Hyper Focus Germany Tour 2018 – Birth Of Joy und Support Hathors am 29.01.2018 im Kesselhaus, Wiesbaden

„Hyper Focus Germany Tour 2018 – Birth of Joy und Support Hathors am 29.01.2018 im Kesselhaus in Wiesbaden“

Headliner: Birth Of Joy

Vorband: Hathors

Ort: Schlachthof Wiesbaden (Kesselhaus), Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 26.04.2018

Kosten: 17 € VK, 22 € AK

Genre: Blues Rock, Psychedelic Rock, Alternative Rock, Grunge, Hardcore, Indierock, Metal

Besucher: ca. 100

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden / Landstreicher Bookings

Link: https://www.facebook.com/events/1775753762435312/

Setlisten:


1. Sleepwalker
2. Evermore
3. Every Night
4. New York
5. Lucifer
6. Watching You
7. Brainwashing TV


1. Join The Game
2. Hyper Focus
3. Devil’s Paradise
4. Riff Raff
5. You Are Many
6. No Big Day Out
7. Fat Fish
8. Motel Money A Way
9. Three Day Road
10. Rock & Roll Show
11. Make Things Happen
12. Skpdorkat
13. Know Where To Run

Gestern noch in Siegburg im Kubana drei tolle Bands aus dem Bereich Symphony Metal / Bombast Metal mit teilweise acht Musikern (Mayan) auf der Bühne gesehen, steht heute für mich totales Kontrastprogramm an. Mit Birth Of Joy und Hathors als Supporter stehen gleich zwei Trios an.

Früh genug und wie immer gut durch den Verkehr (ca. 90 km Fahrt) gekommen betrete ich das Kesselhaus im Schlachthof. Parken vorher auch kein Problem. Hier muss ich mal ein dickes Lob lassen. Die Veranstaltungen in Wiesbaden sind ideal für alle Auswärtigen, die mit dem Auto anreisen, stressfrei und ohne großes Parkplatzsuchen, ein Konzert erleben wollen.
Im Kesselhaus ist es noch recht leer, wir haben noch eine halbe Stunde bis zum Beginn. Am Ende werden es dann ca. 100 Leute sein, die heute im Kesselhaus ein grandioses Konzertereignis erleben. Alle Daheimgebliebenen haben da wirklich etwas verpasst.

Mit Verspätung beginnt der Abend mit den Hathors aus der Schweiz. Die Dreiercombo besteht bereits seit 2010. Nach Umbesetzungen am Bass und den Drums ist Mastermind Marc Bouffé (Guitars, Vocals) der einzige Verbliebene der Urbesetzung. Simeon Thompson (Bass, Backing Vocals) ist erst seit 2017 dabei, hat aber bereits über zwanzig Gigs mit der Band absolviert, erzählt uns Marc Bouffé. An den Drums sitzt eigentlich Raphael Peter. Der fällt jedoch für das heutige Konzert aus. Dafür sitzt dort jetzt Dominique Destraz, der uns von Marc Bouffé als Backup Drummer vorgestellt wird. Dies bereits zum fünften Mal. Ich kann schon mal sagen: Dominique Destraz ist an den Drums mehr wie ein Backup!

Hathors beginnen mit dem Song Sleepwalker. An einen Sleepwalk ist jedoch nicht zu denken, denn es kracht richtig in den Ohren und es ist extrem laut und schlecht abgemischt. Eigentlich hört man nur den Bass. Das geht den Jungs auf der Bühne genauso. Nach ungefähr einer Minute brechen sie den Song Sleepwalker ab, da sie auf der Bühne nur den Bass hören. Da habe ich mich also nicht geirrt, als ich denke „hier mit dem Sound stimmt doch etwas nicht“. Das Problem wird dann recht schnell gelöst. Einen super Sound bekommt der Mann an den Mischern bei den Hathors leider nicht hin. Aber der Sound ist dann doch so, dass die Mucke von den Hathors gut rüber kommt. Das Licht ist leider während des kompletten Gigs der Hathors nicht gut. Da hat man wohl vergessen die Stromrechnung zu bezahlen. Die Jungs befinden sich eigentlich die ganze Zeit im Halbdunkel, nur mit einem spärlichen Rotlicht angestrahlt.

Die Hathors bringen uns einen richtig kraftvollen Mix aus Alternative Rock, Grunge, Hardcore, Indierock und Metal. Der knallt richtig gut rein. Die Songs kommen beim Publikum sehr gut an. Es wird richtig gut mitgegangen. Das merken die Jungs aus der Schweiz. Sie gehen in die Vollen. Dominique Destraz an den Drums kommt so rüber, als wenn er noch nie was anderes gemacht hätte, als mit den Hathors auf der Bühne zu sein. Marc Bouffé beeindruckt an den Gitarren und mit tollen Vocals, während Simeon Thompson sein Arbeitsgerät komplett bearbeitet. Die einzelnen Songs sind teilweise recht unterschiedlich in ihren Tempi. Die Songs der Hathors sind frisch und angriffslustig. Eine authentische Combo mit erfrischender Musik. Mir persönlich gefällt der Song Lucifer in seiner gesamten Struktur am besten. Lucifer ist ebenso wie Watching You und Evermore auf dem neuen Album Panem Et Circenses (2017) vertreten. Nach einer halben Stunde ist der tolle Gig der Combo aus der Schweiz leider auch schon zu Ende. Man glaubt gar nicht wie schnell eine halbe Stunde vorbei sein kann. Das Album Panem Et Circenses nehme ich mir auf Vinyl mit. Am Merchstand unterhalte ich mich noch lange mit Christian Poffet, der diesen Abend für die Schweizer organisiert. Netter Kontakt, auch die drei Jungs gesellen sich später noch dazu.

Noch kurzen Umbauarbeiten kommt mit Birth Of Joy die nächste Dreiercombo auf die Bühne. Der Headliner des heutigen Abends kommt mit einer ganz anderen Besetzung daher, welche einen ganz anderen Sound ergibt. Kevin Stunnenberg (Guitars, Voices), Bob Hogenelst (Drums, Voices) und Gertjan Gutman (Hammond Organ, Keys) heizen mit ihren Psychedelic Blues Rock von Beginn an mächtig ein. Diese Hammond Orgel ist wirklich der Kracher. Da kommen die heutigen Keys überhaupt nicht mit. Gertjan Gutman beherrscht dieses Instrument. Der seelige John Lord hätte seine Freude an diesem Knaben. Die Songs werden dargeboten in allerbester Manier der Sechziger und Siebziger. Wahnsinn, was diese drei Niederländer dort oben auf der Bühne zelebrieren. Das was sie machen ist absolut kein Retro.

Natürlich gibt es da Einflüsse von Bands wie Deep Purple, den Doors, Led Zeppelin oder manchmal hört man auch einmal die alten Pink Floyd heraus. Diese alten Einflüsse vereinen die drei Niederländer so organisch miteinander, dass dann ein recht eigener und eigenständiger Stil entsteht. Es kommt einem so vor, dass die drei Musiker da oben auf der Bühne eigentlich viel zu spät geboren sind. Hätte es Birth Of Joy bereits in den Sechzigern oder Siebzigern gegeben, würde man sie heute gleichauf mit solchen Bands wie Deep Purple oder den Doors nennen. Bob Hogenelst an den Drums zeigt was er kann. Seitlich neben ihm hängt ein großer Gong, den er mehrmals in Anspruch nimmt und erklingen lässt. Kevin Stunnenberg holt aus der Gitarre raus, was er gerade will. Diese ist ihm hörig, und sie muss spielen, was er möchte. Kevin Stunnenberg ist natürlich da oben auf der Bühne der auffälligste der drei Musiker. Logischerweise müssen die beiden anderen Musiker bei ihren Instrumenten bleiben. Kevin Stunnenberg nutzt mit seiner Gitarre die komplette Bühne. Er bewegt sich ekstatisch zu den Klängen, die er aus dem Instrument heraus holt. Und das passt genauso, als wenn es inszeniert wäre. Ich würde aber mal sagen: Gitarre und Kevin Stunnenberg sind in dem Moment eins und untrennbar. Über allem, was da auf der Bühne passiert, hängt der schwere Hammond Sound. Das Leslie, teilweise von Gertjan Gutman bis zur Ekstase betätigt, macht mit uns den Zeitsprung in die Zeit des Psychedelic Blues Rock. Die anwesenden Fans sind total aus dem Häuschen. Extrem geil, was die Jungs hier zelebrieren. Da es sich um die Promotour ihres neuen Albums Hyper Focus handelt, stehen einige Songs dieses Albums auf der Setlist. So beginnt diese auch mit Join The Game und Hyper Focus vom gleichnamigen Album. Wir sind direkt im Game drin und wir gehen alle mit. Neben weitere Songs, wie Riff Raff, You Are Many und Skpdorkat (das wie ein Samba von Santana klingt) gibt es auch alte, bekannte Klassiker der Band, die seit 2005 das Publikum begeistert. Einen Lineup Wechsel gab es nie. Das merkt man der Combo an. Sie sind eine eingespielte Gemeinschaft. Nach 13 mächtigen, beeindruckenden Songs, zwei davon als Zugabe, ist die Freude dann leider zu Ende. Alles muss halt mal enden, obwohl wir hätten heute noch weiter gemacht. Das war wirklich eine Freude – Birth Of Joy!

Fazit: Wieder ein genialer Konzertabend hier in Wiesbaden. Dieses Konzert zählt zu meinen Höhepunkten des erst kurzen Konzertjahres. Birth Of Joy haben ihrem Namen alle Ehre gemacht. Das war wirklich die Geburt der Freude. Nicht zu vergessen die großartigen Supporter Hathors.

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