Nightfall – All Night We Prey

Die griechische Institution mit der zehnten Attacke

Artist: Nightfall

Herkunft: Griechenland

Album: All Night We Prey

Spiellänge: 46:09 Minuten

Genre: Melodischer Death Metal

Release: 05.03.2021

Label: Season Of Mist

Link: https://www.facebook.com/nightfallbandofficial/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Efthimis Karadimas
Gitarre – Mike Galiatsos
Gitarre – Kostas Kyriakopoulos
Schlagzeug – Fotis Benardo

Tracklist:

  1. She Loved The Twilight
  2. Killing Moon
  3. Darkness Forever
  4. Witches
  5. Giants Of Anger
  6. Temenos
  7. Meteor Gods
  8. Martyrs Of The Cult Of The Dead (Agita)
  9. At Night We Prey
  10. Wolves In Thy Head

Zusammen mit Rotting Christ und Septic Flesh bildeten Nightfall die unheilige Boshaftigkeit der griechischen Metalszene und waren der erste extreme Act des Landes, der einen internationalen Deal unterschrieb und die Welt in den frühen 90ern in die aufkeimende mediterrane Szene einführte. Seit 1991 sind sie nun dabei und schicken sich an, ihr zehntes Album auf die Metalwelt loszulassen. Sänger und Basser Efthimis Karadimas ist der letzte Überlebende und holte sich drei neue Member ins Boot. So wurde Nightfall mit einem neuen Line-Up und einem Vertrag mit Season Of Mist wiederbelebt. Karadimas hat sich wieder mit dem ursprünglichen Nightfall Gitarristen Mike Galiatsos zusammengetan, der den Sound der Band in den frühen Jahren mitprägte. Hinzu kamen der Schlagzeuger und Produzent Fotis Benardo (ex-Septic Flesh) sowie Gitarrist Kostas Kyriakopoulos (The Slayerking). Meine Lieblingsbegleitmusik zu leckerem Gyros und Ouzo haben sie noch nie produziert und außerdem habe ich sie immer mit Nightrage verwechselt, warum auch immer.

Textlich und thematisch geht es um die Depressionen des Chefs Efthimis Karadimas. Sehr mutig, sich so zu offenbaren, aber Musik hat schon immer Menschen geholfen, ihre Probleme zu bewältigen. Aber auch andere Themen werden aufgegriffen, wie z.B. bei Giants Of Anger. Der Song handelt vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II und dessen Kampf mit der Erb-Lähmung und den mentalen Herausforderungen, denen er sich dadurch stellen musste.

At Night We Prey wurde von Jaime Gomez Arellano in den Orgone Studios in London gemixt und von Maor Appelbaum in Los Angeles gemastert. Das Cover-Artwork stammt von Travis Smith, der ja schon für viele Metalbands etwas gefertigt hat, u.a. auch von den kongenialen Exhorder. Also beste Voraussetzung für eine gute Unterhaltung.

Los geht es aber mit She Loved The Twilight. Pianoklänge, romantisch und zugleich bedrohlich erklingen. So langsam geht die Gitarre in Stellung und man baut den Song förmlich auf. Die Klänge bleiben, die Gitarren werden gedoppelt. Rhythmus und Melodie erklingen und dann kommt der Vorspieler, dieser gehört aber schon zum Song Killing Moon. Ein nahtloser Übergang und die Reise geht los. Ich bin erst einmal überrascht, denn mit Gothic Metal hat dieses nicht viel zu tun. Melodischer Death Metal ist angesagt. Ein geiles melodisches Riff kommt aus der griechischen Küche und es wird danach ein druckvoller Midtempopart mit Uftataelementen angeboten. Danach folgt wieder ein geiler Part, getrieben von einer ziemlich geilen Melodie und der Song klingt richtig hart. Man fährt komplett runter und kommt mit einen kurzen atmosphärischen Part wieder und wechselt dann wieder in den vorherigen Part. Sehr gut. Die Vocals erinnern mich ein wenig an Amon Amarth.

Darkness Forever kommt mit Riffs um die Ecke, die nach Viking Death Metal à la Unleashed klingen. Solche Riffs findet man öfters auf dem Album und diese schocken, da sie eine gute Härte mit ins Album bringen. Wieder bin ich überrascht, denn diese Riffs finde ich echt geil. Thrash Metal Elemente sind auch dabei, lecker. Hier werden auch melodische Moment mit eingebaut, aber im Grunde ist es ein lupenreiner Death Metal Song, der mich echt begeistert. Nur im Refrainpart wird man ein wenig atmosphärisch, aber auch dieses klingt gut. Der darauf folgende Part ist ein wenig drucklos, dafür ist die am Ende vorgetragene Melodie wieder hervorragend.

Pure Abwechslung liefert dann Witches. Der Song wird sehr ruhig, aber bedrohlich ins Universum geschossen. Wildes Riffing zwischendurch, ansonsten recht doomig. Es erscheint ein manisches Riff und der Song nimmt doch noch Fahrt auf.

Giants Of Anger nimmt Fahrt auf und hier hört man ein wenig den Gothic Metal heraus, aber trotzdem klingt es nach melodischem Death Metal. Das Riff zu Beginn ist absolut großartig, aber erinnert mich total an einen bekannten Song und ich komm nicht drauf. Das Riff wird auch immer wieder wiederholt. Trotzdem geht der Song irgendwie so an mir vorbei. Zieht sich zu sehr.

Temenos mit dem Bassbeginn entwickelt sich dann zum schnellsten Song auf diesem Album und trägt wieder gute Melodien in sich.

Meteor Gods kommt am Anfang dann wieder mit einem kleinen verträumten Intro und entwickelt sich dann zu einem recht lahmen Song, der mir gar nicht ins Ohr geht. Muss man vielleicht öfters hören.

Martyrs Of The Cult Of The Dead (Agita) geht dann auch wieder eher in eine rockige und gothicangehauchte Ecke. Aber das Riffing ist hervorragend, bleibt sofort hängen. Auch hier ist das Tempo eher gemäßigt und die langsamen Elemente klingen doomig, aber dann wird wieder der Tanzpart rausgeholt. Nicht gerade meine Welt, aber echt gut dargeboten. Wohl der stimmungsvollste Song des Albums. Sehr verspieltes Solo, Frauenstimmen und ein hymnenhafter Refrainpart.

Der Titeltrack At Night We Prey kombiniert dann noch einmal alles das, was die Burschen zu bieten haben. Langsames Riffing zur Einleitung, Bassolo und langsam geht es weiter. Eine hypnotische Gitarre erklingt, der Gesang passt sich manisch an und dann geht man schleppend in einen drückenden Midtempopart. Der Refrainpart ist mitgrölbar.

Wolves In Thy Head ist der Rausschmeißer und auch der kommt wieder mit hängen bleibenden Riffs. Der Refrainpart ist wieder singbar und es wird ordentlich Druck erzeugt, aber auch dieser Song zieht sich ein wenig, dafür ist die Melodie wieder absolut lecker und man wird auch schneller.

Nightfall – All Night We Prey
Fazit
Nichts erwartet und sehr viel bekommen. Auch wenn mich nicht alle Songs total geflasht haben, bieten Nightfall auf ihrem zehnten Album echt guten melodischen Death Metal an. Die griechische Institution kann man empfehlen, sofern man es melodisch und auch ein wenig atmosphärisch mag.

Anspieltipps: Killing Moon und At Night We Prey
Michael E.
8.2
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