.

Fazit
Irish Steel von FB 1964 bietet – auch dank der Vielzahl an talentierten Gastmusikern – Abwechslung pur. Hier liegen zugleich Charme und Manko des Albums. Denn einerseits überzeugt neben der Songauswahl die große Varianz der Darbietungen, wenngleich die Scheibe etwas gitarrenlastig ist. Andererseits – und das haben solche Bandprojekte wohl gemeinsam – fehlt es an der nötigen Stringenz, um einen höheren Wiedererkennungswert zu generieren. Nichtsdestotrotz versprüht das Album Spielfreude und gute Laune pur. Zudem wird der Verkaufserlös der Aktion „Rettet den Regenwald!“ zugeführt.

Anspieltipps: Ordinary Man, Spancil Hill und Foggy Dew
Christian G.8.5
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