Interview mit Sänger Michael „TZ“ Schweitzer und Gitarrist Eric „Tormentor“ Tobian von Pessimist (GER)

Old School Thrasher plaudern aus dem Nähkästchen und über den aktuellen Stand der Dinge ...

Artist: Pessimist (GER)

Herkunft: Weil am Rhein, Deutschland

Genre: Thrash Metal

Link: https://www.facebook.com/pg/pessimist.thrash/about/?ref=page_internal

Lange hat man nichts mehr gehört von den Old School Thrashern Pessimist aus Weil am Rhein. Grund genug, dass Time For Metal einmal anklopft und nach dem aktuellen Stand der Dinge fragt. Frontmann Michael TZ Schweitzer gab bereitwillig Auskunft und auch Gitarrist Eric Tormentor Tobian meldete sich zu Wort …

(Bei den Fotos handelt es sich um Archivfotos, auf denen auch noch Ex-Drummer Zufi zu sehen ist, da es bisher noch keine aktuellen Promofotos gibt.)

Time For Metal / Andreas F.:

Hallo Jungs! Super, dass ihr euch die Zeit für ein kurzes Interview nehmt.

Ihr seid seit 2006 aktiv und habt mit Call To War (2010) und Death From Above (2013) zwei ordentliche Oldschool Thrash-Keulen veröffentlicht. Auch wenn ihr euch vorwiegend im süddeutschen Raum einen Namen erspielen konntet, dürfte euch nicht jeder kennen. Bitte stellt euch kurz vor, wer seid ihr und was macht ihr?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Hallo Andreas!

Wir, also Pessimist, bestehen aus folgenden Leuten:

Eric „Tormentor“ Tobian, seit 2012 an der Gitarre

Myrdhin „Murphy“ Lange, seit 2016 an der Gitarre

Samuel „Samu“ Meier, seit 2015 am Bass

Jan Hagin ist unser neuer Schlagzeuger und seit Ende 2018 dabei

– und meine Wenigkeit, Michael „TZ“ Schweitzer, von Anfang an am Gesang

Time For Metal / Andreas F.:

Wie war das damals, kanntet ihr euch vorher schon, vielleicht von der Schule oder vom Job her? Wie ist die Idee entstanden, eine Band zu gründen und gemeinsam Musik zu machen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Peppi und Robin (beide ehemals Gitarre) und ich waren befreundet und hatten im grandiosen Jägermeisterrausch die Schnapsidee, eine eigene Band zu gründen. Als wir uns nach kurzer Zeit mit nüchternem Kopf wieder über die Idee unterhielten, folgten dann schon ernstere Absichten. Robin und Peppi kannten von der Schulzeit noch Sevi (ehemals Bass), der auch Bock hatte mitzumachen und ich fragte damals einen befreundeten Schlagzeuger, den ich von verschiedenen Projekten einer Ex-Freundin kannte, ob er auch Lust hätte. Raphi, der Schlagzeuger, sagte dann auch sofort zu. Und so gründeten wir Pessimist im März 2006. Zunächst wollten wir nur irgendwelche Cover von Venom oder den Dimple Minds zocken, bis wir später anfingen, uns an eigenen Songs zu versuchen. Der Rest hat sich dann nach und nach ergeben …

Time For Metal / Andreas F.:

Ihr seid ja in der Vergangenheit immer wieder mit den ganz Großen wie Kreator, Slayer, Destruction, Sodom … ect. verglichen worden. Bedingt stimmt der Vergleich ja, wobei die ja eher nicht auf die Idee kommen, Akustikgitarren einzusetzen. Haben euch die Vergleiche eher geschmeichelt, oder habt ihr daraufhin bewusst versucht, euch abzusetzen und mehr ein eigenes Ding zu machen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Natürlich schmeichelt uns das, wenn wir mit den Großen verglichen werden! Wir stehen ja auch auf die Musik der genannten Bands und sind somit auch Fans. Wir machen die Musik, auf die wir Lust haben, aber als Fan wird man ja zwangsläufig beeinflusst und inspiriert. Dass man dann ein bisschen so klingt, vor allem in einem stilistisch eher engeren musikalischen Feld wie dem Thrash Metal, liegt in der Natur der Sache.

Time For Metal / Andreas F.:

Meines Wissens nach, habt ihr einen Tag vor Heilig Abend 2017 beim Rohes Fest im Sommercasino Basel euren letzten Gig gespielt. Euer Drummer Zufi hat die Band dann aus gesundheitlichen Gründen verlassen und seitdem wartet man vergebens darauf, dass es im Hause Pessimist mal wieder laut wird. Ich habe dich auf dem Baden In Blut schon mal darauf angesprochen, doch damals warst du auf das Thema nicht besonders gut zu sprechen. Oder besser, du warst ziemlich genervt von dem Thema und sagtest, du wärst kurz davor gewesen, die Band zu Grabe zu tragen. Was ist damals passiert und warum hat man so lange nichts von euch gehört?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Natürlich war ich genervt! Nach unserer letzten Scheibe Death from Above lief es nicht mehr so gut. Wir mussten durch verschiedene Gründe immer wieder Gigs absagen, anschließend sind Sevi und Richard aus beruflichen Gründen 2015 ausgestiegen. Dann hatten wir einen adäquaten Ersatz für Richard gefunden, aber das hat menschlich absolut nicht gepasst. Also wieder neu suchen, was alles ziemlich zeitaufwendig war. Als dann Zufi aus gesundheitlichen Gründen auch noch aussteigen musste, brach erst mal eine Welt für mich zusammen. Dazu kommt noch, dass Zufi und ich sehr gute Freunde sind und es ihm auch verdammt schwergefallen ist, so eine Entscheidung zu treffen. Seit Death from Above hatten wir uns immer wieder ans Songwriting gemacht, aber mussten dies wieder und wieder unterbrechen, um die neuen Bandmitglieder einzuspielen. Als die anschließend eingespielt waren, stiegen sie aus und wir fingen mit dem ganzen Procedere von Neuem an. Täglich grüßt das Murmeltier! Dies war so ermüdend und demotivierend. Ich hätte die Band aber auch nicht wirklich zu Grabe tragen können, dafür hänge ich viel zu sehr an Pessimist!

Time For Metal / Andreas F.:

Das ist ja auch gut so, denn ohne Pessimist wäre die Szene hier im Dreiländereck ein ganzes Stück ärmer.

Im Januar dieses Jahres habt ihr dann via Facebook verlauten lassen, dass ihr mit Jan Hagin einen neuen Drummer gefunden habt, der zu euch passt. Eure Facebook-Seite habt ihr daraufhin aber nicht geändert, da ist immer noch Zufi als Drummer aufgeführt. Ist das nun gut oder schlecht? Wie steht es aktuell um die Pessimisten aus dem Dreiländereck?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Weil wir ein eindeutiges Comeback veröffentlichen wollen, haben wir die FB-Seite noch nicht aktualisiert. Wir haben ziemlich viele neue Songs fertig und bei uns läuft es zurzeit wunderbar! Unsere Facebook-Seite wird geändert, sobald wir dazu bereit sind. Das Songwriting ist uns dieses Jahr wichtiger als unsere Präsentation nach außen hin.

Time For Metal / Andreas F.:

Okay, das ist in eurem Fall, nachdem was alles passiert ist, natürlich verständlich, dass ihr erst an die Öffentlichkeit gehen wollt, wenn wirklich alles unter Dach und Fach ist.

Was hat es so schwer gemacht, einen neuen Mann für die Schießbude zu finden?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Wir hatten es nicht schwer. Wir haben Jan relativ schnell gefunden und seitdem läuft es für uns sehr gut und stabil. Ich denke, die Bandchemie stimmt wieder und die Bandmaschinerie läuft langsam aber sicher wieder auf Hochtouren.

Time For Metal / Andreas F.:

Einige von euch spielen ja auch noch in anderen Bands, z. B. Eric bei The Privateer und Inner Sanctum, Samuel bei Convictors und Maersung. Ist das Line-Up von Pessimist trotzdem noch aktuell und bleiben die Jungs trotz anderer Aktivitäten am Ball?

Pessimist / Eric „Tormentor“ Tobian:

Pessimist ist die Band, in der ich am längsten aktiv bin und da bin ich total loyal, egal wie es gerade läuft. Ich denke, das stellt auch für die anderen kein Problem dar. Unser Line-Up ist seit 2013 nicht mehr so stabil gewesen wie jetzt und wird es auch bleiben.

Time For Metal / Andreas F.:

Auch wenn die Antwort schon aus deinen vorherigen Antworten herauszuhören ist, als Zufi seine Sticks damals an den Nagel gehängt hat, war der Zeitpunkt ja denkbar ungünstig, da ihr ja wohl gerade an einem neuen Album gearbeitet habt. Was ist daraus geworden und habt ihr die Arbeit zwischenzeitlich wieder aufgenommen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Der Zeitpunkt war sehr ungünstig, aber was hätte Zufi denn machen sollen? Sich weiterhin mit Schmerzen quälen? Der Schnitt war hart, aber im Nachhinein hat sich für uns alles zum Guten gewendet. Wir sind gerade so kreativ wie seit dem Songwriting zu Death from Above nicht mehr.

Time For Metal / Andreas F.:

Wie war das für dich persönlich, bandtechnisch die ganze Zeit quasi zum Nichtstun verurteilt zu sein? Ich meine, du bist ja `ne Rampensau …

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Da ich der einzige bei Pessimist bin, der keine weitere Band am Start hat, war ich sozusagen musikalisch zum Nichtstun verurteilt. Mir kam auch nie der ernsthafte Gedanke, bei einer weiteren Band einzusteigen. Für mich würde es sich falsch anfühlen für eine andere Band zu schreien als für Pessimist. Die Band ist mein Baby und wird es auch immer bleiben. Weil du Rampensau erwähnst – die Auftritte fehlen mir und ich vermisse sie sehr! Ich denke mir oft bei Konzerten, dass ich jetzt gerne da oben stehen und die Sau rauslassen würde. Das wird sich hoffentlich nächstes Jahr auch wieder ändern, in Bezug auf regelmäßige Gigs … etc. Langweilig wurde mir trotzdem nie. In meiner Freizeit weiß ich mich durchaus zu beschäftigen und außerdem engagiere ich mich auch noch in einem Museumsverein. Ich habe also immer etwas zu tun.

Time For Metal / Andreas F.:

Das Bandkarussell hat sich ja schon vor Zufi`s Ausstieg mächtig gedreht, sodass du das letzte verbliebene Pessimist-Gründungsmitglied bist. Wie ist das für dich?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Das ist ab und zu etwas komisch. Ich habe mit Robin und Peppi die Band 2006 gegründet. Eric stieg 2012 ein und ist nach mir nun das längste Mitglied. Das heißt, ich alleine kenne innerhalb der jetzigen Besetzung alle Erinnerungen und Geschehnisse, die zwischen 2006 und 2012 stattgefunden haben und da hat eine Menge stattgefunden! Hahaha …! 😏😏😏

Time For Metal / Andreas F.:

Na, da sollte ich wohl jetzt besser nicht weiter nachhaken …, oder besser, wir verschieben das auf später …

Es wäre doch mal geil, die alten Leute noch mal zusammen zu trommeln, und sei es doch nur für einen Gig. Habt ihr noch Kontakt untereinander?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Das wäre schon der Hammer! Aber mittlerweile haben die meisten ehemaligen Pessimisten die Musik an den Nagel gehängt, wohnen viel zu weit weg, oder haben familiäre Verpflichtungen. Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, dass das jemals klappen sollte. Ich habe aber auf jeden Fall unregelmäßigen Kontakt zu allen ehemaligen Mitgliedern und freue mich auch jedes Mal, von jedem Einzelnen zu hören.

Time For Metal / Andreas F.:

Schade eigentlich, aber wer weiß …, manchmal frisst der Teufel Fliegen …

Den Tod von oben habt ihr abgehandelt, was haben wir als Nächstes zu erwarten? Wird weiterhin das Thema Krieg als große Überschrift über allem stehen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Ja, auf jeden Fall. Da ich ein ziemlicher Geschichtsfreak bin, kann ich ja schlussendlich nur über meine Interessen schreiben und so auch nur authentisch bleiben. Das wird sich auch auf der nächsten Scheibe nicht ändern. Außerdem passt das Thema Krieg oder Geschichte besser zum Thrash Metal, den wir machen. Wichtig ist uns allerdings, dass wir uns als eine unpolitische und Gewalt- und Kriegsablehnende Band verstehen.

Time For Metal / Andreas F.:

Wie entstehen eure Songs? Schreibt ihr die Songs im Kollektiv, oder wie seid ihr da aufgeteilt?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Die anderen sammeln meistens zu Hause Ideen und Riffs und bringen diese dann mit in die Probe, anschließend wird gejammt und so entsteht dann ein Grundgerüst. Ich schaue, wie meine Texte darauf passen und so entsteht nach und nach ein Song. Am Schluss wird dann an Feinheiten gefeilt und immer wieder in der Gruppe über einzelne Strukturen diskutiert. Voilà! Ein neuer Song ist fertig!

Time For Metal / Andreas F.:

Bandtechnisch gesehen gab es in 2018 wohl für Pessimist keine Highlights. Wie sieht es in 2019 aus, gibt es etwas, worauf ihr euch besonders freut?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Ich würde nicht behaupten, dass es in 2018 keine Highlights gab. Nach außen hin vielleicht schon, aber innerhalb ist sehr wohl etwas passiert. Nach Zufi`s Aus-, bzw. Jan`s Einstieg, sind wir endlich wieder sehr kreativ und konzentriert mit dem Songwriting beschäftigt. Die ganze Band ist seitdem wieder sehr motiviert und diese Stimmung merkt man bei jeder Probe. Ich würde dies als Highlight sehen. Wir werden in diesem Jahr endlich wieder das Iguana Studio von Christoph Brandes in March entern, um unsere nächste Platte aufzunehmen. Darauf freut sich die ganze Band und ich ganz besonders! Eigentlich kann ich es kaum erwarten, die nächste Scheibe in den Händen zu halten und mit dieser meiner Umwelt auf die Nerven zu gehen! Hahaha …! 😎

Time For Metal / Andreas F.:

Wahrscheinlich nicht, aber gibt es schon irgendwelche bestätigten Termine, wo man euch mal wieder auf Feindfahrt sehen kann?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Nach Jan`s Einstieg haben wir abgemacht, dass wir keine Gigs annehmen, bis wir die Platte aufgenommen haben, sodass wir uns voll auf die neuen Songs und die Aufnahmen konzentrieren können. Aber …, wir werden dieses Jahr eine einzige Ausnahme machen und unseren Freunden von Deaf Aid bei ihrer Jubiläumsshow zum dreißigjährigen Bestehen der Band einen Besuch abstatten. Da freue ich mich ganz besonders drauf. Deaf Aid gehören mit zum Besten, was unsere Region zu bieten hat!

Time For Metal / Andreas F.:

Wow, das sind ja mal gute Nachrichten, auch wenn es erst mal nur dieser eine Gig ist. Gibt es schon einen Termin, den du uns nennen kannst?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Nein, ein genauer Termin / Ort steht noch nicht fest, aber es wird wohl irgendwann im November stattfinden.

(Nachtrag: Der Termin ist momentan auf den 09.11.2019 anberaumt)

Time For Metal / Andreas F.:

Das Konzertverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren maßgeblich geändert. Die Leute sind bereit, für Tickets der bekannten Acts wie Metallica, Kiss, Slayer und Iron Maiden teils utopische Summen zu zahlen, sind aber kaum noch bereit 20 Euro für ein kleines Klubkonzert mit drei Undergroundbands zu zahlen. Und während des Konzertes sind viele damit beschäftigt, durch das Display ihres Handys zu glotzen, um ein verwackeltes Video mit miesem Sound aufzunehmen, anstatt das Konzert zu genießen und der Band etwas zurückzugeben. Wie bewertest du solches Verhalten?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Ist es denn wirklich so? Wenn ich mir die Underground-Konzerte hier im Landkreis Lörrach so anschaue, ist meistens recht viel los. Ich denke, dass das ein subjektives Empfinden ist und es findet heute einfach ein Überangebot an Konzerten statt. Heutzutage hat man ja fast jedes Wochenende die Qual der Wahl zwischen mehreren Konzerten und hierbei müssen die Leute sich nun mal entscheiden. Ende der 90er Jahre, oder Anfang 2000 waren wir froh, wenn überhaupt ein Konzert pro Monat irgendwo stattfand. Sind die Konzertkarten von den ganz großen Bands wirklich so viel teurer geworden? Ich habe 2008 für Iron Maiden in Basel auch 100 CHF bezahlt. Außerdem wird ja im Laufe der Zeit alles teurer, die Lebenshaltungskosten, Dienstleistungen … etc. Warum sollte das vor Konzerttickets halt machen? Ist zwar traurig, kann man aber nicht ändern. Was dieses Handyglotzen betrifft, ist es mir egal. Soll jeder nach seiner Fasson selig werden. Andererseits machen die neuen Smartphones ja richtig schmucke Bilder. Als Erinnerung an ein geiles Konzert habe ich nichts gegen Bilder, doch diese ganzen Videoaufnahmen mit schlechtem Ton wären nichts für mich persönlich.

Time For Metal / Andreas F.:

Wie würde eure Wunschtour / Festivalauftritt aussehen und mit welchen Bands würdet ihr dort gerne spielen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Ich würde gerne wieder auf dem Baden in Blut Festival zocken. Zuletzt haben wir als Bloodbattle Contest-Gewinner 2007 dort gespielt. Als Gast bin ich seit dem ersten Baden in Blut jedes Jahr da. Wieder einmal dort mit Pessimist spielen, vor allem seitdem das Festival in meiner Heimatstadt Weil am Rhein gastiert, wäre der absolute Wahnsinn! Auf dem Rock Hard Festival bin ich seit elf Jahren auch Stammgast und empfinde es persönlich als eines der schönsten Festivals überhaupt. Dort einmal spielen, das wäre der absolute Traum für mich! Aber eigentlich ist unser Wunsch nach der neuen Platte, so viel live spielen wie nur möglich. Egal wo und wann!

Time For Metal / Andreas F.:

Manche Bands träumen ja davon, einmal im Leben in Wacken zu spielen. Wovon träumt ihr, bzw. welche Hürden würdet ihr gerne in nächster Zukunft nehmen?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Wie eben schon erwähnt, wollen wir einfach nur live auftreten. Die erste Hürde wurde genommen, als Jan in die Band einstieg, die nächste wird der Studioaufenthalt sein und dann werden wir weitersehen. Eine fette Plattentaufe wäre schön und danach wieder regelmäßige Auftritte. Ich denke, wir haben sehr bescheidene Träume und Wünsche.

Time For Metal / Andreas F.:

Ihr seid ja nun schon einige Jahre aktiv, was würdet ihr ändern, wenn ihr im Musikbusiness was zu sagen hättet?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Das ist eine sehr schwierige Frage. Und ich muss da ehrlich gestehen, dass mir spontan nichts Besonderes einfällt. Die meisten Probleme, die wir hatten, waren ja intern. Deswegen kann ich zum Musikbusiness nicht allzu viel sagen.

Time For Metal / Andreas F.:

So, und jetzt haken wir vielleicht doch noch einmal nach. Welche Highlights aus eurer bisherigen Bandgeschichte sind euch besonders im Gedächtnis geblieben und woran denkt ihr nicht so gerne zurück?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Oha! Da gäbe es einige! Aber die meisten Highlights haben mit Gigs und vor allem mit einem doch recht hohen Alkoholpegel zu tun. Die Leute die uns kennen, wissen, dass wir keine Kinder von Traurigkeit sind. Hehe. Eines der Highlights war auf jeden Fall unser Gig am 27.09.2008 am Thrash `em Down 5 Festival in Bietigheim-Bissingen. Unsere Freunde von Nuclear Warfare waren die Veranstalter und wir hatten einen Bus für 50 Leute gemietet und sind dann mit 45 Pessimist-Fans da hochgefahren. Du hättest die Leute sehen sollen, als dieser riesige Bus vorgefahren ist und ein angetrunkener Kuttenträger nach dem anderen ausgestiegen ist. Göttlich! War auf jeden Fall eine fette Party! Die ganzen kuriosen und witzigen Erlebnisse in Belgien, Österreich und Norddeutschland würden hier aber den Rahmen sprengen! Ein negatives Beispiel wird mir auch unvergessen bleiben. Wir sind kurzfristig für eine andere Band in Bettingen (Schweiz) in einem Jugendzentrum eingesprungen. Der Mischer war ziemlich desinteressiert und hat sich scheinbar lieber seiner Freundin auf seinem Schoß zugewandt. Dabei wollte er ihr wohl irgendwelche Songs nahebringen und ließ dann über die hauseigene PA irgendwelche Songs laufen, während wir spielten, sodass unsere Musik stets mit irgendwelcher Musik vom Mischer zeitgleich lief. Der Mischer hat auch nicht mit sich reden lassen, also brachen wir den Gig nach der Hälfte ab. Eigentlich ein absolutes No Go! Aber was hätten wir tun sollen. Ich war, wie die ganze Band, stinksauer!

Time For Metal / Andreas F.:

Da gebe ich dir recht, ein echtes Arschloch am falschen Platz!

Ich bin mit meinen Fragen soweit durch, aber gibt es etwas, was du den Time For Metal-Lesern zum Schluss noch sagen willst?

Pessimist / Michael „TZ“ Schweitzer:

Ich danke euch für die Aufmerksamkeit und das Interesse! Ich hoffe, wir sehen uns beim Deaf Aid-Jubiläumsgig, entweder vor oder auf der Bühne! Trinkt Bier und hört Metal! Vor allem danke ich dir Andreas, für dein Interesse! Wir sehen uns! Prost!

Time For Metal / Andreas F.:

Ich habe zu danken, dass ihr euch die Zeit genommen habt und das ihr etwas aus dem Nähkästchen geplaudert habt und auch ein paar gute Neuigkeiten für uns hattet. Wir sehen uns spätestens auf dem Baden In Blut, oder auf sonst einem Konzert. Horns up!

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