Heirs Of The Void – The Rites Of Lucifer

Gefangen im Labyrinth der Hölle

Artist: Heirs Of The Void

Herkunft: Aurich / Deutschland

Album: The Rites Of Lucifer

Genre: Blackened Doom Metal

Spiellänge: 01:02:52

Release: 11.03.2019

Label: Unsigned

Link: https://www.facebook.com/heirsofthevoid/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Christian Hedden
Bass – Wilke Freesemann
Schlagzeug – Sabine Zimmer

Tracklist:

  1. The Rites Of Lucifer
  2. Witch Of The Woods
  3. Dead And Gone
  4. Fade Into Oblivion
  5. Devil’s Child
  6. The Betrayal

Blackened Doom aus Aurich / Ostfriesland servieren uns Heirs Of The Void. The Rites Of Lucifer ist nach Four Horsemen Of Doom (2014) bereits der zweite Longplayer, der seit 2012 bestehen Band. Verausgabt wurde sie am 11.03.2019 als CDr in einem schönen Digipack in einer limitierten Auflage von 250 Stück.

Wie drücken Ostfriesen ihr aufgeschlossenes und heiteres Lebensgefühl aus? Ganz klar: mit Blackened/Funeral Doom 🙂

Kleiner Gag am Rande – ich hoffe, die Band verzeiht es mir. Das ostfriesische Trio spielt einen hervorragenden Blackened Doom auf, der sich zum Tanzen natürlich nicht eignet.

Die Songs auf The Rites Of Lucifer haben alle ein Tempo, welches gar nicht aufs Tanzbein übergehen soll/will. Heirs Of The Void spielen einen sehr bedächtigen Blackened Doom zwischen langsam und noch langsamer. Eine Platte voller erdrückender Schwermut, wie sie wohliger nicht sein könnte!

Ich selbst kannte die Band bei dato noch gar nicht und bin dem Tipp unseres Chefredakteurs René nachgegangen, der weiß, dass ich ein besonderes Faible für das Genre Doom in all seinen Facetten habe.

Heirs Of The Void kämpfen sich auf The Rites Of Lucifer unablässig und schwerfällig durch den Morast des Labyrinths der Hölle.

Heiers Of The Voids lassen uns auf ihrem Album The Rites Of Lucifer einen düsteren, auswegslosen und erdrückenden Doom hören. Dabei machen die Songs dem Genre Doom wirklich alle Ehre, gleich vier der sechs Songs sind deutlich länger als 10 Minuten.

Gleich beim einführenden Song The Rites Of Lucifer werden die Riten der Hölle beschworen. Die Nackenhaare sträuben sich bei diesem Opener ein wenig. Nur sehr langsam entwickelt er sich. Nach ca. 4 ½ Minuten setzt die beschwörende Litanei des Sängers ein. Schön schaurig, von Gesang will ich hier einfach mal nicht sprechen, denn der Song bedarf einer Litanei und keinem Gesang. Sehr schön langsam und zum verrecken schön!

Witch Of The Woods kommt atmosphärisch daher und zeigt, dass es noch langsamer geht, als beim vorangegangen Song. Also so was von wohlig, quälend langsam. Der Song hat eine ganz besondere Note. Mystisch, irrational und erdrückend. Der Sprechgesang von Sänger Christian Hedden hat etwas ganz Besonderes. She Is The Witch Of Woods …. Leute, hütet euch, in die dunklen Wälder zu gehen, denn dort erwartet euch The Witch Of The Woods!!! Der Wechsel zwischen höheren clean Voices und tieferen harsh Voices ist hier sehr auffällig. Alles langsam und schleppend.

Eisig, kalt geht es mit Dead And Gone weiter. Die Grabeskälte kann man förmlich spüren. Monotone Bässe tragen zu einer dunklen Grabesruhe bei. Das Tempo des Songs lässt kaum ein Entrinnen zu. Nach etwa der Hälfte hat der Song ein Break, das Drohende und Siechende wird etwas aufgehellt. Ein Entrinnen aus dem Grab ist jedoch nicht möglich, denn das wäre ein Trugschluss und so kommt die Eiseskälte langsam wieder zurück.

Als wenn mit dem noch nicht genug wäre, verfallen wir mit Fade Into Oblivion in die Vergessenheit des Labyrinths der Hölle und müssen weiter Höllenqualen ertragen. Dies in einem unsäglichen Ausmaß. Die Windungen des Labyrinthes scheinen nicht enden zu wollen. Fade Into Oblivion ist der längste und quälendste Song auf diesem Longplayer. Er erdrückt fast alles in seinem Ausmaß. Auf Litanei mit clean Voices folgen erneut leicht grunzige harsh Voices.

The Devils Child ist zwar wesentlich kürzer als die vorangegangenen Songs, bleibt jedoch sehr beschwörerisch und huldigend.

Am Ende der Irrungen und Wirrungen des teuflischen Labyrinths kommt mit The Betrayal wirklich noch so etwas wie ein Verrat. Fast besänftigend lässt eine akustische Gitarre diesen Opus Diabolus rein instrumental ausklingen.

Fazit
Heirs Of Void bringen uns mit einem Opus Diabolus durch das Labyrinth der Hölle mit all seinen Irrungen und Wirrungen. Voller teuflischer Qualen und erdrückend. Mit einem musikalischen Verrat endet dieses erdrückende und schwermütige Werk. Hier hätte ich mir gerne noch einmal den Deckel drauf gewünscht, wobei The Betrayal als Outro für dieses Werk noch nicht einmal so schlecht ist, um wieder aus dem Labyrinth der Hölle hinaus zu kommen.

Anspieltipps: The Rites Of Lucifer und Witch Of The Wood
Jergen S.8.7
Leser Bewertung1 Bewertung10
8.7
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