Hole Full Of Love am 12.01.2019 im Jazzhaus in Freiburg

                  „Berühmtester Blitz der Rockgeschichte schlägt im Jazzhaus ein!“

Band: Hole Full Of Love

Ort: Jazzhaus, Schnewlinstraße 1, 79098 Freiburg im Breisgau

Datum: 12.01.2019

Kosten: 15,- € VVK 18,- € AK

Genre: Rock, Hard Rock, Blues Rock

Besucher: ca. 400

Veranstalter: Jazzhaus Freiburg

Links: https://www.jazzhaus.de https://www.facebook.com/events/303474113534312/

Setlist:

01. Intro – Rock Around The Clock (Bill Haley) (Tape)
02. Overdose
03. Love At First Feel
04. Gimme A Bullet
05. Problem Child
06. Girls Got Rhythm
07. There`s Gonna Be Some Rockin
08. Gone Shootin
09. Go Down
10. Touch To Much
11. If You Want Blood (You Got It)
12. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
13. High Voltage
14. Back In Black
15. What Do You Do For Money, Honey
16. Shoot To Thrill
17. You Shook Me All Night Long
18. Dog Eat Dog
19. Rock`N`Roll Damnation
20. T.N.T.
21. Bad Boy Boogie
22. Walk All Over You
23. Highway To Hell
24. Whole Lotta Rosie
25. Shot Down In Flames (Zugabe)
26. Hells Bells (Zugabe)
27. Let There Be Rock

Es ist schon auffällig – immer wenn ich ins Freiburger Jazzhaus unterwegs bin, ist es ziemlich nasskalt und eklig draußen. Ich könnte jetzt gemütlich zu Hause auf der Couch sitzen, doch der berühmteste Blitz der Rockgeschichte schlägt heute in den Freiburger Kellerclub ein. Der berühmteste Blitz? Nun ja, nicht ganz, aber irgendwie doch. Natürlich spielen nicht die übergroßen AC/DC aus Down Under in Freiburg, aber immerhin doch Hole Full Of Love aus Frankfurt am Main mit ihrer authentischen AC/DC Bühnenshow. Die Jungs aus Frankfurt sind schon lange, lange da…, nee, falsche Baustelle. Die Band um Sänger Dario Djurinovac ist bereits seit 25 Jahren aktiv und spielt schon seit 20 Jahren regelmäßig in der Dreisam-Metropole und ich habe sie noch nie live gesehen. Zeit, das heute endlich zu ändern. Die Auftritte der Frankfurter zählen zu den beliebtesten Stromgitarren Shows in Freiburgs Gewölbekeller. Nicht weiter verwunderlich, schließlich war selbst Dave Evans (Mitgründer und Ex-Sänger von AC/DC) so begeistert von ihrer Show, dass er sie gleich als Support mit auf Tour nahm. Auch teilten sie mit namhaften Bands wie Foreigner, Axxis, Rose Tattoo und The Sweet die Bühnen. So sind an diesem Wochenende gleich zwei Shows in Freiburg angesetzt, wobei die gestrige irgendwie an mir vorbei ging. Gestern gab es die High Voltage Show auf die Ohren, die übrigens ausverkauft war, und heute die Let There Be Rock Show – ob es gestern aber wirklich eine andere Setlist gab als bei der heutigen Show …, I don`t know. Als ich um 19:45 Uhr die Location betrete, ist das Kellergewölbe schon gut gefüllt und ich habe gerade noch Zeit, mir was Flüssiges zu organisieren und einen Blick aufs Merch zu werfen.
Um kurz nach 20:00 Uhr dröhnt dann auch fast pünktlich Bill Haleys Rock Around The Clock als Intro aus den Boxen und die Band betritt die Bühne und legt wortlos mit dem 77er Overdose los. Viel neueres Material braucht hier heute niemand erwarten, den die Frankfurter verstehen sich als Tribute Band to the 70`s AC/DC. Etwas verblüfft bin ich jedoch darüber, dass Frontmann Djurinovac im Kilt die Bühne betritt, was aber letztendlich auch nur unterstreicht, dass es hier überwiegend um die Ära des legendären AC/DC Sängers Bon Scott geht, denn der gebürtige Schotte trat ab und an im Kilt auf. Auch die nächsten Songs sind alle in den 70ern angesiedelt, Love At First Feel, Gimme A Bullet und das mega-geniale Problem Child. Der Laden ist mittlerweile bestens gefüllt und vor der Bühne wird es eng, was es für mich etwas schwierig macht, da es hier keinen Fotograben gibt. Showmäßig wird hier eher auf kleiner Flamme gekocht, einzig Gitarrist Karsten Kutscher, stilecht in Schuluniform, zeigt ein paar Mal, dass er den Angus-eigenen Duck Walk beherrscht. Letztendlich geht es aber auch um die Musik und da passt alles. Dario Djurinovac hat sogar eine ähnliche Stimmfärbung wie der 1980 verstorbene Frontmann Bon Scott und so wird die Darbietung alter AC/DC Klassiker wie Girls Got Rhythm, There`s Gonna Be Some Rockin, Gone Shootin oder Go Back zum wahren Triumpfzug. Das ist nicht reines Covern, das ist ein Kniefall vor der Band mit den unzähligen, unsterblichen Klassikern. Der Frontmann ist auch der einzige, der die komplette Bühnenbreite nutzt, doch bei den Originalen war es ja nicht viel anders, Bon und Angus standen in der ersten Reihe, während Cliff und Malcolm sich zurückhielten. Doch dann ist das Publikum gefordert, denn die ganz großen Songs wie Touch To Much, If You Want Blood, Dirty Deeds und High Voltage werden lauthals und textsicher mitgegrölt. Frontmann Dario hat sichtbar Spaß daran und er stachelt die AC/DC Fans noch weiter an. Mit Back In Black wird erstmals an den 80er Jahren gekratzt und der Sänger scherzt, dass die meisten der Anwesenden da ja wohl noch gar nicht auf der Welt waren, was für großes Gelächter sorgt, denn die allermeisten im Jazzhaus sind zumindest Ü40 und älter und sind somit auch bei Back In Black textsicher. What Do You Do For Money, Honey, Shoot To Thrill, You Shook Me All Night Long, Dog Eat Dog, Rock`n`Roll Damnation – ein Hit jagt den anderen und die Band hat das Publikum voll im Griff. Bei T.N.T. herrscht Ausnahmezustand und einige Fans rasten regelrecht aus. Doch nicht nur die Fans, denn auch Karsten, alias Angus, rastet etwas aus und wälzt sich ganz AC/DC – like mit seiner Klampfe auf dem Bühnenboden, direkt in Augenhöhe der Fans. Beim anschließenden Bad Boy Boogie zeigt sich dann noch einmal, dass man alles für die Show gibt, denn wie auch beim großen Original üblich, verlässt der Frontmann kurzzeitig mitten im Song die Bühne und Karsten sorgt für großes Gejohle im Publikum, indem er auf ein bereitgestelltes Case steigt und anfängt zu stripen. Das stößt natürlich besonders beim weiblichen Publikum auf Begeisterung und sorgt für Anfeuerungs – Rufe. Mit Walk All Over You, Highway To Hell und Whole Lotta Rosie wird aus vollen Rohren weiter geschossen. Damit ist das offizielle Set dann auch beendet, doch der Zugabenblock in Form von Shot Down In Flames, dem unverzichtbaren Hells Bells und dem abschließenden Let There Be Rock lässt nicht lange auf sich warten. Danach nutzen auch alle Zugaberufe nichts mehr, ein hervorragender AC/DC Abend geht zu Ende. Ich habe in den letzten Jahren einige AC/DC Tribute Bands gesehen, einige waren gut, einige weniger, aber Hole Full Of Love gehören definitiv zu den Besseren. Wer immer die Möglichkeit hat, sollte sich auf den Highway To Hell begeben und sich die Show nicht entgehen lassen.
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