Interview mit Aeonblack zum neuen Album „The Time Will Come“ und vielem mehr

Südbadener geben Einblick in ihr Musikerdasein

Artist: Aeonblack

Herkunft: Deutschland

Genre: Heavy Metal, Power Metal, Pure Fucking Heavy Metal

Bandmitglieder:

Gesang – Holger Fehrke-Berger
Gitarre – Michael „Maunze“ Kan
Gitarre – Ferdinand Panknin
Schlagzeug – Peter „Piet“ Steinbach

Link: https://www.aeonblack.de/

Photo @ Aeonblack

Die süddeutschen Aeonblack melden sich in diesen Tagen zurück und haben ihr brandneues zweites Album mit im Gepäck. Die Band, die 2004 aus der Combo Groggy Elks hervorging, haucht seitdem dem klassischen Heavy Metal neues Leben ein. Nach einem Demo-Album (2006) konnten die Lörracher zum 10-jährigen Bandbestehen dann ihr Debüt Metal Bound (2014) verwirklichen und gleich eine gewaltige Duftmarke hinterlassen. Die Band bezeichnet ihren Sound selbst als Pure Fucking Heavy Metal und das trifft es wie die berühmte Faust aufs Auge. Nun stehen die Jungs aus dem Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz mit ihrem zweiten Studioalbum The Time Will Come in den Startlöchern, das am 26. Februar via MDD/Black Sunset erscheint. Übrigens sind Aeonblack aktuell auch noch beim Time For Metal-Underground Award dabei. Grund genug, bei den Lörrachern nach dem Stand der Dinge zu fragen.

Aus bekannten Gründen haben wir das Interview natürlich per E-Mail gemacht.

Time For Metal / Andreas F.:
Moin, schön, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit unserem Magazin nehmt. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr seid alle gesund.

Aeonblack / Holger:
Hi, ja es geht uns soweit ganz gut und zum Glück sind wir alle gesund. Es wäre sehr schade, wenn wir jetzt, bei unserem Hammerrelease vom aktuellen Album The Time Will Come einen Krankenstand zu vermelden hätten.

Time For Metal / Andreas F.:
Obwohl ihr vor sechs Jahren mit Metal Bound ein ziemlich starkes Album rausgehauen habt und auch gewaltig den Underground aufgemischt habt, wird dennoch nicht jeder unserer Leser schon einmal von euch gehört haben. Stellt euch bitte kurz vor, wer seid ihr und was macht ihr.

Aeonblack:
Hey ho, liebe Time For Metal-Leser, mein Name ist Holger, Gründungsmitglied, Namensgeber und Sänger von Aeonblack. Obwohl man bei Namensgeber dazu sagen muss, dass es damals nur ein Vorschlag von mir war und dieser wurde so angenommen.

Ich heiße Ferdinand, bin seit 2018 dabei und spiele Gitarre.

Hi, ich bin Peter, der Mann hinter den Schlaginstrumenten und seit Ende 2014 dabei.

Und ich bin der Maunze, Gitarrist, und gehöre neben Holger zu den Urgesteinen der Band.

Time For Metal / Andreas F.:
Beschreibt eure Musik mal jemandem, der noch nie etwas mit Rockmusik am Hut hatte und überhaupt keine Ahnung von der Materie hat.

Aeonblack / Holger:
Oh schwierig, grins…, unsere Musik ist traditionell gespielter Heavy Metal, ein echter Punch aus Power & Rawness. Aeonblack ist Pure Fucking Heavy Metal.

Aeonblack / Maunze:
Melodiös, laut und heavy, no more.

Time For Metal / Andreas F.:
Mit Frontmann Holger und Gitarrist Maunze habt ihr ja immer noch zwei Mann an Bord, die bis 2003 schon beim Vorläufer Groggy Elks dabei waren. Was hat euch damals dazu bewogen, Groggy Elks ad acta zu legen und ein Jahr später Aeonblack zu gründen?

Aeonblack / Holger:
Oh je, das sind jetzt aber ganz alte Geschichten. Soweit ich mich erinnern kann, gab es damals einige sehr gute Ideen, die so nicht mehr ins Konzept von Groggy Elks gepasst haben, und zack war die Metamorphose in Aeonblack vollzogen.

Aeonblack / Maunze:
Letztendlich war es die Entscheidung, doch internationaler zu werden. Wir hatten kurz darüber gesprochen und das dann umgesetzt. Da gab es gar keine lange Entscheidungsphase drüber. Ich persönlich finde, dass manche Sprachen mit bestimmten Musikrichtungen nicht wirklich matchen, wie eben auch klassischer Metal und Deutsch …, aber wie gesagt …, das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Time For Metal / Andreas F.:
Anfangs haben bei Aeonblack auch noch die ehemaligen Groggy Elks-Mitglieder Kay Doria und Thomas Winter mitgemischt. Was ist dann passiert und wo sind die Jungs zwischenzeitlich abgeblieben? Habt ihr noch Kontakt, oder aus den Augen, aus dem Sinn?

Aeonblack / Maunze:
Nun …, zu Kay pflege ich noch regen Kontakt. Zum anderen Thema gibt es nichts zu sagen.

Time For Metal / Andreas F.:
Was ist mit den Neuzugängen Ferdinand und Peter, die seit Metal Bound neu zur Band gestoßen sind, wie seid ihr zu Aeonblack gekommen und seid ihr auch musikalisch vorbelastet und habt schon in anderen Bands gespielt?

Aeonblack / Piet:
In meinem Fall war es eine ziemlich spontane Zusage zur Aushilfe an den Drums bei zwei Gigs, wo der Kay aus zeitlichen Gründen nicht spielen konnte. Er hatte auch immer mehr mit seiner anderen Band zu tun, wie sich später herausstellte, sodass es dann nach den coolen Aushilfsjobs recht schnell gelaufen ist und plötzlich war ich als neuer Drummer ernannt. Zu meiner musikalischen Vorbelastung gehören mehrere Heavy Metal-Bands und 40 Jahre Bühnenerfahrung.

Aeonblack / Ferdinand:
Ja, ich habe in anderen Bands gespielt, angefangen, als ich 14 Jahre alt war. Mit Anfang 20 gab es dann eine längere Pause, da habe ich gar keine Musik gemacht. Erst als mein ältester Sohn mit einem Instrument anfing, hat es mich wieder gepackt und ich habe die Gitarre aus dem Schrank geholt und meine Finger entknotet. Ich habe dann wieder in unterschiedlichen Bands gespielt und bin bei Aeonblack dann über eine Suchanzeige der Band nach einem Bassisten gelandet. Bass habe ich bei Aeonblack tatsächlich aber nie gespielt, da auch ein Gitarrist gesucht wurde, wie sich in den ersten Gesprächen rausgestellt hat.

Time For Metal / Andreas F.:
Meine nächste Frage hat Maunze vorhin schon etwas vorweg beantwortet, aber vielleicht siehst du, Holger, das ja etwas anders. Mit Groggy Elks habt ihr deutschsprachige Songs geschrieben, seit Aeonblack nur noch englische und die alten Nummern wie Hilf Dir Selbst, Gestohlene Jugend oder Unersättlich finden auch live nicht mehr statt. Hofft ihr mit englischen Songs mehr internationales Publikum zu erreichen, oder was war der Grund für die strikte Kehrtwendung?

Photo @ Aeonblack

Aeonblack / Holger:
Nein, ich stimme da schon zu. In der Tat war vermutlich schon der Gedanke internationaler zu werden, der Grund für die Veränderung. Die eigenen persönlichen Einflüsse haben hier wohl auch eine Rolle gespielt.

Aeonblack / Maunze:
Ja, meine Kristallkugel funktioniert, deshalb habe ich dir das vorhin schon beantwortet. Wobei man sagen muss, dass die Songs aus der Groggy Elks-Ära auch toll waren. Vor einigen Jahren hatten wir sogar mal den Text von Spiegelbild ins Englische übersetzt. Schade eigentlich, dass wir den Song nicht mehr weiter aufgegriffen haben. This Is vom Metal Bound-Album stammt z.B. zum größten Teil sogar noch aus der Groggy Elks-Zeit …, allerdings fällt mir gerade jetzt der deutsche Songtitel nicht mehr ein (offenbar funktioniert meine Kristallkugel besser als mein Gedächtnis), aber wir hatten den Song in der Vergangenheit sogar eine Weile live gespielt. Für Metal Bound wurde er noch mal textlich und musikalisch überarbeitet.

Time For Metal / Andreas F.:
Nun ja, ist ja nie zu spät, die Idee für Spiegelbild noch einmal aufzugreifen. Seit der Veröffentlichung von Metal Bound sind über sechs Jahre ins Land gegangen, was hat es für den Nachfolger so schwierig gemacht, die Line-Up-Wechsel, oder war der Druck nach den überwiegend positiven Kritiken zum Debüt doch sehr groß?

Aeonblack / Maunze:
Also Druck aufgrund des Vorgängeralbums haben wir überhaupt nicht verspürt …, eher eine Art von Vorfreude auf ein neues Album. Für The Time Will Come hatten wir ursprünglich einen viel früheren Release geplant. Wie Du aber schon erwähnt hast, kamen wieder mehrere Sachen auf einmal dazwischen und so gingen wieder die Jahre ins Land. Neben ein paar technischen Pannen, wie z.B. ein Festplattencrash unseres Proberaumrechners, waren die Hauptverursacher natürlich die Besetzungswechsel. Es waren für die Jungs ja nicht nur die neuen Songs zu lernen, sondern auch noch einige alte Tracks für die diversen Gigs. Und klar, wenn ein Gig anstand, mussten wir uns darauf vorbereiten. So ging auch wieder ein Haufen Zeit ins Land, in der wir die neuen Songs nicht proben konnten. Besonders viel Zeit mussten wir bei der Suche nach den Bassisten aufwenden, nur damit dieser nach einigen Monaten gleich wieder das Handtuch schmeißen konnten. Das hat schon gewaltig Zeit, Arbeit und vor allem Nerven gekostet.

Aeonblack / Holger:
Ich sehe das ganz ähnlich wie Maunze, aber einen Leistungsdruck zur Metal Bound-Scheibe gab es in diesem Sinne wirklich nicht.

Time For Metal / Andreas F.:
Ich kann mich erinnern, dass ihr damals zu Metal Bound-Zeiten ganz stolz jedes Review auf Facebook gepostet habt. Verfolgt und lest ihr die Reviews und Interviews, die in den verschiedenen Magazinen zusammengeschustert werden und wie geht ihr damit um, wenn Blödsinn drinsteht?

Aeonblack / Holger:
Also, wenn ich ein Review/Interview in die Finger bekomme, lese ich das in der Regel schon. Es ist ja immer interessant, was da so geschrieben wird, ganz speziell bei Reviews. Na ja, wenn Blödsinn drinsteht, kommt ein Haken dran und gut ist. Ich denke, wir werden auch dieses Mal den einen oder anderen Bericht auf Facebook, Instagram und unsere Homepage stellen. Unsere Fans, die nicht so nahe am Geschehen sind, sollen ja auch etwas von ihrer Lieblingsband zu lesen bekommen und am Release von The Time Will Come teilhaben.

Aeonblack / Maunze:
Ganz ehrlich …, ich habe kein wirklich schlechtes Review zu Metal Bound gelesen. Wahrscheinlich haben die Zines, die das Album scheiße fanden, gar keines veröffentlicht. Aber wenn es so ist, muss man ja auch die Meinungsfreiheit akzeptieren. Bedenklich wäre es gewesen, wenn es schlechte Reviews gehagelt hätte. Aber es ist ja auch lustig zu sehen, wie die Meinungen auseinandergehen. In einigen Reviews wurde z.B. der Sound besonders hervorgehoben und in anderen wiederum als Schwachpunkt bemängelt. Genauso verhält es sich mit den Einflüssen, welche die Verfasser meinten rauszuhören. Da wurden zum Teil Bands aufgeführt, von denen niemand von uns auch nur einen Song zu Hause hatte.

Time For Metal / Andreas F.:
Passend zu Beginn der Corona-Pandemie und während der Aufnahmen hat euch euer Bassist Helmut Wurm verlassen. Wie kam es dazu, denn er war nach langer Suche ja nur wenige Monate bei euch und der Zeitpunkt war wohl im Entstehungsprozess der neuen Songs denkbar ungünstig? Ferdinand ist daraufhin ja offenbar von der Gitarre an den Bass gewechselt, eine Notlösung, oder plant ihr jetzt so für die Zukunft?

Aeonblack / Holger:
Wir hatten zu dieser Zeit schon ziemlich Druck auf den Aufnahmeprozess und ’ne fette Liveshow für den Metalacker hatten wir auch noch vorzubereiten. Schade, dass es mit Helmut nicht geklappt hat. Das mit Ferdinand ist so nicht ganz richtig, er spielt nach wie vor Lead/Rhythm-Guitar, hier wurde etwas falsch verstanden.

Quelle: MDD Records

Time For Metal / Andreas F.:
Ah okay, gut, dass du es richtigstellst. Nagel mich nicht drauf fest, mein Gedächtnis lässt im Alter auch nach, aber irgendwo habe ich das so gelesen. Zurück zum Album, als Erstes sticht bei The Time Will Come natürlich das Cover-Artwork ins Auge, eine 150%ige Steigerung gegenüber dem Vorgänger, bei dem es ja doch sehr schlicht gehalten war und irgendwie in den Kinderschuhen steckte. Wer ist für dieses Artwork verantwortlich?

Aeonblack / Holger:
Ja, auf das Cover-Artwork sind wir schon sehr stolz und es ist eine wirklich sehr gute Arbeit geworden. Entworfen wurde das Ganze von Andreas Nagel (https://www.the-art-of-andreas-nagel.com)

Time For Metal / Andreas F.:
Alles hat ein Ende – manchmal auch die Welt. Das Cover spiegelt ein düsteres Endzeitszenario wider, steht uns mit The Time Will Come der Weltuntergang unmittelbar bevor? Was könnt ihr uns zu der Idee dahinter erzählen, wofür steht der Titeltrack?

Aeonblack / Holger:
Ich will es jetzt mal nicht hoffen, dass uns die Apokalypse unmittelbar bevorsteht, wir wollen ja unser neues Album noch vertreiben und wenn es wieder möglich ist, auch live noch auf der Bühne präsentieren. Zur Coveridee: Wir wollten etwas haben, was auffällt und in die aktuelle Zeit passt. Da der Albumtitel auch schon feststand, bei dem es textlich um die Prophezeiung von Nostradamus geht, war die Idee mit der Gasmaske gleich geboren. Andreas Nagel hat das dann hammergeil umgesetzt.

Time For Metal / Andreas F.:
Ihr habt die Corona-Pandemie und und damit verbundene konzertfreie Zeit genutzt, um, wie viele andere Bands auch, euer Album fertigzustellen. Wie groß sind nun die Befürchtungen, in der aktuellen Veröffentlichungsflut unterzugehen?

Aeonblack / Holger:
Na ja, das sehe ich jetzt nicht so kritisch, da wir mit The Time Will Come ein top Heavy Metal-Album am Start haben. Wenn die Aussage von MDD/Black Sunset stimmt, haben wir mit unserem Video-Single-Release von Warriors Call so ziemlich ins Schwarze getroffen. Der 2. Februar 2021 war wohl goldrichtig für diesen Startschuss.

Photo @ Aeonblack

Aeonblack / Maunze:
Corona hat ja alle(s) im Griff. Wir haben aufgrund des Kontaktverbots seit November nicht mehr zusammen geprobt. Das Album war ja Gott sei dank schon vorher fertiggestellt, somit stand im Grunde hauptsächlich administrative Arbeit an.

Time For Metal / Andreas F.:
Wie müssen wir uns den Songwriting-Prozess bei euch vorstellen? Schreibt ihr die Songs im Kollektiv, oder wie seid ihr da aufgestellt?

Aeonblack / Maunze:
Da gibt es ganz unterschiedliche Vorgehensweisen. Von der Gemeinschaftsarbeit im Proberaum, zu zweit oder komplett von zu Hause aus, ist alles dabei. Manchmal steht zuerst ein Riff, ein grobes Songgerüst, ein kompletter Song oder auch einfach nur eine Gesangslinie am Anfang. Da gibt es bei uns kein spezielles Patentrezept.

Time For Metal / Andreas F.:
Wer ist für die Lyrics zuständig und welche Einflüsse haben da jetzt bei den aktuellen Songs einen Einfluss gehabt?

Aeonblack / Holger:
Für die Lyrics & Vocallines bin ich als Sänger nun mal verantwortlich, was aber nicht in Stein gemeißelt ist. Wenn ein Kollege mit einem Text oder einer Melodie ankommt und das passt, ist das prima.

Time For Metal / Andreas F.:
Ihr habt ziemlich früh in 2017 mit dem Songwriting angefangen, dann hat sich alles ziemlich lange hingezogen. Hatte Corona noch irgendeinen Einfluss auf das Songwriting, oder war zu dem Zeitpunkt alles abgeschlossen?

Aeonblack / Maunze:
Mit dem Songwriting waren wir relativ fix fertig. Wie gesagt, ganz zu Beginn hatten wir ja das erste Quartal 2018 als VÖ-Datum geplant.

Aeonblack / Holger:
Soweit ich mich erinnern kann, gab es da keine Einschränkungen. Auch beim Recording-Prozess gab es keine Probleme, da wir ja getrennt voneinander aufgenommen haben.

Time For Metal / Andreas F.:
Beschreibt uns doch mal den weiteren Entstehungsprozess von The Time Will Come unter den erschwerten Bedingungen, in denen zeitweise ja nicht einmal gemeinsames Proben möglich war. Was hat sich negativ ausgewirkt und gab es auch etwas, was sich in diesem Sch….-Jahr positiv für euch bemerkbar gemacht hat?

Aeonblack / Maunze:
Wie bereits oben erwähnt, war der Entstehungsprozess der Songs weniger das Problem. Aufgrund der bereits erwähnten Umstände war das Proben der Songs – auch ohne Corona – nicht wirklich optimal. Aber gut …, was willst du machen?

Aeonblack / Holger:
Positiv war, dass wir unser aktuelles Album The Time Will Come fertigstellen und uns voll und ganz auf die Aufnahmen konzentrieren konnten.

Time For Metal / Andreas F.:
Ihr habt erneut im Cube Studio in Lörrach aufgenommen, wo vor gut sechs Jahren schon Metal Bound entstanden ist. Wie sind die Aufnahmen verlaufen und was macht es aus, dort aufzunehmen?

Aeonblack / Maunze:
Wir wollten diesmal einen etwas anderen Weg gehen. Wir haben uns früh entschieden, die Gitarren diesmal nicht klassisch aufzunehmen, sondern zu Re-Ampen. Das heißt, Gitarren und Bassspuren wurden komplett von zu Hause aus aufgenommen. Lediglich Schlagzeug und Gesang wurden tatsächlich im Proberaum aufgenommen.

Aeonblack / Holger:
Ja, jetzt ist die Katze aus dem Sack. Das Cube Studio ist unser eigenes Studio im Proberaum, hahaha. Es ist halt wirklich easy und entspannend, wenn man im eigenen Studio aufnehmen kann.

Time For Metal / Andreas F.:
Das erklärt natürlich einiges, denn ich habe im Vorfeld versucht, mich schlauzumachenn. In Lörrach bin ich natürlich nicht fündig geworden, nur im Elsass in Frankreich gab es verschiedene Cube-Tonstudios. Ich hoffe mal, ihr musstest damit jetzt nicht eure intimsten Bandgeheimnisse ausplaudern. Was Mix & Mastering angeht, schwört ihr aber nicht auf alte Gewohnheiten, denn während ihr Metal Bound noch im schweizerischen Little Creek Studio von V.O. Pulver (Gurd, Pänzer, Poltergeist, Pulver, ex-Carrion) habt veredeln lassen, habt ihr dies Mal auf das Karlsruher Humble Studio und Dennis Ward (Unisonic, Magnum, D.C. Cooper, ex-Pink Cream 69 …) zurückgegriffen?

Aeonblack / Holger:
Wir wollten einfach etwas anderes ausprobieren und wie man hört, hat sich das gelohnt. The Time Will Come ist vom Sound her absolut Weltklasse und Dennis hat wirklich einen exzellenten Job gemacht. Ein absoluter Profi auf seinem Gebiet.

Aeonblack / Piet:
Ja, das war uns sehr wichtig zu schauen, wie das Endprodukt von anderen Profi-Mastern klingt.

Time For Metal / Andreas F.:
Kurz vor Weihnachten habt ihr bekannt gegeben, dass ihr beim 2017 gegründeten MDD-Sublabel Black Sunset unterschrieben habt. Das Label arbeitete in der Vergangenheit bereits mit illustren Bands wie z.B. Sacred Steel, Pyogenesis, Night In Gales, Nocte Obducta, Exarsis, Odium, Thormesis, Suidakra … u.v.m. Wie kam es dazu und was erwartet ihr euch von der Zusammenarbeit?

Aeonblack / Holger:
Eigentlich ging es ganz fix. MDD/Black Sunset haben uns das beste Angebot gemacht. Es ist ja das erste Mal, dass wir mit einem Label zusammenarbeiten, bis jetzt läuft alles soweit prima. Auch in der jetzigen Promotion-Phase steht MDD/Black Sunset absolut hinter Aeonblack. Das Label hat echt coole Ideen auf Lager, aber wir wollen ja nicht zu viel verraten, alles zu seiner Zeit, grins.

Photo @ Aeonblack

Time For Metal / Andreas F.:
Beim ersten Durchhören von The Time Will Come …, Enttäuschung pur! Ihr hattet vor langer Zeit, kurz nach Veröffentlichung von Metal Bound, angekündigt: „Die Ausrichtung der nächsten CD könnte so in Richtung Ace Of Base meets Nirvana meets Andrea Berg unterlegt mit gregorianischen Chören, Technobeats und Freejazzharmonien gehen …“ Stattdessen gibt es auf The Time Will Come wieder nur Krach, Pure Fucking Heavy Metal. Was ist schiefgelaufen?

Aeonblack / Maunze:
Sorry, dass wir dieses Versprechen nicht halten konnten, wir haben echt alles versucht. Beim Freejazz hab ich mir die Finger verknotet und die Gregorianer haben nicht alle in den Aufnahmeraum gepasst. So wurde es leider doch wieder Metal, aber beim nächsten Mal wird alles anders. Versprochen!

Time For Metal / Andreas F.:
Mit The Time Will Come hat sich nicht wirklich viel geändert, wo Aeonblack draufsteht, ist auch Aeonblack und eine ordentliche Portion Judas Priest drin? Nerven euch die ständigen Vergleiche mit Judas Priest eigentlich, denn Holgers Stimmfarbe ist der von Rob Halford doch sehr ähnlich oder verbucht ihr das als ein großes Plus?

Aeonblack / Maunze:
Es gibt Schlimmeres, als mit Judas Priest verglichen zu werden. Aber es ist nicht unser Hauptanliegen, z.B. wie Band XY zu klingen. Ich denke mal, das sind unterbewusst die Einflüsse, die da mitspielen und zu denen gehören nun mal auch Priest. Aber da gibt es etliche andere, ich würde mal behaupten, dass z.B. Iron Maiden ein viel größerer Einflussfaktor sind als Judas Priest. Keine Ahnung, ob man das raushört oder nicht.

Aeonblack / Holger:
Ja, wie Maunze sagt, gibt es wohl Schlimmeres, als mit Heavy Metal-Größen verglichen zu werden. Rob Halford gehört zu meinen absoluten top favorisierten Sängern und mit ihm verglichen zu werden, empfinde ich nicht als negativ. Ganz im Gegenteil, es gibt mir den gewissen Ansporn und bestätigt mich in dem, was ich mache.

Aeonblack / Piet:
Ich finde Holgers Stimme sehr cool und jedes mal anders – mal klingt der Gesang nach Metal Church, mal nach Judas Priest, dann wieder nach Primal Fear und auch nach anderen hochstimmigen Kreaturen (lach).

Time For Metal / Andreas F.:
Okay, jetzt habt ihr sie selbst schon in den Topf geworfen, Iron Maiden und Primal Fear. Genau diese beiden hätte ich nun auch hinzugefügt, aber hin und wieder fallen auch Vergleiche mit Metallica. Wo seht ihr eure weiteren Einflüsse?

Aeonblack / Maunze:
Maiden? Geil …, unterschreib ich sofort …, Primal Fear, Judas Priest …, passt …, Metallica …, vielleicht früher etwas mehr …, ansonsten gibt es aber noch zig andere Bands.

Aeonblack / Holger:
Ja, ich denke, dass die o. g. Bands schon ihren Einfluss hinterlassen haben. Liegt wohl daran, dass wir in den wilden Achtzigern aufgewachsen sind. Da war das Musikbusiness noch nicht so schnelllebig und so wechselhaft von den Trends her.

Time For Metal / Andreas F.:
Wie genau achtet man als eher kleine Underground-Band auf das, was die großen Bands des Genres gerade so treiben/veröffentlichen/welchen Trends sie folgen … etc., oder interessiert euch das überhaupt nicht und konzentriert euch lieber auf euer eigenes Ding?

Aeonblack / Maunze:
Wenn wir nach irgendwelchen Trends schielen würden, müssten wir unseren Musikstil ändern. Bei uns hier in der Ecke rennst du mit Extreme-Metal weitgeöffnete Scheunentore ein. Mit unserem Sound sind wir hier eher Exoten. Aber hey …, uns gibt es schon seit weit über 20 Jahren und wir sind somit eine der dienstältesten Bands in der Region …, also haben wir wohl nicht alles verkehrt gemacht.

Aeonblack / Holger:
Irgendwelchen Trends hinterherrennen bringt dich nicht wirklich weiter. Ich halte eher an der Devise fest, seinem eigenen Stil treu zu bleiben und diesen eher weiterzuentwickeln.

Time For Metal / Andreas F.:
Immer schön mitten auf die Zwölf, die neuen Songs, allen voran der Titeltrack The Time Will Come, Spektor In Black, die Single Warriors Call und Fire Wheels, werden sich im Live-Set bestens einfügen und doch stechen zwei Tracks deutlich heraus, das Instrumentalintro 1999 Annihilation Overture und die Ballade No Mans Land. Was könnt ihr uns dazu sagen?

Aeonblack / Maunze:
Da hast du dir aber zwei Nummern rausgesucht …, 1999 Annihilation Overture ist ja quasi nur das Intro zu The Time Will Come und war ursprünglich in abgespeckter Version bereits als Intro zu New Reality gedacht. Bei No Man’s Land handelt es sich um eine lupenreine Powerballade. So ein ähnliches Stück war ja auch schon The Last Goodbye von unserer EP. Eine Neuerung ist aber mit Sicherheit der Einsatz von Keyboards und Soundsamples, solche Dinge bringen eine zusätzliche Tiefe in die Songs und runden das Album nochmals deutlich ab. Ich würde hier aber noch Nightwalker erwähnen, dieser Song geht wieder in eine ganz andere Richtung und ist ein weiterer Farbtupfer auf dem Album.

Aeonblack / Holger:
Zu einem richtigen Heavy Metal-Album gehört auch eine Ballade mit allem, was dazugehört. Die Keyboards und Samples waren eine echt coole Idee und ich finde, sie werten das Album ungemein auf.

Time For Metal / Andreas F.:
Das Album ist im Kasten und auch wenn jetzt alles noch frisch ist, wie zufrieden seid ihr mit dem Endergebnis, oder gibt es etwas, was ihr jetzt im Nachhinein gerne noch ändern würdet? Welche Ziele hattet ihr euch zu Anfang gesteckt, außer dem, dass ihr euch irgendwo zwischen Ace Of Base, Nirvana und Andrea Berg bewegen wolltet, was ihr ja definitiv nicht umsetzen konntet?

Aeonblack / Maunze:
Im Moment gibt es nichts zu bemängeln, würde ich mal so sagen, aber reden wir einfach in ein paar Jahren noch mal darüber. Letztendlich hat das ja auch mit der musikalischen Weiterentwicklung zu tun. Ich denke, vor fünf Jahren hätten wir das Album in dieser Form nicht machen können. Im Umkehrschluss würde ich mal behaupten, dass unsere EP oder auch Metal Bound heute anders klingen würden, aber jedes Album spiegelt ja auch deinen musikalischen Stand wider. Ich würde mal behaupten, dass Maiden, Priest oder wie sie alle heißen, ihre Klassikeralben heute auch anders aufnehmen würden.

Aeonblack / Holger:
Ja, ich denke, wir haben all das umgesetzt, was möglich war und ich bin vom Endergebnis total begeistert, vor allem auf das, was wir uns hier gemeinsam erarbeitet haben. Ziel war es, auf jedem Fall song- und soundtechnisch besser und ausgereifter zu klingen, als zu Metal Bound-Zeiten. Dies ist uns mit Sicherheit gelungen.

Photo @ Aeonblack

Time For Metal / Andreas F.:
Auch wenn ihr zwischendurch mal zeigt, dass ihr auch anders könnt, ich für meinen Teil bevorzuge eure Abgeh-Nummern, aber alles in allem habt ihr ein super Album abgeliefert, mit Riff-Monstern, die sich direkt in den Hirnwindungen festsetzen. Wie plant ihr nun weiter, sofern das derzeit überhaupt möglich ist? Brauchen eure Fans wieder sechs lange Jahre Geduld, bis es weiteres neues Material von euch gibt, oder seid ihr durch die Corona-bedingt freie Zeit schon wieder in ein erstes Songwriting eingestiegen?

Aeonblack / Maunze:
Hoffentlich nicht. Jetzt gilt es aber hauptsächlich mal, das neue Album zu promoten und – so Corona dies zulässt – auch mal live zu performen. Aber eine Sache darf man natürlich auch nicht vergessen, so eine Albumproduktion kostet eine Stange Geld und das muss man sich ja erst mal wieder erspielen. Also, liebe Fans da draußen …, schön CDs und Merch kaufen …, dann wird es auch was mit dem nächsten Album (lach).

Aeonblack / Holger:
Genau wie Maunze sagt, jetzt heißt es erst einmal, die Promotion von The Time Will Come mit Vollgas richtig voranzutreiben und bis aufs Letzte auszureizen und wenn es wieder möglich ist, auch wieder raus auf die Bühne zu gehen. Natürlich gibt es auch schon neue Songideen, aber dazu wird noch nichts verraten.

Time For Metal / Andreas F.:
The Time Will Come erscheint zunächst nur als CD, aber die Nachfrage nach Vinyl steigt in den letzten Jahren immer mehr. Plant ihr in der Richtung?

Aeonblack / Maunze:
Mal schauen, wie das Album einschlägt. Wir haben natürlich intern auch schon über Vinyl gesprochen, aber dieses ist letztendlich eine reine Geldfrage. Die Herstellung von Vinyl ist richtig teuer und wir wollen letztendlich nicht ’ne Platte für 25-30 € anbieten müssen. Das wäre Verarsche am Fan …

Aeonblack / Holger:
Yepp, es ist wirklich eine Geldfrage. Schön wäre es schon, eine LP von The Time Will Come zu präsentieren. Aber jetzt mal abwarten, was passiert und wie sich das alles entwickelt …?! Vielleicht würde ja auch unser Label bei einer Vinyl-Edition mitspielen. Auf jeden Fall würde es dann wieder eine nummerierte, limitierte Auflage geben, also ein Highlight für Sammler.

Time For Metal / Andreas F.:
Das Album erscheint am 26. Februar und auch wenn der Lockdown bisher nur bis Mitte Februar gehen soll und die Zahlen der Infizierten aktuell stark zurückgehen, so ist ja wohl ziemlich sicher davon auszugehen, dass ihr den Release auf keiner Bühne gemeinsam mit euren Fans feiern könnt. Habt ihr irgendwas anderes für den Release geplant, oder wie feiert ihr die Veröffentlichung für euch?

Aeonblack / Maunze:
Aktuell kannst du da gar nichts planen …, leider!

Aeonblack / Holger:
In der Tat, momentan ist nichts planbar. Vielleicht kann man ja eine kleine Releaseparty bei uns im Proberaum mit einem kleinen Kreis an ausgewählten Fans veranstalten …? Wer weiß, vielleicht überlegen wir uns da was …?!

Time For Metal / Andreas F.:
Es wird langsam wieder Zeit für Livekonzerte, wobei mir einfällt, es ist lange her, seit ich euch das letzte Mal gesehen habe, aber ich zehre immer noch von dem genialen Gig auf dem Metalacker. Wie sieht euer bisheriger Konzertkalender für 2021 aus? Was glaubt ihr, werden in 2021 überhaupt wieder Konzerte und Festivals stattfinden können, oder steht uns ein weiteres leises Jahr bevor?

Aeonblack / Holger:
Momentan weist unser Konzertkalender noch freie Termine auf. Also ihr Veranstalter und Booker, meldet euch bei uns, wir sind heiß auf Livekonzerte, Horns up !

Time For Metal / Andreas F.:
Viele Bands bangen seit Ausbruch des Coronavirus um ihre Existenz, insbesondere, da die versprochenen Hilfen der Regierung nicht bei ihnen ankamen oder nur ein Tropfen auf den heißen Stein waren. Nun lebt ihr wahrscheinlich nicht von der Musik allein, aber die letzten Monate waren eben auch eine echte Zerreißprobe. Wie steht es aktuell um Aeonblack?

Aeonblack / Holger:
Es ist mit Sicherheit keine einfache Zeit, aber man muss den Kopf nicht in den Sand stecken. Jede Krise bringt neue Herausforderungen mit sich. Man muss neue Strategien und Lösungen entwickeln und gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.

Time For Metal / Andreas F.:
Keine Konzerte, keine Gagen, das ist leider die logische Konsequenz. Wie promotet ihr das Album, wenn keine Gigs möglich sind, sodass vielleicht auch eine Refinanzierung der Produktionskosten drin ist? Eine Undergroundband ist zwar immer auch ein stückweit ein kostspieliges Hobby, aber auch bei einem solchen Hobby will man ja nicht nur reinbuttern, sondern es soll ja bestenfalls auch was zurückkommen.

Aeonblack / Maunze:
So haben wir noch nie gerechnet. Jede Gage bzw. jeder Verkaufserlös geht in die Bandkasse und davon werden Anschaffungen für die Band getätigt. Wir warten also immer noch auf den reichen Onkel, der uns die Kohle vorbeibringt.

Aeonblack / Holger:
Was die Promotion betrifft, haben wir wohl jetzt auch etwas Glück mit unserem Label. Hier ist die Vernetzung doch weitreichender.

Time For Metal / Andreas F.:
Crowdfunding-Kampagnen sind ja aktuell das große Ding, mit dem viele Bands ihre wegfallenden Gagen versuchen zu kompensieren und anstehende Projekte zu realisieren. Ist das eine Alternative für euch?

Aeonblack / Holger:
Habe ich mir, ehrlich gesagt, noch nie Gedanken drüber gemacht. Wäre aber sicherlich ’ne coole Sache.

Time For Metal / Andreas F.:
Sollte auch 2021 wieder eine konzertfreie Zeit werden, sind Livestreams eine Alternative für euch, um eure neuen Songs den Fans live zu präsentieren, oder sollten Konzerte immer ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein, sprich mit Publikum vor der Bühne, das der Band auch etwas zurückgibt?

Aeonblack / Holger:
Wie schon erwähnt, jede Krise verlangt nach neuen Lösungen. Ich persönlich bin kein Fan von Streamingkonzerten, ich brauche den Kontakt zu den Fans, das Jubeln, Schreien und die Energie, die ein richtiger Metal-Crowd hergibt. Aber wer weiß, vielleicht streamen wir ja mal aus unserem Studio oder Proberaum.

Time For Metal / Andreas F.:
Ihr geht mit Aeonblack gerade ins 17. Jahr, seitdem ihr Groggy Elks zu Grabe getragen habt. Was hattet ihr damals für Ideen und wie bewertet ihr all die Jahre, in denen ihr eine EP und zwei super Alben raushauen habt und eine Menge geiler Gigs spielen konntet?

Aeonblack / Maunze:
Ich persönlich trenne die Ära Groggy Elks und Aeonblack gar nicht so strikt. Zu Beginn von Aeonblack hatten wir ja noch ein paar Groggy Elks-Stücke im Live-Set. Im Prinzip haben wir uns nur umfirmiert. Es gab in dieser Zeit mehr Ups als Downs, vielleicht hätten wir das eine oder andere Album mehr rausbringen können, aber ansonsten ist es gut, wie es ist.

Aeonblack / Holger:
Grundsätzlich konnten wir die gesteckten Ziele von Aeonblack immer umsetzen. Vielleicht mal etwas besser, vielleicht mal etwas schlechter, aber die Erfolgskurve der Band geht stetig nach oben. Die momentane Krönung ist unser aktuelles Album The Time Will Come.

Time For Metal / Andreas F.:
Welche Highlights sind euch besonders im Gedächtnis geblieben und woran denkt ihr nicht so gern zurück?

Aeonblack / Maunze:
Highlights gibt es viele, Metalacker, Metal Dayz, Saufest … usw. Was aber definitiv noch fehlt, wäre mal ein Prime-Time-Slot auf einem Festival wie z.B. dem Metalacker oder so …, das wäre schon ’ne geile Sache, mal vor vollem Haus im Dunkeln zu spielen. Negatives gibt es auch, kommt aber zum Glück nicht so oft vor.

Aeonblack / Holger:
Ja, Highlights gibt es viele, ob nun geile große Festivals oder kleine Clubshows. Was auch immer ganz klasse ist, sind die Kleinigkeiten zwischendurch, wie z. B. Fotoshots mit jüngeren Fans, die dir einen Drumstick von uns vor die Nase halten oder stolz unsere Shirts tragen. Mein persönliches Highlight ist aber der jetzige Release von The Time Will Come.

Time For Metal / Andreas F.:
Wie würde eure Wunschtour nach Corona aussehen und mit welchen Bands würdet ihr gerne touren?

Aeonblack / Maunze:
Eine Tour mit Maiden, Priest und Savatage …, und wir als Hauptband dabei (lach).

Time For Metal / Andreas F.:
Ach wie gut, dass ihr völlig auf dem Boden geblieben seid und euch Größenwahn total fremd ist …

Aeonblack / Holger:
Absolut, (grins), eine Tour spielen, mit allem was dazugehört.

Aeonblack / Piet:
Yepp, ’ne coole Tour mit ’nem Gig auf dem Metal-Kreuzfahrtschiff.

Aeonblack / Ferdinand:
Open Air finde ich besonders grandios, beim Rest stimme ich den anderen dreien zu.

Time For Metal / Andreas F.:
Manche Bands träumen ja davon, einmal im Leben auf dem Heiligen Acker in Wacken zu spielen. Wovon träumt ihr bzw. welche Hürden würdet ihr gerne in nächster Zukunft nehmen?

Aeonblack / Maunze:
Im Moment muss man ja verdammt kleine Brötchen backen, also bringen wir erst mal die Coronascheiße hinter uns. Ich vermute mal, wenn das alles vorbei ist, wird es einen Overkill an Konzerten geben, schon allein deshalb, weil ja viele Bands ihre Touren vom letzten Jahr noch nachholen wollen. Wer weiß, was da noch übrig bleibt.

Aeonblack / Holger:
Wacken wäre schon ’ne geile Sache und am Besten auf der Mainstage …, hahaha. Lassen wir uns mal überraschen, was noch alles kommt.

Time For Metal / Andreas F.:
Ihr seid ja nun schon einige Jahre aktiv. Was würdet ihr ändern, wenn ihr im Musikbusiness was zu sagen hättet?

Aeonblack / Maunze:
Das Ende aller Castingshows, runter mit den CD-Preisen und endlich wieder erschwingliche Konzerttickets und Merchandiseartikel. Und natürlich Rock- und Metalshows zur Primetime auf allen wichtigen Kanälen.

Aeonblack / Holger:
Die Schnelllebigkeit von Trends etwas ausbremsen. Mehr auf Qualität als auf Quantität setzen. Früher konnte sich eine Band noch richtig entwickeln und wachsen und heute ist quasi angesagt, was viele Views und Downloads hat.

Time For Metal / Andreas F.:
Geht ihr privat auch noch auf Konzerte, wenn ja, welche Bands und Genres bevorzugt ihr da?

Aeonblack / Maunze:
Ich wähle mir die Konzerte sehr gut aus, da man ja heutzutage fast einen Kleinkredit aufnehmen muss, um eine große Band zu sehen. Im Gegensatz zu früher bin ich da weniger aktiv, leider. Aber für Queen oder Iron Maiden lege ich fast jeden Betrag auf den Tisch.

Aeonblack / Holger:
Hauptsächlich gehe ich auf Metalkonzerte. Genres spielen da für mich keine so große Rolle, ob Heavy Metal, Powermetal oder, wenn ich’s mal härter brauche, auch Thrashmetal. Mit Black- und Death Metal kann ich nicht wirklich was anfangen, es sei denn, er ist wirklich gut gespielt.

Aeonblack / Ferdinand:
Ich gehe auch gerne auf Konzerte und vermisse das im Moment sehr. Mit der Konzertfabrik Z7 in Pratteln haben wir da ja auch echt eine gute und nahe gelegene Anlaufstelle. Auf große Konzerte gehe ich eigentlich auch nur noch bei Iron Maiden, da nehme ich aber auch mit, was kommt.

Time For Metal / Andreas F.:
Metalheads sind Jäger und Sammler, die möglichst jedes Album im Original haben wollen, möglichst noch in verschiedenen Editionen, die Hunderte Shirts im Schrank horten, bestenfalls in verschiedenen Größen, damit der Bierbauch auch in ein paar Jahren noch reinpasst, die jeden neuen Patch stolz auf der Kutte präsentieren und jedes Autogramm, jeden Drumstick, jedes Fan/Künstler-Foto in der Wohnung wie in einem Kunst-Museum präsentieren. Kennt ihr das Phänomen von euch auch, was sammelt ihr?

Aeonblack / Maunze:
Ich bin tatsächlich Sammler, neben knapp 1600 CDs und unzähligen LPs sammle ich noch alles von Queen. Allerdings habe ich mich da mittlerweile nur noch auf Boots, Sonderedtionen oder ausgefallenes Merch beschränkt. Das war mal extrem, vor 25-30 Jahren hab ich da noch jeden kleinen Zeitungsschnipsel gesammelt. Was ich allerdings mittlerweile zum Kotzen finde, ist diese Unart mancher Bands, alle zwei Jahre ein neues Live-Doppelalbum zu veröffentlichen und dann noch in 25 verschiedenen Editionen. Das nervt total und ist nur Abzocke, selbst Maiden haben in den letzten 20 Jahren mehr Live- als Studioalben veröffentlicht.

Aeonblack / Holger:
Ja, früher in meiner Jugend war das auch so. Da gab es noch tolle Eintrittskarten, welche gesammelt werden mussten und dann als Collage eingerahmt und im Zimmer an die Wand gehängt wurden. Die gefangenen Plektren/Drumsticks schön ordentlich daneben gepinnt. Jedes Rock Hard, Metal Hammer-Magazin … etc. aufgehoben oder getauscht und Storys zigmal gelesen usw.

Time For Metal / Andreas F.:
Ich bin soweit durch mit meinen Fragen. Ich hoffe, ich habe euch mit dem dicken Fragenkatalog nicht völlig überfordert. Gibt es etwas, was ihr den Time For Metal-Lesern und/oder euren Fans zum Schluss noch sagen wollt?

Aeonblack / Holger:
Liebe Aeonblack-Fans & Time For Metal-Leser, wir hoffen, dass ihr Spaß an unserer Story hattet und wir euch einen kleinen Einblick in unser Musikerdasein geben konnten. Vielen, vielen Dank für euren Support und hoffentlich trifft unser neues Album The Time Will Come voll eure Erwartungen. Thanks for all, you are the best!!! Horns up 🤘🤘🤘

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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

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