Floating Opera – Floating Opera (Re-Release)

Erstes und einziges Album der deutschen Floating Opera wird wiederveröffentlicht

Artist: Floating Opera

Herkunft: Stuttgart, Deutschland

Album: Floating Opera (Re-Release)

Genre: Prog Rock, Kraut Rock, Rock, Heavy Metal

Spiellänge: 33:03 Minuten

Release: 05.03.2021

Label: Golden Core

Link: https://www.facebook.com/Goldencorerecords/

Bandmitglieder:

Bass – Wolfgang Langnau
Schlagzeug – Peter Garattoni
Gitarre – Rolf Dietz
Percussion, Gesang – Andreas Ullbrich

Tracklist:

  1. Floating Opera
  2. Pig Bee Trap
  3. Ride The Night
  4. Transformation
  5. Soul Man
  6. Fading Heroes
  7. Coming Home To You

Das eher metallastige Label Golden Core hat sich die Rechte an einigen Rockern aus dem Zeitraum 1980/1981 gesichert, die zwischen Januar und April 2021 als Re-Releases auf CD und Vinyl erscheinen werden. Nach welchem Kriterium da ausgesucht wurde, keine Ahnung. Meist sind es jedoch wohl, wie in diesem Fall, sogenannte Eintagsfliegen, die irgendwie einen scheinbaren Kultstatus (wieso auch immer) erlangt haben. So hatte ich zuletzt das Re-Release die Metaller von Deztroyer hier im Review, die nur ein Album herausgebracht hatten.

Erscheinen wird das Re-Release von Floating Opera (im Original 1981 bei Srilanca erschienen) am 05.03.2021 zunächst als CD. Eine Ausgabe auf Vinyl wird es auch geben, diese verzögert sich jedoch und wird voraussichtlich ab dem 07.05.2021 verfügbar sein.

Die deutschen Floating Opera haben nur dieses eine selbst betitelte Album, welches von Nov. 1980 – Feb. 1981 im Spygel-Studio aufgenommen wurde, herausgebracht. Die deutschen Floating Opera habe ich bewusst geschrieben, denn es gab zehn Jahre zuvor auch eine amerikanische Hard Rock Band mit gleichem Namen, die ebenfalls nur ein selbst betiteltes Album herausgebracht haben. Also bitte nicht verwechseln!

Da bin ich dann, ehrlicherweise muss ich das zugeben, in unserem Reviewpool drauf reingefallen, denn ich ging davon aus, dass es sich eben um diese amerikanische Band handelte, deren orgellastigen Sound ich sehr mochte/mag. Die Orgel ist bei dem Quartett aus der Umgebung von Stuttgart Fehlanzeige, denn da herrschen die im Rock gängigen Instrumente Bass, Gitarre und Schlagzeug, begleitet vom Gesang.

Es ist schwierig, über die Band etwas herauszubekommen (und das in Tagen des Internets). So berichtet das Label Golden Core, dass die Band aus Andreas Ullbrich (Gesang), Peter Garattoni (Schlagzeug), Rolf Dietz (Gitarre) und einem Studiobassisten bestand. Ich konnte herausfinden, dass dieser Bassist Wolfgang Langnau hieß. Ob er fester Musiker in der Band war oder nur Studiomusiker (wie im Promosheet ohne Namensnennung angegeben), entzieht sich meiner Kenntnis. Von allen Mitstreitern dürfte am bekanntesten Peter Garattoni sein, der noch Musiker bei Eulenspygel und einer der Chefs beim GAMA Musikverlag war, der solche Bands wie Stormwitch, Gravestone, Tyrant, SDI, Darkness, Tokyo Blade und mehr unter Vertrag hatte.

Wie beim Re-Release von Deztroyer’s Climate Change waren erneut Patrick Engel (Temple At Disharmony Studio) und Neudi (u.a. ex-Manilla Road, ex-Masters Of Disguise) an der Produktion dieses Re-Releases beteiligt. Eine Original-LP wurde überspielt und anschließend remastered. Soundtechnisch natürlich nicht ideal, es wurde jedoch wiederum gute Arbeit geleistet.

Dieses einzige Album der Band, die anschließend wieder komplett aus der Musikszene verschwand, ist eine Mixtur aus Rock, Prog, zum Teil auch noch Kraut (der zu diesem Zeitpunkt zu weiten Teilen ja bereits verschwunden war) und etwas Heavy Metal.

Ob Floating Opera aus dem Stuttgarter Raum einen Kultstatus besitzen, kann ich natürlich nicht beantworten, da ich hier zum ersten Mal mit der Band in Berührung gekommen bin und dies ja letztlich nur aus Verwechslung zum amerikanischen Pendant, welches jedoch einen stark von einer Orgel dominierten Rock spielt.

Die Platte der Stuttgarter Floating Opera weiß direkt mit dem Titelsong als Opener zu gefallen. Floating Opera ist toller Rock mit Heavy Metal Zügen. Der darauffolgende Song Pig Bee Trap beginnt mit einem Schlagzeugsolo als Opening und entwickelt sich zu einem tollen progressiven Rocksong mit tollem Rhythmus. Auch hier darf die Gitarrenverspieltheit nicht fehlen. Tolle Bassläufe gibt es obendrauf. Ein wirklich grandioser Song.

Ride The Night ist für mich als bekennenden Balladenhasser natürlich nichts, schön ist der Song trotzdem und wird einigen Leuten gefallen. Der Song kann ja nichts dafür, dass Balladen nicht so mein Ding sind. Als wenn die Band das wüsste, setzt sie mit Transformation noch so einen Song hinterher. Ich werde mich trotzdem nicht zu einem Balladenliebhaber transformieren lassen, sorry!

Jetzt reicht es, hätte ich fast geschrieben. Die Band hat mich erhört und setzt mit Soul Man einen bluesig souligen Stampfer hinterher. Mit Fading Heroes gibt es einen rockig progressiven Song mit einem Schuss Kraut hinterher. Obwohl der auch nicht allzu schnell ist, gefällt der Song mir wieder richtig gut.

Zum Schluss gibt es noch einen Folk Song mit Coming Home To You. Jetzt bin ich auch schon richtig froh, dass sie zu Hause angekommen sind, denn irgendwie übertreibt man es etwas mit dem Stilmix jetzt doch ein wenig! Wer weiß, was da noch gekommen wäre, wenn die Platte noch weitere Songs hätte.

Floating Opera – Floating Opera (Re-Release)
Fazit
Bei dem selbst betitelten Album Floating Opera handelt es sich um das Debüt und einzige Album der aus der Stuttgarter Gegend stammenden Band von 1981. Also bitte nicht verwechseln mit den amerikanischen Floating Opera, die ihr selbst betiteltes (und auch einziges) Album zehn Jahre zuvor herausgebracht hatten. Die Stuttgarter verwenden auf diesem Album einen relativ krassen Stilmix. So sind sowohl Rock, Progressive Rock, Heavy Metal, Kraut Rock und zum Schluss sogar Folk Rock vertreten. Das Album enthält sowohl schnelle rockige Parts, als auch Balladen. Aus meiner Sicht dann doch alles etwas zu viel. Die ersten beiden Songs wecken große Hoffnung, die jedoch die restlichen Songs nicht ohne Weiteres erfüllen können.

Anspieltipps: . Floating Opera, Pig Bee Trap und Fading Heroes
Juergen S.
6.5
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