Interview mit Ingo Tschirch von SkullMerch

Bier und Wein und Whiskey – genau in der Reihenfolge

Wenn man Ingo T. auf der Straße treffen würde, dann kann er eines nicht verstecken – er brennt für den Metal. Aber nicht nur das, denn mit seinem Shopsystem bei Skullmerch hilft er kleinen Bands, sich online aufzustellen. So vermittelt er quasi die Fans zu den Bands und sorgt dafür, dass die Tourkassen durch den Verkauf von Merchandising-Produkten voller werden. Da das Konzept jedoch nicht vorsieht, dass der Shop großartig viel Geld abwirft, bleibt der Großteil der Erlöse bei den Bands selbst. In diesem Interview haben wir ihn über Skullmerch und weitere Themen ein wenig ausgefragt.

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Time For Metal / Kai R.

Hey Ingo, vielen Dank dafür, dass du dir Zeit für unser Magazin nimmst. Beginnen möchte ich mit einer absolut wichtigen Frage: Was würdest du wählen: Bier, Whiskey, Wein oder laktosefreie Mandelmilch?

SkullMerch / Ingo T.

Hi, kein Thema – mach ich gern. Zur wichtigsten Frage zuerst. Ich trinke Bier und Wein und Whiskey – genau in der Reihenfolge. Mandelmilch trau ich mich nicht – hab mal gehört, dass die gesund sein soll.

Time For Metal / Kai R.

Wir sind bereits seit über einem Jahr Kunden bei dir und haben uns noch nicht wirklich miteinander über das unterhalten, was du so mit deinem Merchshop SkullMerch so anstellst. Erzähle doch mal, was ist SkullMerch?

SkullMerch / Ingo T.

Eigentlich habe ich eine kleine Firma für Grafik und Webdesign. Als bekennender Metaller bekommt man hin und wieder auch Bands als Kundschaft. Es kam immer wieder die Frage nach dem Merchandise und dessen Verkauf auf. So gab eins das andere und SkullMerch war geboren.

Time For Metal / Kai R.

Ich meine, es ist ja nicht so, dass jeder gleich auf so eine Idee kommt, wie kam es bei dir dazu?

SkullMerch / Ingo T.

Junge und auch ältere Bands der Rock- und Metalszene haben es nicht leicht. Merch ist oft die einzige sichere Einnahmequelle. Ich habe einige Onlineshops für einzelne Bands gemacht. Doch dies unter einem Dach zu konzentrieren, bringt den Bands mehr Kunden und den Fans mehr Auswahl.

Time For Metal / Kai R.

Was genau macht SkullMerch für seine Kunden/Bands?

SkullMerch / Ingo T.

Das Shopsystem ermöglicht Bands ihren eigenen Laden ohne Programmierkenntnisse oder Grafikstudium zu eröffnen. Es sollte einfach im Handling und auch von unterwegs administrierbar sein. Es ist nichts von der Stange, sondern wurde unter Mitarbeit und Wünschen von und mit Musikern erstellt.

Time For Metal / Kai R.

Was ist dann der Unterschied zu EMP, Impericon und Metalbörse?

SkullMerch / Ingo T.

Der entscheidende Vorteil ist der, dass die Bands ihre Artikel direkt an den Fan verkaufen. Man muss nicht 50 Shirts bei einem großen Merchhändler hinterlegen – wer hat das Geld als keine Band schon? Andere Anbieter kosten eine Menge oder geben sich gar nicht mit „kleinen“ Kapellen ab. Mit SkullMerch hat der Künstler den direkten Draht zum Fan. Und der bekommt den besten Preis, da es keinen Mitverdiener gibt. Und der Laden ist zudem noch kostenlos – was spricht da noch für die andern? ?

Time For Metal / Kai R.

Wenn man sich anschaut, welche Bands bei dir Kunden sind, ist in erster Linie klar zu sehen, dass vieles in die Rock- und Metalszene los ist. Was für Musik hörst du selbst?

SkullMerch / Ingo T.

Ich bin Metaller mit Leib und Seele – seit über 50 Jahren. So hört man einen Judas Priest ebenso wie einen Amon Amarth. Hauptsache „Stromgitarren“ sind dabei …

Time For Metal / Kai R.

Lieber auf einem Konzert oder lieber auf einem Festival? (Und warum?)

SkullMerch / Ingo T.

Ich verbringe meinen Jahresurlaub auf Festivals, das sagt eigentlich alles. Am liebsten auf kleinen mit maximal 300 Leuten. Das ist wie eine große Familie und mit Mallorca und Co. nicht aufzuwiegen. Zudem habe ich den Vorteil, dass Frau und Kinder auch Metal hören, und so gibt es kaum zu Diskussionen zum Urlaubsziel.

Time For Metal / Kai R.

Was ist dein Lieblingsprodukt in deinem Shop – ganz persönlich?

SkullMerch / Ingo T.

Mein Lieblingsprodukt ist noch nicht im Shop, aber in Arbeit. Ich werde euch informieren, wenn es so weit ist.

Time For Metal / Kai R.

Bekommt man bei euch auch Support, wenn man Merchandising produzieren will, aber nicht weiß, an wen man sich wenden soll?

SkullMerch / Ingo T.

Grundsätzlich bin ich immer für „meine“ Bands da und helfe, wenn es geht. So hat es schon das eine oder andere Design, Videoproduktion oder die Adresse einer Druckerei gegeben. Fragen kostet ja bekanntlich nix.

Time For Metal / Kai R.

Wie sieht die Zukunft für SkullMerch aus – also was sind eure Ziele und Träume?

SkullMerch / Ingo T.

SkullMerch sollt die Nummer 1 – „der Merchandiscounter im Netz“ – werden, ganz klar. Nein, alle Bands sollen so viele Artikel wie möglich an den Fan bringen, das ist das Wichtigste. Wir haben eine gute und aktive Szene, die muss mit allen Mitteln unterstützt werden, Bands und Fans.

Time For Metal / Kai R.

Zum Schluss würde ich gerne wissen, ob es etwas gibt, was du schon immer mal über ein Online Magazin, wie Time For Metal, wissen wollen würdest?

SkullMerch / Ingo T.

Ich bin aktiver Leser eurer Seite. Immer aktueller Stand und gut recherchiert. Man merkt, ob jemand Metal lebt und liebt, oder ihn nur für kommerzielle Dinge nutzt. Ich habe keine Frage, sonder eine Bitte: Bleibt so, wie ihr seid! Unsere Szene ist es wert!

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