Horseman – Of Hope, Freedom And Future

“Pferdekuss!“

Artist: Horseman

Herkunft: Bielefeld, Deutschland

Album: Of Hope, Freedom And Future

Spiellänge: 47:43 Minuten

Genre: Modern Metal

Release: 21.09.2018

Label: Massacre Records

Link: http://www.horseman.de/

Bandmitglieder:

Gesang – Stefan Böhm
Gitarre – Malte Edinger
Gitarre – Gregor Panic
Bassgitarre – Christoph Brennecke
Schlagzeug –  Michael Kolar

Tracklist:

1. Of Hope, Freedom And Future
2. A Thousand Wars
3. Hunters
4. See Me Hanging
5. The Monsters I Feed
6. Die Gedanken Sind Frei
7. Teach Them To Question
8. An Open Mind Breaks Down Walls
9. The Giant
10. Fools Keep Marching
11. The Final Dance
12. Shellshock

Aus Bielefeld sind die wilden Horseman, die auf ihrem dritten Album Of Hope, Freedom And Future genrefreien Modern Metal präsentieren. Was das alles mit Pferden zu tun hat, ist mir nicht so ganz klar, dennoch lässt bereits das coole Intro die Erwartungen durchaus nach oben schnellen, denn man bewegt sich anfangs ganz bluesig fort, könnte ja eine Dark Southern Rock Combo sein.

Weit gefehlt, im unmittelbaren Anschluss bekommt man den Pferdekuss in die Magengrube gezimmert, plus links und rechts ’ne Watschen und los geht der Ponyexpress. Bis zum Song The Monster I Feed bleibt bei mir der super aggressive Metalcore Mustang nicht in der Koppel, dafür will die Band zu sehr zeigen, was man kann. Besagter Song hat eine starke Melodie und punktet mit klaren Strukturen statt mit Gestrauchel. Mit dem Revolutionssongschnipsel Die Gedanken Sind Frei lehnt man sich natürlich weit aus dem Fenster, jedoch zeigt man im folgenden Teach Them The Question, dass man Thinking Man´s Metal macht und sich bewusst von anderen Bands abgrenzen möchte. Immer wieder irritierend finde ich es, dass, ähnlich wie bei Pantera, zwischen all dem Gekloppe lupenreine Metalsoli durchschimmern und sozusagen die Basis der Band erkennen lassen. So auch in An Open Mind Breaks Down Walls, dem wahnsinnig guten Hinführer zu The Giant, der leider nur Durchschnittsgekloppe ist. Fools Keep Marching ist ein politischer Song, der eine lyrische Abrechnung mit allen Gleichschaltern und ewig Gestrigen ist, dazu musikalisch ein sehr dynamisches Spektrum zwischen Metalcore und ganz klassischem Metal abbildet – stark. The Final Dance ist auf Dreiviertel Länge leider auch nur Durchschnitt, erst das letzte Viertel greift eine gute Hookline auf und verarbeitet diese fast schon progressiv und macht den Song dadurch besser. Um Epik ist man im Rausschmeißer Shellshock bemüht, dummerweise setzt man die tollen Gitarren und das megafette Drumming vorerst nicht fort, stattdessen verliert man sich in 08/15 Metalcore Grütze, bevor man dem Song final doch noch zackiges Drumming und riffige Gitarren verpasst, geht doch!

Fazit: Ich würde mir etwas mehr Fokus und weniger Durchschnitt wünschen, dann kann mich die interessante Gruppe Horseman begeistern. Mit Sicherheit ist man noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, die Band hat massiv Entwicklungspotenzial. Ich bin auf das nächste Album gespannt, Shellshock gibt in der Hinsicht doch eine Richtung vor.

Anspieltipps: The Monster I Feed, Teach Them The Question, Fools Keep Marching, Shellshock
Dominik B.6
Leser Bewertung1 Bewertung9
6

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